Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

05.12.2016

Ein Konsortium aus 12 Forschungsinstitutionen unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut WKI forscht interdisziplinär an ganzheitlichen Lösungen, um den Einsatz von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen signifikant zu steigern. Das vom BMEL geförderte Projekt startet am 1.12.2016 mit einer Laufzeit von drei Jahren.

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen entlasten die Umwelt, indem sie Ressourcen schonen, und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Minderung von CO2-Emissionen. Um Herstellern, Planern und Verarbeitern dieser Dämmstoffe die Anwendbarkeit zu erleichtern, ermitteln die Forscher im Rahmen des Verbundprojekts Materialkennwerte, die z. B. aufwändige Bauteilprüfungen im Schall- und Brandschutz reduzieren.


© Foto Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Probekörper aus Naturfaserdämmstoffen.

Darüber hinaus wollen die Beteiligten echte Anwendungshemmnisse ausräumen. Dies betrifft beispielsweise Normen und andere baurechtliche Vorschriften, die in Zeiten entstanden, in denen es kaum Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gab. Daher ist ein weiteres Ziel die Entwicklung von Messverfahren, die die spezifischen Eigenschaften von Dämmstoffen aus NawaRo besser berücksichtigen. Um den Zusatznutzen der Dämmstoffe zu demonstrieren, nehmen die Projektbeteiligten auch Nachhaltigkeitsbewertungen vor.

Die sechs Arbeitsbereiche des Projekts »Brandschutz und Glimmverhalten«, »Schallschutz«, »Wärmeschutz«, »Nachhaltigkeitsanalysen«, »Feuchteschutz« und »Emissionen« führen erstmal zu einer ganzheitlichen Betrachtung des Themas.

Im Arbeitsbereich Brandschutz erarbeiten die Forscher Parameter zur Berechnung der Feuerwiderstandsdauer bei Konstruktionen mit Dämmstoffen aus NawaRo, ein »B1-Äquivalent« bei Wärmedämmverbundsystemen sowie einen Brandschutzleitfaden für die Gebäudeklassen 4 und 5. Als eigenständige Materialeigenschaft dieser Dämmstoffe untersuchen sie auch das Glimmverhalten. Um das schalltechnische Verhalten von Bauteilen zu beurteilen, ggf. auch rechnerisch zu ermitteln, erarbeiten die Wissenschaftler im Arbeitsbereich Schallschutz entsprechende Primärdaten und Parameter.

Im Arbeitsbereich Wärmeschutz untersuchen die Projektpartner die feuchteabhängige Wärmeleitfähigkeit und prüfen Möglichkeiten, diese zu verringern. Bewertungen der Nachhaltigkeit stellen den positiven Zusatznutzen der Dämmstoffe quantifizierbar dar. Im Arbeitsbereich Feuchteschutz erarbeiten die Forscher Methoden, wie Schimmelresistenz material- und anwendungsgerecht untersucht werden kann.

Die Projektpartner zeigen im Arbeitsbereich Emissionen, welche Risiken es im Hinblick auf Emissionen gesundheitsbeeinträchtigender oder geruchlich relevanter Stoffe gibt und wie diese ggf. minimiert werden können. Darüber hinaus prüfen sie auch, inwieweit Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen einen Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffkonzentration in der Raumluft leisten können.

Am Forschungsverbund beteiligt sind neben dem Fraunhofer WKI folgende Institutionen: Institut für Holztechnologie Dresden gGmbh, Hochschule Rosenheim (Fakultät für Angewandte Natur- und Geisteswissenschaften), Technische Universität Braunschweig (Institut für Baustoffe, Massivbau und Brandschutz, Fachgebiet Brandschutz), Hochschule Magdeburg-Stendal, Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V., Papiertechnische Stiftung, Johann Heinrich von Thünen-Institut (Thünen-Institut für Holzforschung), Universität Stuttgart (Lehrstuhl für Bauphysik, Abteilung Ganzheitliche Bilanzierung), Technische Universität Dresden, Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen. Die Forschungsinstitute arbeiten im Projekt mit zahlreichen namhaften Unternehmen und Verbänden zusammen.

Die Gesamtfördersumme des Verbundprojekts beläuft sich auf über 4 Millionen Euro bei einer Laufzeit von drei Jahren. Gefördert wird es im Rahmen des Förderschwerpunkts »Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen« im Förderbereich »Stoffliche Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen« des Förderprogramms »Nachwachsende Rohstoffe« des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).

Weitere Informationen:

https://www.wki.fraunhofer.de/de/presse-medien/pi_forschungsverbund-daemmstoffe-...

Dipl.-Dok. (FH) Simone Peist | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Berührungslose Ladesysteme
16.11.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Studenten nehmen mit Frühwarnsystem für Geisterfahrer an internationalem Wettbewerb in Peking teil
15.11.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Anwender-Workshops „Laserbearbeitung von Faserverbundwerkstoffen“

20.11.2017 | Seminare Workshops

Hand aufs Herz - was wissen wir über herzgesunde Lebensmittel?

20.11.2017 | Unternehmensmeldung

Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

20.11.2017 | Materialwissenschaften