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Google-Forschungspreis für Informatiker der Universität Potsdam

24.02.2009
Tobias Scheffer, Informatikprofessor an der Universität Potsdam, hat einen mit 60.000 Dollar dotierten Google Research Award erhalten. Google vergibt diesen Award, um universitäre Forschung zu unterstützen, die darauf abzielt, den Zugriff auf Informationen zu verbessern.

Die Arbeitsgruppe um Tobias Scheffer beschäftigt sich mit der Frage, wie Softwaresysteme konstruiert werden können, die selbstständig über ihre Umwelt lernen. Menschen können durch Beobachtung Modelle bilden und damit das Verhalten ihrer Umwelt verstehen.

Der Wissenschaftler untersucht, wie sich diese Fähigkeit auf Computerprogramme übertragen lässt. Algorithmen können beispielsweise lernen, anhand welcher Merkmale sich Phishing-Nachrichten, das sind Versuche über gefälschte WWW-Adressen an Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen, von erwünschten E-Mails und Angriffe auf Server von normalem Internet-Verkehr unterscheiden lassen.

Genau wie Menschen müssen auch Programme zum Lernen Beobachtungen sammeln. Dabei können nur vergangene Ereignisse beobachtet werden, Angreifer verändern ihre Strategien jedoch ständig. Tobias Scheffer arbeitet daher an der Entwicklung lernender Algorithmen, die sich Veränderungen der Umwelt sofort anpassen können. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in einer Kooperation mit der STRATO AG in eine Software weiterentwickelt, die auch neue Arten von Phishing-Angriffen und neue Computerviren erkennen können. Für die Nutzer bedeutet dies einen besseren Schutz vor neuen Angriffen, die von normalen Virenscannern und Spamfiltern noch nicht erkannt werden.

Den Forschern gelang zudem der Schritt von der Erkennung von Computerviren hin zur Bekämpfung biologischer Viren: Nach denselben Prinzipien aufgebaute lernende Algorithmen können vorhersagen, welche Kombinationen von Präparaten gegen Varianten des sich schnell verändernden Aids-Virus wirksam sind. Diese Algorithmen könnten zukünftig Ärzten eine Orientierung bei der Auswahl der geeigneten Therapien geben.

Sylvia Prietz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2009/pm036_09.htm

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