Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gasturbinenwerkstoffe der Zukunft: Weitere 10 Millionen Euro für Sonderforschungsbereich

03.12.2015

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den Sonderforschungsbereich/Transregio 103 für weitere vier Jahre. Ab 1. Januar 2016 fließen rund 10 Millionen Euro in das Projekt, dessen Sprecher Prof. Dr. Gunther Eggeler von der Ruhr-Universität Bochum ist. Die Materialwissenschaftler arbeiten an neuen hochleistungsfähigen Werkstoffen für Gasturbinen.

Schlüsselwerkstoffe für Luftfahrt und Energieversorgung

In enger Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen und weiteren deutschen Partnern entwickeln die Bochumer Forscher einkristalline Superlegierungen auf der Basis der Elemente Nickel und Cobalt.

Dabei handelt es sich um metallische Werkstoffe mit komplexer Zusammensetzung, deren Atome ein durchgehend einheitliches Kristallgitter bilden. Die Legierungen können besonders hohen Temperaturen standhalten und sind damit Schlüsselwerkstoffe für die Luftfahrt und Energieversorgung.

In der ersten Förderphase von 2012 bis 2015 brachte der SFB erstmals Werkstoffwissenschaften, Festkörperphysik und -chemie, die skalenübergreifende Materialmodellierung und die Fertigungstechnik miteinander in engen wissenschaftlichen Kontakt.

„Mit diesem innovativen Ansatz konnten wir entscheidend dazu beitragen, die elementaren Prozesse bei der Herstellung und beim Einsatz von Werkstoffen zu verstehen“, sagt Prof. Gunther Eggeler vom Lehrstuhl für Werkstoffwissenschaft.

Gasturbinen effizienter und nachhaltiger machen

In der zweiten Förderphase untersucht das Team unter anderem, wie sich kleinste Kristalldefekte in den Werkstoffen vermeiden lassen, die zum Beispiel entstehen, wenn die Legierungen erstarren oder durch hohe Temperaturen verformt werden.

Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler die besonderen Eigenschaften komplexer Mischkristalle erforschen. Neben weiteren Forschungszielen wollen sie außerdem die Regeneration von bereits beanspruchten Superlegierungen betrachten.

„Unser Ziel ist es, den Wirkungsgrad von Gasturbinen zu steigern und sie gleichzeitig nachhaltiger zu machen“, erklärt Eggeler. „Das geht nur mit einer neuen Einkristalltechnologie, die auf einem umfassenden Verständnis elementarer Zusammenhänge basiert.“ Dafür müsse man skalenübergreifend denken, von der Wechselwirkung einzelner Atome bis hin zu den Eigenschaften ganzer Bauteile.

Projektpartner

An dem SFB/Transregio 103 „Vom Atom zur Turbinenschaufel – Wissenschaftliche Grundlagen für eine neue Generation einkristalliner Superlegierungen“ sind neben den Universitäten in Bochum und Erlangen beteiligt: das Max-Planck-Institut für Eisenforschung in Düsseldorf, das Forschungszentrum Jülich sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Gunther Eggeler, Lehrstuhl Werkstoffwissenschaft, Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23022, E-Mail: gunther.eggeler@ruhr-uni-bochum.de

Angeklickt

Homepage des SFB/TR 103
http://www.sfb-transregio103.de/

YouTube-Film zum SFB/TR 103
https://www.youtube.com/watch?v=wYHch5QIWTQ

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht „Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges
26.06.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Hochschule Karlsruhe: mit speichenlosem Fahrrad Kreativwettbewerb gewonnen
26.06.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie