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Gerda Henkel Stiftung stellt knapp 1,2 Millionen Euro für neue Forschungsprojekte bereit

25.04.2012
Historiker erhalten 150.000 Euro für ihr Vorhaben einer Kulturgeschichte der militärischen Nachrichtendienste
Prof. Dr. Meinhard Miegel und Prof. Dr. Andreas Beyer als Mitglieder der Stiftungsgremien wiedergewählt

Die Gerda Henkel Stiftung bewilligt rund 1,2 Millionen Euro für neue Forschungsvorhaben. Die Stiftungsgremien beschlossen in ihrer Frühjahrssitzung am 20. April 2012, 31 Vorhaben aus dem Bereich der Historischen Geisteswissenschaften zu fördern. Mit gut 150.000 Euro unterstützt die Stiftung u. a. ein wissenschaftliches Projekt zur Geschichte der militärischen Nachrichtendienste in Deutschland, Großbritannien und den USA. In zwei weiteren wesentlichen Entscheidungen bestätigten die Stiftungsgremien Prof. Dr. Meinhard Miegel als Stellvertretenden Vorsitzenden des Kuratoriums sowie Prof. Dr. Andreas Beyer als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Gerda Henkel Stiftung.

Seit dem späten 19. Jahrhundert haben die militärischen Nachrichtendienste in Europa und den USA einen Prozess der Professionalisierung und Technisierung durchlaufen und dabei spezifische nationale Geheimdiensttraditionen ausgebildet. Eine Forschergruppe unter Leitung von Prof. Dr. Philipp Gassert (Universität Augsburg), Prof. Dr. Andreas Gestrich (Deutsches Historisches Institut London) und Prof. Dr. Sönke Neitzel (University of Glasgow) wird die Entwicklung der militärischen Nachrichtendienste in Deutschland, Großbritannien und den USA für die Zeit von 1900 bis 1947 systematisch erforschen und sowohl die tatsächliche geheimdienstliche Arbeit als auch populäre Darstellungen von Spionen in Literatur und Medien in den Blick nehmen. Zeitgenössische Debatten über „Moral“ und „Unmoral“ geheimdienstlicher Methoden sind ebenso Gegenstand der Untersuchung wie mögliche wechselseitige Annährungen zwischen den nationalen Wahrnehmungen und geheimdienstlichen Praktiken. Unter dem Titel „Kulturen der Intelligence“ werden die Historiker damit die erste Kulturgeschichte der militärischen Nachrichtendienste in vergleichender Perspektive überhaupt vorlegen. Die Gerda Henkel Stiftung stellt für das Forschungsprojekt Personal-, Reise- und Sachmittel zur Verfügung.

Einstimmig wurde Prof. Dr. Meinhard Miegel für die Zeit vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 2014 als Mitglied des Kuratoriums bestätigt. Meinhard Miegel (geb. 1939) ist Vorsitzender des Vorstands des „Denkwerks Zukunft – Stiftung kulturelle Erneuerung“ mit Sitz in Bonn und Autor zahlreicher Veröffentlichungen zu Themen aus den Bereichen Demographie, Arbeitsmarkt und soziale Sicherungssysteme. Er gehört dem Kuratorium der Gerda Henkel Stiftung seit 1997 an und ist seit 2010 dessen Stellvertretender Vorsitzender. Ebenfalls zum 1. Januar 2013 nimmt der Kunsthistoriker Prof. Dr. Andreas Beyer für weitere vier Jahre seine zweite Amtszeit im Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung auf. Andreas Beyer (geb. 1957) ist Direktor des Deutschen Forums für Kunstgeschichte in Paris. Als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats berät er die Gerda Henkel Stiftung seit 2009 bei der Auswahl von Förderprojekten.

Die Gerda Henkel Stiftung
Die Gerda Henkel Stiftung wurde 1976 von Frau Lisa Maskell (1914–1998) zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel in Düsseldorf errichtet. Ausschließlicher Stiftungszweck ist die Förderung der Wissenschaft. Die Stiftung ist in Deutschland und international tätig und hat seit ihrer Gründung weltweit knapp 6.000 Forschungsvorhaben mit rund 100 Millionen Euro unterstützt.

Kontakt:
Gerda Henkel Stiftung
Pressestelle
Malkastenstraße 15
40211 Düsseldorf
Tel.: 0211 93 65 24 19
E-Mail: wuestemann@gerda-henkel-stiftung.de

Dr. Sybille Wüstemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.gerda-henkel-stiftung.de

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