Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gleich drei Grants des Europäischen Forschungsrats gehen an die Universität Bonn

19.09.2011
Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert junge Top-Forscher mit Millionenbeträgen. Gleich drei der hochkarätigen Starting Grants gehen nun an Wissenschaftler der Universität Bonn.

In Nordrhein-Westfalen ist die Bonner Alma mater hinsichtlich der ERC-Grants führend. Bundesweit belegt sie Platz fünf der erfolgreichsten Einrichtungen in Deutschland. Insgesamt elf ERC-Grants wurden der Bonner Universität in den letzten Jahren zugesprochen.

Einen der begehrten Grants hat die Mathematikerin und Privatdozentin Dr. Eva Viehmann gewonnen. Sie erhält in den nächsten fünf Jahren vom ERC insgesamt 900.000 Euro an Forschungsförderung. Die 31-Jährige war bereits als Schülerin drei Mal Siegerin im Bundeswettbewerb Mathematik. Nach ihrem Mathematik-Studium in Bonn promovierte und habilitierte sie an der hiesigen Alma mater. Dr. Viehmann war auch zu Forschungsaufenthalten an der Universität Paris-Sud in Orsay und an der University of Chicago. „In meinem Projekt geht es um lokale G-Shtukas“, berichtet Dr. Viehmann. „Es ist Teil der arithmetischen Geometrie.“ Die Mathematikerin verwendet geometrische Methoden und Herangehensweisen, um zahlentheoretische Fragen zu beantworten.

Wie lässt sich die Strömung eines Flusses mathematisch fassen?

Zu den „Besten der Besten“, die vom Europäischen Forschungsrat unterstützt werden, zählt auch Prof. Dr. Laszlo Szekelyhidi vom Hausdorff-Zentrum für Mathematik der Universität Bonn. In Debrecen (Ungarn) geboren, studierte er am St. John’s College der Universität Oxford Mathematik. Nach Aufenthalten in Princeton (USA), am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig und an der ETH Zürich wurde er im Jahr 2007 Professor an der Universität Bonn. Der 34-Jährige beschäftigt sich mit Partiellen Differentialgleichungen. „Das sind mathematische Gleichungen, die beispielsweise die Gesetze der Physik beschreiben – zum Beispiel die Strömungsbewegungen eines Flusses“, sagt Prof. Szekelyhidi. „Ich möchte diese mit Methoden aus der Geometrie untersuchen.“ Vom ERC erhält er 870.000 Euro. Anfang Oktober wechselt er auf eine Professur für Angewandte Mathematik an die Universität Leipzig.

Wie wirkt sich Unsicherheit weniger auf die Gesamtwirtschaft aus?

Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Christian Bayer vom Institut für Makroökonomie und Ökonometrie der Universität Bonn möchte mit den rund 880.000 Euro des ERC in einem Projekt erforschen, inwiefern sich im Zeitablauf die schwankende Unsicherheit von Akteuren auf die Gesamtwirtschaft auswirkt. „Konkret möchte ich ein Modell erarbeiten, das etwa die Interaktion von Konsum-Sparentscheidungen, Einkommensrisiken und gesamtwirtschaftliche Aktivität abbildet“, berichtet Prof. Bayer. Außerdem will der 33-Jährige untersuchen, wie sich Beschäftigten- und Arbeitsplatzströme zwischen Firmen im Konjunkturverlauf verändern. „Selbst in der tiefsten Rezession gibt es Firmen, die neue Arbeitsplätze schaffen“, sagt er. Prof. Bayer machte sein Diplom in Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn. Er promovierte in Dortmund und forschte in Mailand, Florenz und Yale. Seit 2008 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn, wo er vor einigen Monaten zum stellvertretenden Direktor des Instituts für Makroökonomik und Ökonometrie ernannt wurde.

Universität Bonn hält in Nordrhein-Westfalen die meisten ERC-Grants

Seit 2007 fördert der Europäische Forschungsrat mit seinen Grants herausragende Wissenschaftler. „Die Universität Bonn liegt bei der Einwerbung der Fördergelder vorne“, sagt Abteilungsleiterin Dr. Ulrike Pag, die an der Universität Bonn die Förderberatung für die Wissenschaftler durchführt. „In Nordrhein-Westfalen ist die Bonner Alma mater hinsichtlich der ERC-Grants sogar führend.“ Bundesweit belegt sie Platz fünf der erfolgreichsten Einrichtungen in Deutschland. Insgesamt elf ERC-Grants wurden der Bonner Universität in den letzten Jahren zugesprochen. Wie die Europäische Kommission mitteilt, vergibt der ERC nun insgesamt 670 Millionen Euro an 480 junge Toptalente aus ganz Europa. 64 Grants gehen an deutsche Forscher.

Kontakt:

Dr. Ulrike Pag
Dezernat Forschung
Förderberatung
Tel. 0228/733073
E-Mail: pag@verwaltung.uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student
24.11.2017 | Universität des Saarlandes

nachricht Signal-Shaping macht Bits und Bytes Beine
23.11.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Riesen-Drehmomentsensor aus der PTB bringt Präzision vom Labor in den Prüfstand

24.11.2017 | Energie und Elektrotechnik

Projekt RadVerS – Welcher Radfahrtyp sind Sie?

24.11.2017 | Verkehr Logistik