Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fürst Donnersmarck-Stiftung verleiht zum zweiten Mal weltweit einmaligen Forschungspreis für neurologische Rehabilitation

11.11.2009
Für herausragende Arbeiten im Bereich der neurologischen Rehabilitation zeichnete die Fürst Donnersmarck-Stiftung Dr. Susanne Trauzettel-Klosinski, Professorin am Universitätsklinikum Tübingen, und Dr. Gereon R. Fink, Universitätsprofessor an der Uniklinik Köln, mit ihrem Forschungspreis zum Thema „Nachklinische Rehabilitation von Menschen mit Hirnschädigungen“ aus.

Der mit 30.000 Euro dotierte Preis ist der erste weltweite Preis, der sich der neurologischen Rehabilitation widmet. Jeder Preisträger erhält je 15.000 Euro für seine wissenschaftliche Arbeit.

Weitere sechs Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhielten eine Belobigung für ihre überzeugenden Arbeiten. Weltweit hatten zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Wissenschaftlerteams unter anderem aus den USA ihre Arbeiten eingereicht.

Jährlich erleiden bundesweit rund 270.000 Menschen schwere Schädel-Hirn-Verletzungen auf Grund von Unfällen, Infarkten und Schlaganfällen, allein in Berlin sind es etwa 11.000 Menschen. Zunehmend sind auch junge Menschen ab dem 30. Lebensjahr betroffen. Schlaganfälle sind eine der häufigsten Ursachen von Berufs- und Erwerbsunfähigkeit. Damit die Betroffenen wieder ein möglichst selbstständiges Leben führen können, hat die Fürst Donnersmarck-Stiftung den Forschungspreis ausgelobt. Mit dem Preis fördert sie die Entwicklung wirkungsvoller Therapien.
Das Kuratorium der Fürst Donnersmarck-Stiftung, vertreten durch den Kuratoriumsvorsitzenden Guidotto Fürst von Donnersmarck, sowie den Jury-Vorsitzenden Prof. Dr. Dr. Paul Walter Schönle und Jury-Mitglied Prof.
Dr. Karl Wegscheider, ehrten bei dem Festakt die beiden Wissenschaftler.
Prof. Dr. med. Susanne Trauzettel-Klosinski hat sich intensiv mit der Post-Akuten Neurorehabilitation für Menschen mit Halbseitenblindheit nach erworbener Hirnschädigung auseinander gesetzt – 20 bis 30% der Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen sind visuell beeinträchtigt.

Trautzettel-Klosinskis Arbeit zeigt, dass bei Betroffenen, die an einem halbseitigen Gesichtsfeldausfall beider Augen und dadurch unter starken Orientierungsstörungen und eingeschränkter Mobilität leiden, durch kompensatorisches, die raschen Augenbewegungen begünstigendes Training eine erhebliche Verbesserung des Sichtfeldes zu messen ist. Die Ergebnisse sollen zur Etablierung einer evidenz-basierten Seh-Neurorehabilitation nach erworbenen Hirnschädigungen beitragen und so den Betroffenen eine erhöhte Lebensqualität und den Wiedereinstieg in das Alltags- und Berufsleben ermöglichen. Prof. Schönle betonte: „Die Arbeit ist auf hohem methodischem Niveau und von unmittelbarer praktischer Bedeutung, sie trifft den Kern der Ausschreibung.“

Univ.-Prof. Gereon Fink erforscht die Modulation von neuralen Netzwerken zur Funktionsverbesserung schlaganfallbedingter Defizite wie Halbseitenlähmungen durch transkranielle Magnetstimulation (TMS) oder transkranielle Gleichstromstimulation (TDCS). Mithilfe starker Magnetfelder können Bereiche des Gehirns sowohl stimuliert als auch gehemmt werden. Dies führt im Gehirn zur Auslösung von Aktionspotenzialen. Fink zeigt, dass diese Art der Stimulation zu einer Funktionsverbesserung bei den Betroffenen führt. Der Laudator Prof. Wegscheider hob hervor: „Gereon Fink und seine Arbeitsgruppe werden für die überragenden wissenschaftlichen Leistungen zur Verbesserung von beeinträchtigten Hirnfunktionen durch Verhaltenstraining, medikamentöse Stimulierung oder technische Ansätze ausgezeichnet. Die Arbeiten schlagen die Brücke von der Grundlagenforschung zur klinischen Anwendung und haben hohe rehabilitative Relevanz für eine Vielzahl von Patienten, die im Alltag und Beruf an den Folgen ihrer neurologischen Erkrankungen leiden.“

Aktuelle Forschungsergebnisse fließen in die Arbeit des P.A.N. Zentrums für Post-Akute Neurorehabilitation im Fürst Donnersmarck-Haus ein. Das Zentrum wurde vor rund einem Jahr von der Fürst Donnersmarck-Stiftung aus der jahrelangen Arbeit mit Schädelhirn-Traumatisierten Klienten weiterentwickelt. Hier finden Menschen mit erworbenen Schädel-Hirn-Verletzungen die besten Bedingungen auf ihrem Weg zurück in den Alltag.

Hintergrund:
Ziel und Zweck der 1916 gegründeten Fürst Donnersmarck-Stiftung ist die Rehabilitation von Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen. In der Stiftung und ihren Tochtergesellschaften arbeiten 600 Mitarbeiter in den Arbeitsfeldern Rehabilitation, Bildung und Tourismus. Die Stiftung versteht sich als Partner von Menschen mit Behinderung in deren Bestreben um gesellschaftliche Teilhabe.

Kontakt:
Thomas Golka
Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin
Dalandweg 19
12167 Berlin
T.: 030-769 700 27
M.: 0172-308 88 71
Golka.fdst@fdst.de

Susanne Moritz | neues handeln GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fdst.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe

06.12.2016 | Geowissenschaften

Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate

06.12.2016 | Materialwissenschaften