Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gerald Haug erhält Max-Rössler-Preis 2010

18.06.2010
Der diesjährige Max-Rössler-Preis geht an Gerald Haug vom Geologischen Institut der ETH Zürich. Der mit 200‘000 Schweizer Franken dotierte Förderpreis soll seiner herausragenden Forschung im Bereich Klimageschichte zusätzlichen Schub verleihen.

Im 9. Jahrhundert verliessen die Maya nach und nach ihre Städte in der Zentral-region Yukatans. Die Bewässerungssysteme zerfielen und ab Mitte des 9. Jahrhunderts kam es zum totalen Zusammenbruch der Hochkultur. Wieso das geschah, blieb lange ein Rätsel.

2003 fanden Klimawissenschaftler Belege für die Ursachen des rätselhaften Niedergangs der Maya. Anhand eines Sedimentkerns aus dem Meeresboden vor der venezolanischen Küste konnte Gerald Haug mit seinen Kollegen aufzeigen, dass in besagtem Zeitraum die Regenzeiten ausfielen. Alles deutet darauf hin, dass das abrupte Ende der Maya-Kultur mit der Wanderbewegung des tropischen Regengürtels zusammenhängt.

Virtuose Kombination der Disziplinen
Mit seinen Untersuchungen zur Klima- und Menschheitsgeschichte ist Gerald Haug über die Wissenschaftsgemeinschaft hinaus bekannt geworden. Er rekonstruiert und interpretiert Klimaschwankungen und die damit einhergehenden Veränderungen im Laufe der jüngeren Erdgeschichte. So gewinnt er auch Erkenntnisse, die helfen, die gegenwärtigen Klimaveränderungen zu verstehen. Für seine herausragenden Forschungsarbeiten, in denen er die Geologie mit der Paläo-Ozeanografie, der Meteorologie, der Biogeochemie und der Geschichtsforschung kombiniert, erhält der 42-jährige Klimaforscher den Max-Rössler-Preis 2010.

Gerald Haug kam im Jahr 2000 als Oberassistent an die ETH Zürich, wo er zwei Jahre später habilitierte. Nachdem er einige Jahre als Sektionsleiter am Geofor-schungszentrum in Potsdam gearbeitet hatte, kehrte er Mitte 2007 als ordentlicher Professor an die ETH Zürich zurück. Seit kurzem ist er Vorsteher des Departements Erdwissenschaften.

Nachwuchstalente fördern
Der mit 200‘000 Schweizer Franken dotierte Max-Rössler-Preis ist nicht an ein bestimmtes Projekt gebunden und steht dem Klimawissenschaftler und seinem Team zur freien Verfügung. Gerade für die Grundlagenwissenschaft sei solch ungebundenes Geld unheimlich wertvoll, sagt Gerald Haug. Für ihn bedeutet der Max-Rössler-Preis eine grosse Ehre, aber auch eine Chance, selber junge Talente zu fördern. «Was tun, wenn man einem brillanten Forschenden begegnet, aber keine konkrete Finanzierung für ein Projekt hat, an dem die Person arbeiten kann? Mit der Preissumme kann ich nun schnell und unkompliziert eine Doktorandenstelle finanzieren und so junge Talente in der Forschung halten», führt der ETH-Professor aus.

«Mit dem Max-Rössler-Preis verfügt die ETH Zürich über ein visionäres und langfristiges Förderinstrument, um talentierten jungen Professoren freies und kreatives Arbeiten zu ermöglichen», erklärt Professor Roland Siegwart, Vize-Präsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen der ETH Zürich. Die Mittel sollen am Beginn der wissenschaftlichen Karriere eines Professors zum Tragen kommen und so die grösste Hebelwirkung erzielen. Für den Max-Rössler-Preis nominiert werden können deshalb diejenigen ETH-Professorinnen und Profes-soren, die in jungen Jahren bereits zu einer ordentlichen Professur befördert wurden.

Langfristig angelegtes Engagement
Ermöglicht wurde der Preis durch die Donation von Max Rössler und des „Max Rössler Fonds der Stiftung Empiris“ an die ETH Zürich Foundation in der Höhe von 10 Mio. Franken. Der Vergabeausschuss wählt auf Vorschlag der ETH Zürich die Preisträgerinnen und Preisträger aus. Die ETH Zürich Foundation stellt die optimale Struktur für Förderer dar, welche gezielt in herausragende strategische Projekte und wissenschaftliche Talente und so letztlich auch in den Denk- und Werkplatz Schweiz investieren möchten. Der promovierte ETH-Mathematiker Max Rössler begründet sein Engagement mit der Bedeutung einer qualitativ hochstehenden Forschung: «Ich wollte mein Geld dort anlegen, wo etwas Neues geschaffen wird. Mein Ziel ist, die Forschung voranzubringen und das Wissen zu vermehren.» Ausserdem sei die Schweiz mehr denn je angewiesen auf gut ausgebildete und innovative Ingenieure, Mathematiker und Naturwissenschaftler.

Franziska Schmid | idw
Weitere Informationen:
http://www.ethz-foundation.ch

Weitere Berichte zu: ETH Klimawissenschaftler Max-Rössler-Preis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Innovationspreis für Klima und Umwelt 2017 ausgeschrieben
23.01.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Personal-Trainer zum Anziehen: Intelligente Trainingskleidung gewinnt Fashion Fusion Award
23.01.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie