Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Funktionsweise von Zellen auf der Spur: ERC Starting Grant für FAU-Forscherin Ana Smith

08.08.2013
Sie ist eine Wissenschaftlerin wie aus dem Bilderbuch: Jung, attraktiv, mehrfache Mutter – und außerordentlich erfolgreich.

Für ihre Forschung an Zellmembranen erhält Ana Smith, Professorin für Theoretische Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), einen der begehrtesten Preise für Nachwuchswissenschaftler: einen ERC Starting Grant.

Damit stehen der gebürtigen Kroatin 1,5 Millionen zur Verfügung, um ihre wissenschaftliche Arbeit weiter voran zu bringen: Im Projekt „MembranesAct“ untersucht sie die Funktionsweise von Biomembranen in lebenden Zellen an der Schnittstelle von Physik, Biologie und Materialwissenschaft.

In der Medizin sind biologische Membranen von immenser Bedeutung. Etwa die Hälfte aller derzeit zugelassenen Medikamente können nur wirken, wenn die Biomembran ihre Rolle in der Zelle zuverlässig erfüllt – den selektiven Transport von Molekülen oder die Übertragung von Signalen zwischen den Zellen. Biologische Membranen begrenzen eine Zelle nach außen und dienen innerhalb der Zelle auch als Trennschichten zwischen verschiedenen Bereichen. Die dünnen Schichten sind mit Proteinen besetzt.

Um eine biologische Funktion zu erfüllen, wandern Proteine aus verschiedenen Zellabschnitten zu einer bestimmten Stelle, an der eine Aktivität ausgeführt werden soll, und schließen sich dort zu größeren Aggregaten zusammen. „Allerdings wissen wir Forscher noch viel zu wenig darüber, welche Mechanismen dem Transport der Proteine zugrunde liegen – und wie die Proteine am Zielort dann so komplexe Strukturen bilden können“, erklärt Preisträgerin Smith die Herausforderung.

Im Rahmen von MembranesAct will sie die (bio-)physikalischen Gesetzmäßigkeiten hinter diesen Vorgängen in der Zelle ausfindig machen und daraus eine Theorie entwickeln, die mit Kooperationspartnern getestet werden soll. In einem ersten Schritt an biomimetischen Membranen, also der Natur nachempfundenen, künstlich hergestellten Membranen als vereinfachtem Modellsystem. Im zweiten Schritt folgt der Test in der lebenden Zelle. „Für die Zellbiologie werden, so hoffe ich, unsere Ergebnisse von grundlegender Bedeutung sein“, erklärt die Nachwuchsforscherin. Die 1,5 Millionen Euro investiert sie vor allem in Stellen für junge Nachwuchswissenschaftler – mit dem Ziel, ein interdisziplinäres Team aufzubauen.

Ana Smiths Forschungskarriere begann an der Universität in Zagreb, wo sie im Juni 2001 ihr Physikstudium abschloss. An der TU München, an der sie anschließend promovierte, spezialisierte sie sich auf die Theorie von Zellprozessen. Ihr Weg führte sie dann über die Universität von Sydney, die FAU – wo sie einen kurzen Postdoc-Aufenthalt absolvierte - und eine Position als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Stuttgart im Oktober 2009 zurück nach Erlangen, wo sie im Exzellenzcluster Engineering of Advanced Materials eine Professur übernahm. Ein Umfeld, in dem die vielseitige Wissenschaftlerin – die neben der kroatischen auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt – sich besonders wohlfühlt: Dort arbeiten Forscherinnen und Forscher verschiedener Nationalitäten und aus neun Disziplinen der Natur- und Ingenieurwissenschaften – Physik, Chemie, Mathematik, Werkstoffwissenschaften, Chemie-und Bioingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik – und der Medizin eng zusammen.

Der ERC Starting Grant kommt für Ana Smith nicht ganz von ungefähr: Bereits im Jahr 2011 erhielt sie den vom Cluster intern ausgelobten EAM Starting Grant, der – dotiert mit 100.000 Euro – Nachwuchswissenschaftler ganz gezielt darin unterstützen soll, aussichtsreiche Bewerber für den ERC Starting Grant zu werden. Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) fördert mit den begehrten „Starting Independent Researcher Grants vielversprechende junge Forscherpersönlichkeiten, die so die Chance erhalten sollen, eigene Forschergruppen auszubauen und Forschungsprojekte mit hohem Innovationspotenzial voranzutreiben.

Für Ana Smith ging die Rechnung auf. Kann sich eine junge Wissenschaftlerin ein größeres Glück vorstellen? Ja, meint die Preisträgerin: Sie erwartet demnächst ihr drittes Kind.

Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Ana Smith
09131/85-20842
smith@physik.uni-erlangen.de

Blandina Mangelkramer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie