Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Galenus-von-Pergamon-Preis: Auszeichnung für Würzburg

22.10.2010
Am Donnerstagabend hat Dr. Kristina Lorenz im Rahmen einer feierlichen Gala den Galenus-von-Pergamon-Preis 2010 in der Kategorie „Grundlagenforschung“ erhalten.

Überreicht bekam die Würzburger Forscherin den international renommierten Preis von Philipp Rösler, Bundesminister für Gesundheit. Mit dem Preis würdigte die Jury die herausragende Forschungsleistung von Kristina Lorenz. Sie empfing den Preis für ihre Forschungsarbeit zur Hypertrophie Regression.

Damit konnte sie sich gegen zwei etablierte Wissenschaftler, Prof. Dr. med. Andreas Greinacher vom Universitätsklinikum Greifswald und Prof. Dr. Hiltrud Brauch vom Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie Stuttgart, durchsetzen.

Prämiert wurde die Forscherin vom Institut für Pharmakologie der Universität Würzburg für eine Veröffentlichung in Nature Medicine. Darin hatte sie den Mechanismus aufgeklärt, der krankhaftes Wachstum auslöst und zu Herzinsuffizienz führt. Sie konnte nachweisen, dass eine zusätzliche Phosphorylierung an zwei Enzymen, ERK 1 und ERK 2, es dem Komplex ermöglicht in den Zellkern zu wandern und dort relevante Wachstumsgene anzuschalten.

Da dieser Vorgang bis dato nicht klar war, blockieren existierende Wirkstoffe ERK nur sehr unspezifisch. Da das Enzym jedoch viele weitere Funktionen im Organismus übernimmt, ist der Einsatz dieser Mittel problematisch. Zu viele unerwünschte Wirkungen sind die Folge. Die Erkenntnisse von Kristina Lorenz bieten nun die Möglichkeit die Bildung des ERK-Komplexes gezielt zu verhindern. Der Vorteil: Dadurch würde zwar ein wichtiger Signalweg für die Entstehung eines krankhaften Herzwachstums unterbunden – ansonsten bleibt ERK funktionell und damit das Herz gesund. Die Entwicklung von neuen, spezifisch wirkenden Mittel ist nun möglich.

Dr. Kristina Lorenz möchte als nächsten Schritt weitere Hypertrophieformen auf ERK-Phosphorylierungen hin untersuchen. Auch inwieweit dieser Signalweg bei anderen kardiovaskulären Erkrankungen eine Rolle spielt will sie klären. Doch auch für die Onkologie könnten ihre Ergebnisse interessant sein: Die ERK-Hemmung ist wachstumshemmend und damit eine potenzielle Krebstherapie. Die Frage ist, ob die spezifischere ERK-Hemmung durch Blockade der Phosphorylierung auch Tumorwachstum hemmen kann oder nicht. Hier geht es ebenfalls um bessere Verträglichkeit, in diesem Fall der Chemotherapie.

Die Forschungsleiterin:
Dr. rer.nat. Kristina Lorenz ist Apothekerin und arbeitet als Wissenschaftlerin am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Würzburg. Die für den Galenus-Preis nominierte Forschung entstand in der Arbeitsgruppe von Professor Martin Lohse, Sprecher des Rudolf Virchow-Zentrums für experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg.

Forschungsschwerpunkt von Kristina Lorenz ist die Molekularbiologie von Herz und Blutgefäßen. Insbesondere kümmert sie sich um die molekularen Mechanismen von Herzhypertrophie und Herzinsuffizienz und hier speziell um G-Protein-vermittelte und MAP-Kinase-vermittelte Signalwege und deren Wechselwirkungen.

Der Preis:
Der Galenus-von-Pergamon-Preis wird jedes Jahr für herausragenden Forschungsleistungen in der klinischen und/oder experimentellen Pharmakologie in Deutschland verliehen. Die Auszeichnung besteht aus einer Medaille und 10.000 Euro. In der nationalen und internationalen Öffentlichkeit findet diese Auszeichnung seit vielen Jahren große Beachtung. Mit dem Preis werden herausragende Arzneimittel-Innovationen in den Kategorien Primary Care und Specialist Care sowie eine herausragende Grundlagenforschungsleistung gewürdigt.

Kristina Kessler | idw
Weitere Informationen:
http://www.galenus-von-pergamon.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie