Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesundheitsfragen global und konkret: RUB-Forscher erhält Weiterbildungspreis und arbeitet in der Global Young Faculty

06.11.2009
Oliver Rauprich: Junger Spitzenwissenschaftler im Revier

Doppelten Anlass zur Freude hatte der Bochumer Nachwuchsforscher Dr. Oliver Rauprich in dieser Woche: Er gehört zu den jungen Wissenschaftlern, die am vergangenen Dienstag in die Global Young Faculty der Universitätsallianz Metropole Ruhr berufen wurden, zugleich erhielt er auf der 10-Jahres-Feier der Akademie der RUB einen Preis für ein neues Weiterbildungskonzept in der Medizinethik.

Als Mitglied der ruhrgebietsübergreifenden Global Young Faculty befasst sich Rauprich interdisziplinär mit der Entwicklung und Zukunft des Gesundheitssystems - "das verstehe ich eher als eine wissenschaftspolitische Aufgabe", so Rauprich. Als Dozent und Organisator eines weiterbildenden Seminars arbeitet er hingegen ganz konkret mit Ärzten und Pflegekräften an einer "ethisch reflektierten Entscheidungsfindung am Lebensende".

Der RUB-Medizinethiker steht damit beispielhaft für die Fülle an Möglichkeiten und Chancen, die der wissenschaftliche Nachwuchs im Ruhrgebiet hat - und zugleich für das hohe wissenschaftliche Potenzial der Region.

Therapiebegrenzung - Sterbebegleitung

Die neue Weiterbildung, die Dr. Rauprich konzipiert hat, setzt auf Reflexion: Strukturiert und unter wissenschaftlicher Anleitung gibt der Medizinethiker den Teilnehmern den nötigen Raum, sich mit den Folgen des medizinischen Fortschritts intensiv zu beschäftigen. Dabei geht es um Therapiebegrenzung, Sterbebegleitung und die viel diskutierte Patientenverfügung: Lebenserhaltung um jeden Preis? Anhand praktischer Beispiele erarbeiten die Teilnehmer - Ärzte, Pfleger und andere Berufstätige im medizinischen Bereich - Empfehlungen zur Therapiebegrenzung, die sie in ihrer Berufspraxis, zum Beispiel auf einer Intensivstation, verwenden können.

Neben Fallbesprechungen und simulierter Entscheidungsfindung stehen die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmer im Mittelpunkt des Seminars. Es findet am 12. und 13. März 2010 erstmals statt. Für dieses Konzept erhielt Rauprich am vergangenen Montag einen von vier Preisen im Wettbewerb "Wissenschaftliche Weiterbildung" der Akademie der Ruhr-Universität, dotiert mit 3.000 Euro.

Spitzenforscher der Metropole Ruhr

Vom Fallbeispiel zum Ganzen: Wie kann ein gerechtes und gutes Gesundheitssystem der Zukunft - national wie länderübergreifend - aussehen? Was trägt die Forschung dazu bei? Als einer der Spitzenforscher, die in die Global Young Faculty berufen wurden, gefördert von der Stiftung Mercator, trifft der Bochumer Medizinethiker auf junge Wissenschaftler aus anderen Fächern und anderen Standorten. Gemeinsam richten sie den Blick in die Zukunft, und "Gesundheit" ist eins der zentralen Themen der Global Young Faculty. "Wir sind noch in der Findungsphase", so Rauprich, "werden uns aber wohl politisch und wissenschaftspolitisch zur Entwicklung des Gesundheitssystems äußern."

Gute Forschung, gute Gesundheit

Die fachübergreifende Arbeit in der "Ruhrgebietsfakultät" junger Leute zielt bei diesem Thema besonders auf eine gute Forschung. "So werden wir beispielsweise empfehlen, welche Prioritäten die Forschung setzen sollte", sagt Rauprich. Er ist einer von 105 Nachwuchswissenschaftlern aus den drei Ruhrgebietsuniversitäten und aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen in der Global Young Faculty (davon die meisten - 42 - aus der RUB), die am vergangenen Dienstag ihre Gründung in Essen feierte. Mit dem Ziel, Lösungsansätze für Schlüsselfragen der Zukunft zu entwickeln, arbeiten die jungen Forscher hier ein Jahr lang in Arbeitsgruppen zusammen, koordiniert vom Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) in Essen.

Biografisches

1968 in Freilassing, Bayern, geboren, studierte Oliver Rauprich von 1989 bis 1995 Biologie in München und Chicago sowie von 1995 bis 2001 Philosophie, Logik und Wissenschaftstheorie an der LMU München, wo er 2001 in Philosophie promoviert wurde. Seit 2006 ist er Leiter der BMBF-Nachwuchsgruppe "Gerechtigkeit in der modernen Medizin" am Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin an der Ruhr-Universität-Bochum.

Weitere Informationen
Dr. Oliver Rauprich, Tel. 0234/32-28656, E-Mail: oliver.rauprich@rub.de
Redaktion: Jens Wylkop

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht „Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges
26.06.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Hochschule Karlsruhe: mit speichenlosem Fahrrad Kreativwettbewerb gewonnen
26.06.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie