Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gerd Schön erhält Fritz London Gedächtnis-Preis

03.03.2011
Professor Dr. Gerd Schön, Lehrstuhlinhaber des Instituts für Theoretische Festkörperphysik des Karlsruher Instituts für Technologie, erhält den renommierten Fritz London Memorial Prize der International Union of Pure and Applied Physics für seine Beiträge zum Verständnis der Supraleitung in Nanosystemen.

Neben Schön werden zwei weitere Wissenschaftler ausgezeichnet: Professor Humphrey Maris von der Brown University, Rhode Island, USA, und Professor Hans Mooij von der Technischen Universität Delft, Niederlande. Die Auszeichnung wird im August im Rahmen der Internationalen Konferenz für Tieftemperaturphysik in Peking, China, verliehen.

Im Rahmen seiner Forschung beschäftigt sich der Physiker Gerd Schön vor allem mit den elektronischen Transporteigenschaften in Nanostrukturen bei tiefen Temperaturen. Dazu gehören Nichtgleichgewichtseffekte und kollektive Schwingungen in Supraleitern. Er entwickelt mit Mitarbeitern eine theoretische Beschreibung von Dissipation in der Quantenmechanik am Beispiel supraleitender Tunnelkontakte.

Früh arbeitete er an der Theorie von Einzelelektroneneffekten in nanoskaligen Systemen, die heute in vielen Experimenten gesehen werden und auch für Anwendungen als Messgeräte eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Mit seiner Arbeitsgruppe erkannte er, dass nanoskalige supraleitende Kontakte als Bauelemente für Quantencomputer (Qubits) oder andere Anwendungen im Bereich der Quanteninformation dienen können und untersuchte deren Eigenschaften.

Nach dem Studium an den Universitäten Karlsruhe und Dortmund sowie der Stanford University (USA) promovierte Gerd Schön 1976 in Dortmund. Danach arbeitete er als Assistent und Heisenberg Stipendiat in Karlsruhe und Jülich und insgesamt vier Jahre an der Cornell University, der University of California Berkeley und der University of California Santa Barbara. 1988 wurde er auf die Stelle eines ordentlichen Professors an der TU Delft, Niederlande, berufen. Seit 1991 ist er Lehrstuhlinhaber des Instituts für Theoretische Festkörperphysik am KIT. Zusätzlich leitet er seit 1998 eine Arbeitsgruppe am Institut für Nanotechnologie und ist Gründungsmitglied des DFG Centrums für Funktionelle Nanostrukturen (CFN) am KIT. Von 2002 bis 2004 war er Dekan der Fakultät für Physik. Zurzeit ist er Sprecher der Sektion Kondensierte Materie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft sowie Fachkollegiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Fritz London Memorial Prize
Gerd Schön erhält den Fritz London Memorial Prize in Anerkennung seiner theoretischen Arbeiten zum Verständnis der Supraleitung in Nanosystemen, insbesondere der quantenmechanischen Beschreibung der Dissipation von Tunnelkontakten und der Vorhersage von Qubits. Neben Schön werden Humphrey Maris, Brown University, Rhode Island, USA, und Hans Mooij, Technische Universität Delft, Niederlande, ausgezeichnet. Zwischen den Arbeiten von Hans Mooij und Gerd Schön gibt es Parallelen: Schöns Arbeiten zur Nichtgleichgewichtssupraleitung, zu Einzelelektroneneffekten und zu supraleitenden Qubits liefen parallel zu experimentellen Arbeiten von Mooij in Delft; dabei entstanden auch gemeinsame Publikationen.

Der Fritz London Memorial Prize wurde im Andenken an den deutsch-amerikanischen Physiker Fritz London eingerichtet, der herausragende Beiträge zum Feld der Tieftemperaturphysik beisteuerte. Der Preis wird alle drei Jahre von der IUPAP (International Union of Pure and Applied Physics) verliehen.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: www.kit.edu

Das Foto steht in druckfähiger Qualität auf www.kit.edu zum Download bereit und kann angefordert werden unter: pressestelle@kit.edu oder +49 721 608-47414.

Weiterer Kontakt:

Inge Arnold
Presse, Kommunikation und
Marketing
Tel.: +49 721 608-22861
Fax: +49 721 608-25080
E-Mail: inge.arnold@kit.edu

Monika Landgraf | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
Weitere B2B-VideoLinks
Aktuelle Beiträge

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten