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Gasturbinen mit Wasserdampf

05.11.2009
Hochdotierter Forschungspreis der EU geht an TU-Professor Christian Oliver Paschereit für die Entwicklung einer innovativen Energietechnologie

Für die Forschungen an einer innovativen Verbrennungstechnologie, mit der man die Effizienz von Gasturbinen um bis zu 15 Prozent erhöhen und somit den Ressourcenverbrauch drastisch reduzieren kann, wurde Christian Oliver Paschereit, Professor am Fachgebiet Strömungsmechanik der TU Berlin, mit dem renommierten "ERC Advanced Grant 2009" des Europäischen Forschungsrates (European Research Council, ERC) ausgezeichnet. Der ERC fördert ausschließlich innovative und wegweisende Vorhaben der Grundlagenforschung, die gute Chancen haben, in Zukunft die Wissenschaft über die Grenzen der verschiedenen Disziplinen hinaus zu prägen.

Den ausgewählten Forscherpersönlichkeiten wird ein besonders hoher Freiraum zur Verwirklichung ihrer Visionen zugestanden. Dem international besetzten Gutachtergremium gilt allein die Exzellenz als Auswahlkriterium. Mit dem "ERC Advanced Grant" treten die Spitzenforscher und Spitzenforscherinnen Europas erstmals direkt in den Wettbewerb um Fördermittel im Bereich der Grundlagenforschung an. Insgesamt hatten sich 1584 Forscherinnen und Forscher aus mehr als 30 Ländern um den ERC Grant beworben. Es ist zu erwarten, dass etwa 200 Anträge zur Förderung ausgewählt werden.

Das Projekt

In dem mit über 3,1 Millionen Euro geförderten Projekt GREENEST (Gas turbine combustion with Reduced Emissions Employing extreme Steam injection) kann Prof. Dr.-Ing. Oliver Paschereit seine Forschung im Bereich der Gasturbinenprozesse und Verbrennung fortführen. Obwohl Gasturbinen in der Energieproduktion eine entscheidende Rolle spielen, können mit konventioneller Gasturbinentechnologie nur noch schrittweise Steigerungen im Wirkungsgrad erreicht werden. Die derzeitige Technik ist außerdem nicht in der Lage, wasserstoffreiche Brennstoffe aus biologischen Ressourcen oder der Kohlevergasung zu nutzen.

Mit den Mitteln des ERC Advanced Grants soll nun am Fachgebiet Strömungsmechanik eine innovative Verbrennungstechnologie untersucht und entwickelt werden, die auf der Eindüsung großer Mengen von Wasserdampf basiert. Damit kann die Effizienz der Gasturbine um bis zu 15 Prozent erhöht und somit der Ressourcenverbrauch drastisch reduziert werden. Weiterhin erlaubt die neue Technologie die emissionsarme Verbrennung wasserstoffreicher Brennstoffe, wie sie bei der Biomasse- oder Kohlevergasung entstehen. Das ist mit der heutigen Technologie nicht möglich. Damit eröffnet sich ein weites Feld, in Zukunft sowohl die Kohle als auch nachwachsende Rohstoffe schadstoffarm zur Energieerzeugung zu nutzen.

Zur Person

Oliver Paschereit ist 46 Jahre alt und seit 2003 Leiter des Fachgebiets für Experimentelle Strömungsmechanik der TU Berlin. Nach seinem Studium an der Technischen Universität Berlin und der Ecole Centrale de Lyon forschte er an der University of Arizona und der TU Berlin auf dem Gebiet der Strömungskontrolle. Nach seiner Promotion war er in leitenden Funktionen in der Gasturbinenindustrie in der Schweiz tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der turbulenten Strömungen, der Fahrzeug- und Bauwerksaerodynamik, der Gasturbinenforschung und schadstoffarmen Verbrennungsverfahren.

Der Europäische Forschungsrat

Der Europäische Forschungsrat ist eine von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Förderung von Grundlagenforschung. Er ist Be-standteil des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union 2007-2013; das ein Gesamtfördervolumen von ca. 7,5 Mrd. Euro hat. Jedes Jahr werden zwei Förderlinien ausgeschrieben: der "ERC Starting Grant" für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und der "ERC Advanced Grant" für bereits etablierte Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler.

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/?id=71121
http://www.fd.tu-berlin.de/
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/

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