Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geoinformatiker erhalten knapp eine Million Euro für Bürger-Projekt "SenseBox"

07.03.2016

Die "SenseBox", ein von münsterschen Geoinformatikern entwickelter Bausatz für stationäre und mobile Sensoren, wird vielerorts von Laien genutzt, um Klimadaten zu messen – und es sollen bald noch deutlich mehr Messstationen werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt nun für drei Jahre mit 960.000 Euro.

Mehr als 100 der kleinen grünen Boxen sind bereits im Einsatz: ob in Hamburg, im niederländischen Zwolle oder sogar auf der Zugspitze im Norden Tirols – die "SenseBox" hat ihre Heimatstadt Münster längst hinter sich gelassen.


Die grüne "SenseBox" beinhaltet Bauteile, aus denen jeder eine eigene Messstation zusammensetzen kann.

Foto: WWU/ifgi

Der von münsterschen Geoinformatikern entwickelte Bausatz für stationäre und mobile Sensoren wird vielerorts von Laien genutzt, um Klimadaten zu messen – und es sollen bald noch deutlich mehr Messstationen werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt nun für drei Jahre mit 960.000 Euro. Koordinatorin ist Prof. Dr. Angela Schwering vom Institut für Geoinformatik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).

Neben Privathaushalten nutzen besonders auch Schülerlabore und Museen die Boxen. "Uns liegt es am Herzen, dass Bürger durch sogenannte Citizen-Science-Projekte an der Wissenschaft teilhaben können, also selbst messen und auch eigene Fragen stellen", sagt Thomas Bartoschek, der das Projekt gemeinsam mit Angela Schwering leitet.

"Dafür ist die 'SenseBox', die es auch in einer Version für Schulklassen gibt, genau richtig." Mit wenig Aufwand kann jeder aus dem Bausatz eine eigene Messstation aufbauen. Tüftler können auch eigene Sensoren hinzufügen und neue Software zur Datenverarbeitung entwickeln. Die Daten aller Messstationen stehen der Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung, die Standorte sind dort auf einer Landkarte sichtbar.

Die "SenseBoxen" messen unter anderem Umweltdaten über Licht, Klima, Verkehrsaufkommen und Lärmbelästigung. In dem vom BMBF geförderten Projekt wollen die Forscher nun weitere Sensoren entwickeln: zur Messung des Grads der Wolkenbedeckung und zur Überprüfung der Wasser- und Luftqualität.

"Die 'SenseBox' hat das Potenzial, flächendeckend Klimadaten zu sammeln. Das können professionelle Wetterstationen nicht leisten, dafür gibt es zu wenige. Gerade im Bereich der Luftqualitätsmessung wäre es aber sehr interessant, Daten von möglichst vielen Orten zu bekommen", unterstreicht Angela Schwering. Die geplanten neuen Sensoren eint eine Eigenschaft: Sie alle messen mit einer Technik, die auf Licht basiert – also mit Photonik.

Die Forscher sehen auch noch Verbesserungsbedarf bei der "SenseBox". Zum Beispiel liefern manche der Boxen unbrauchbare Daten, weil sie an einem zur Messung ungeeigneten Ort aufgestellt wurden. "Das müssen wir berücksichtigen und die Qualität der Daten richtig bewerten, damit wir sie wissenschaftlich nutzen können", so Thomas Bartoschek. Unter anderem vergleichen die Geoinformatiker daher die Messdaten in Langzeittests mit den Daten, die professionelle Wetterstationen liefern. In den kommenden drei Jahren wollen sie zudem statistische Methoden entwickeln, um die Datenauswertung zu optimieren.

Die Förderung des Projekts "SenseBox – Photonik und OpenSenseMap: Citizen Science für photonische Sensordaten" durch das BMBF ist für die münsterschen Geoinformatiker zwar der bislang größte Erfolg, aber nicht der einzige. Unter anderem war die "SenseBox" im Dezember 2015 zum Siegerprojekt des Wettbewerbs "Bürger schaffen die Zukunftsstadt" gekürt worden. Erst vor einigen Tagen wurde zudem bekannt, dass das Projekt zu den Gewinnern des "CodeWeekAward" 2016 gehört.

Weitere Informationen:

http://www.sensebox.de/ SenseBox
https://www.uni-muenster.de/Geoinformatics/sil/index.html Institut für Geoinformatik/AG Prof. Angela Schwering

Dr. Christina Heimken | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics