Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Garchinger Physiker erhält Starthilfe aus Brüssel - EU stattet jungen Professor mit hohen Fördergeldern aus

23.11.2009
Die Chance auf extrem hochaufgelöste und kontrastreiche Bilder aus unserem Körper hat die Europäische Union überzeugt. Sie verleiht dem jüngst an die Technische Universität München berufenen Prof. Dr. Franz Pfeiffer einen EU-Förderpreis in Höhe von 2 Millionen Euro.

Als Mitglied im Exzellenzcluster "Munich-Centre for Advanced Photonics" (MAP) forscht Pfeiffer an neuen Röntgen-Technologien für die biomedizinische Bildgebung. Damit wollen er und sein Team die Grundlagen legen für eine frühzeitige und zuverlässigere Diagnostik von Tumorerkrankungen im Frühstadium.

Die begehrten und hochdotierten EU-Fördermittel ermöglichen Pfeiffer, seine neuen Bildgebungsverfahren weiter zu entwickeln und sie in der biomedizinischen Forschung anzuwenden. Diese Verfahren beruhen auf dem Einsatz von Röntgenstrahlung, die in der Medizin und Biologie eine bekannte und bewährte Methode zum genauen Blick in den Körper ist.

Das funktioniert, weil Knochen und Gewebe die Strahlung unterschiedlich absorbieren. Sobald es um kleine Dichteunterschiede in einheitlich weichem Gewebe wie beispielsweise in der Mammografie oder der Gehirn-Bildgebung geht, ist der Kontrast der Bilder nicht mehr groß genug und die Methode wird ungenau. Physiker wissen längst, dass sie durch die zusätzliche Betrachtung der Phasenverschiebung der kurzwelligen Röntgenstrahlung Bilder von großer Genauigkeit erhalten. Dazu bedarf es allerdings der besonderen, so genannten brillanten Synchrotron-Röntgen-Strahlung mit ihren einzigartigen Eigenschaften, die jedoch wegen der Größe der Geräte nur an wenigen Stellen der Welt zur Verfügung steht.

Mit einigen Tricks lässt sich aber auch mit den sehr viel billigeren konventionellen Röntgenröhren eine näherungsweise "brillante" Röntgenstrahlung erzeugen. Pfeiffers bisherige Forschung hat genau dies gezeigt, nämlich, dass auch mit verbesserten konventionellen Röntgengeräten ähnlich scharfe Bilder erzeugt werden können.

Die EU-Gelder sollen nun dazu dienen, im Laufe der nächsten fünf Jahre den ersten Prototypen eines neuartigen Röntgen-CT-Scanners zu bauen und in enger Zusammenarbeit mit Ärzten in den Uni-Kliniken rechts der Isar und Grosshadern erste vorklinische Versuche durchzuführen. Mit seiner Forschungsarbeit will Pfeiffer zudem die zukünftigen klinischen Anwendungsfelder erforschen und die Zusammenarbeit mit namhaften Medizingeräteherstellern intensivieren.

"Sollte es uns tatsächlich gelingen, dieses neue Röntgenverfahren in die klinische Praxis zu überführen", argumentiert Pfeiffer, "so würde der neue Kontrastmechanismus die Biomedizinische Bildgebung mit Röntgenstrahlen mehr als hundert Jahre nach deren Entdeckung grundlegend revolutionieren." "Die größte Hoffnung", so der Ärztliche Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie im Klinikum rechts der Isar, Prof. Dr. Michael Molls, "konzentriert sich beispielsweise auf die Möglichkeit, mit diesem hochempfindlichen Verfahren Tumoren in einem sehr frühen, für eine erfolgreiche Therapie besonders günstigen Stadium zu diagnostizieren. Das würde klinisch eine deutliche Verbesserung der Therapie von Krebstumoren bedeuten."

Pfeiffer war einer von mehr als 2500 Bewerbern aus 33 europäischen Ländern um den so genannten "ERC Starting Grant", den der European Research Council (ERC) in der Europäischen Union für junge Wissenschaftler reserviert, die gerade eine eigene unabhängige Arbeitsgruppe aufbauen und eine möglichst interdisziplinäre Forschung betreiben. Die Anträge dürfen für alle Forschungsgebiete gestellt werden, aber die überwiegende Zahl der Bewerbungen stammt aus der Physik, den Ingenieur- und Lebenswissenschaften. Insgesamt stellt die EU dafür 7,5 Milliarden € für fünf Jahre zur Verfügung. Nur sechs Wissenschaftler aus Deutschland konnten diese spezielle Förderung der EU erringen; Pfeiffer ist der Einzige aus Süddeutschland.

Christine Kortenbruck | idw
Weitere Informationen:
http://www.munich-photonics.de/
http://www.physik.tu-muenchen.de/personen/professoren/pfeiffer/info.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Verleihung GreenTec Awards 2018 – Kategorie »Energie« am 24. April 2018 auf der Hannover Messe
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics