Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gemeinsam für Patienten mit Myelodysplastischen Syndromen

30.04.2013
MHH-Wissenschaftler erhalten 1,2 Millionen Euro von der Deutschen Krebshilfe für Projekte des MDS-Verbundprojektes

Mit mehr als drei Millionen Euro unterstützt die Deutsche Krebshilfe drei Jahre lang Wissenschaftler dabei, das Myelodysplastische Syndrom (MDS) weiter zu erforschen, um Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung zu verbessern.

Die Gruppen aus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Mannheim, Düsseldorf, Freiburg, Göttingen und Regensburg haben sich dazu erstmalig zum deutschlandweit größten MDS-Verbund zusammengeschlossen, dessen Sprecher Professor Dr. Wolf-Karsten Hofmann, Universitätsmedizin Mannheim, ist. Vier der zehn Teilprojekte finden an der MHH statt und erhalten insgesamt rund 1,2 Millionen Euro.

„Im MDS-Verbundprojekt arbeiten erstmals alle Zentren, die sich dieser Krankheit widmen, so eng wie noch nie an dem Ziel, rasch Behandlungsstrategien zu verbessern und den Patienten neue Therapiechancen zu ermöglichen. Diese enge Verbundenheit wird zum Erfolg betragen“, sagt Professor Dr. Arnold Ganser, Direktor der MHH-Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation. Zwei Teilprojekte des Verbundes finden in seiner Klinik statt: Privatdozentin Dr. Felicitas Thol und Privatdozent Dr. Michael Heuser untersuchen mit modernsten Technologien die genetischen Veränderungen bei MDS-Patienten. Zudem erstellen sie ein Maus-Modell, um beispielsweise festmachen zu können, welche Medikamente helfen.

Im Institut für Zell- und Molekularpathologie von Professorin Dr. Brigitte Schlegelberger erforscht Privatdozentin Dr. Gudrun Göhring, wie das bei MDS-Patienten veränderte Gen p53 zur Instabilität der Chromosomen führen kann. Dr. Kais Hussein untersucht im von Professor Dr. Hans-Heinrich Kreipe geleiteten Institut für Pathologie, durch welche Signale die Vernarbungen im Knochenmark entstehen, die bei MDS die normale Blutbildung verhindern.

Myelodysplastische Syndrome (MDS) sind Erkrankungen des Knochenmarks, bei denen die Blutzellen unreif und nicht funktionsfähig sind. Patienten mit MDS zeigen daher die Symptome einer eingeschränkten Blutbildung: Sie sind häufig blass und leiden unter einer Infektanfälligkeit sowie Blutungsneigung.
MDS führt bei etwa einem Drittel der Patienten zu Leukämie, die tödlich enden kann. Die Erkrankung tritt vor allem ab dem 60. Lebensjahr auf und ist häufig Folge von Alterungsprozessen der Knochenmarkstammzellen. In Deutschland sind etwa zehn von 100.000 Menschen betroffen, jährlich gibt es 4.000 bis 6.000 Neuerkrankungen. „MDS ist zum jetzigen Zeitpunkt nur mit einer Stammzell-Transplantation heilbar“, sagt PD Dr. Thol. Da Forscher in den vergangenen Jahren jedoch viel über die molekulargenetischen Veränderungen der Blutbildung beim MDS herausfinden konnten, haben sich die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten verbessert. So gibt es beispielsweise für ältere Patienten, für die eine Transplantation zu risikoreich wäre, neue therapeutische Ansätze zur Verbesserung der Lebensqualität und Milderung des Krankheitsverlaufs.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Privatdozentin Dr. Felicitas Thol, Telefon (0511) 532-9530, thol.felicitas@mh-hannover.de

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten