Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer IOSB mit Manufacturing IT Award ausgezeichnet

17.11.2010
Ein Team des Fraunhofer IOSB wurde jetzt von der World Trade Group mit dem Manufacturing IT Award ausgezeichnet. Mit dem Leitsystem Provis.Agent und der zugehörigen Visualisierung für die Automobilindustrie setzten sich die Karlsruher Software-Spezialisten an die Spitze der internationalen Kandidatenliste.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der EMS European Manufacturing Strategies Summit 2010 statt. Die World Trade Group ist führender Anbieter von Konferenzen, Tagungen und weiteren Angeboten in Europa und den USA mit engen Verbindungen zum MIT in Boston und den internationalen Marktforschungsunternehmen IDC und AMR Research.

Die Abteilung Leitsysteme des Fraunhofer IOSB erhält die Auszeichnung für ein Projekt in einem Presswerk der Daimler AG. Dort hat das Team eine Integrationsplattform installiert, mit der das komplette Presswerk auf einen Blick visualisiert wird.

In einem Presswerk werden Blechteile für die Außenhaut von Autos hergestellt – aus angelieferten Blechrollen, sog. Coils, werden Platinen geschnitten, die dann anschließend auf Großraumpressen zu den Blechteilen tiefgezogen werden, z. B. zu Türen, Motorhauben oder Heckklappen. Der im Prozess anfallende Verschnitt wird auf automatisierten Schrottbändern abtransportiert und in automatischen Pressen zu Schrottwürfeln gepresst, die dann im Stahlwerk recycelt werden. Presswerke sind hochkomplexe und automatisierte Produktionssysteme, in denen eine Vielzahl produktionsnaher IT-Systeme im Einsatz ist.

Hauptziel des Projekts war es, im Presswerk eine zentrale Leitwarte einzuführen, in der der Gesamtprozess von der Platinenfertigung über den Pressprozess bis zur Schrottentsorgung auf einen Blick dargestellt und bedient wird. Das IOSB-Team hatte also die Aufgabe, die Informationen aus den einzelnen IT-Systemen in einer zentralen Visualisierung sinnvoll zusammenzufassen und verfügbar zu machen. Die bestehende Software-Landschaft sollte weitestgehend belassen werden; Daten aus den einzelnen Systemen mussten für eine übergeordnete Visualisierung sinnvoll verknüpft werden.

Über die technische Realisierung hinaus erfordert die sinnvolle Nutzung einer zentralen Produktionsleitwarte Mitarbeiter, die durch Systemunterstützung in die Lage versetzt werden, den Gesamtprozess zu überblicken, Auswirkungen von Störungen richtig zu beurteilen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Dies ist die wesentliche Aufgabe der neuen Integrationsplattform.

Gemeinsam mit den planenden Mitarbeitern des Presswerks spezifizierte das IOSB die o.g. Integrationsplattform und realisierte sie schließlich auf Basis des Leitsystems ProVis.Agent in enger Zusammenarbeit mit den Anlagenherstellern, diversen IT-Lieferanten und dem Hersteller der Wartenausrüstung. Dabei stellte das IOSB die Integrationsplattform nicht nur bereit, sondern übernahm die komplette Projektierung der zentralen Visualisierung im Sinne eines Systemintegrators.

Allerdings werden nicht nur Prozessführungsbilder zur Bedienung und Beobachtung der Anlagen angezeigt, sondern auch bewegte Videobilder von mehr als 60 Kameras, die vor allem die hochgradig automatisierte Schrottentsorgung überwachen. Über einfache Dialoge können die Bilder von bis zu 8 Kameras wahlfrei auf den Großbildschirmen dargestellt werden.

Die neue Leitwarte wurde schließlich an einem zentralen Platz in einer der beiden Werkshallen des Presswerks realisiert. Im Falle von plötzlich auftretenden Fehlern oder Störungen können die Mitarbeiter dort nun viel schneller feststellen, an welcher Stelle der Fehler steckt und sofort entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. So werden teure Produktionsausfälle vermieden.

ProVis.Agent ist das Leitsystem zur Steuerung und Überwachung sämtlicher Produktionsanlagen der C-Klasse-Fertigung im Mercedes-Benz-Werk Bremen. In Rohbau, Lack und Montage überwacht und steuert es dort rd. 450 SPSen, 2.000 Anlagen und liefert Informationen an mehr als 1.560 Nutzer. Außerdem setzt die Daimler AG das System im Werk Wörth ein, wo die Rohbauanlagen der Nutzfahrzeuge und aktuell auch die Montage überwacht werden. Seit die Daimler AG das Werk Bremen eröffnet hat, ist das Fraunhofer IOSB der Partner für Leittechnik in Bremen.

Das Fraunhofer IOSB ist das größte Institut des Fraunhofer-Verbundes für Informations- und Kommunikationstechnik (IuK). Es verfügt mit den drei Kernkompetenzen Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung über ein durchgängiges Kompetenzspektrum, das von der Objekt- und Sensorphysik über die Bildgewinnung und -auswertung bis zum Informations- und Wissensmanagement und zur Anthropomatik reicht. Es verbindet die Welt der Signale mit der Welt der Symbole und Daten, die zum Beispiel in Leitständen einer industriellen Produktion erscheinen. Moderiert wird dieses Spektrum von der katalytisch wirkenden Kernkompetenz der Systemtechnik. Damit ist die Fähigkeit gemeint, komplexe Systeme zu analysieren, zu modellieren, zu entwerfen, zu optimieren, zu bauen, in Betrieb zu nehmen und nachhaltig erfolgreich zu betreiben.

Das IOSB konzentriert sich vornehmlich auf fünf Geschäftsfelder:
• Automatisierung
• Energie, Umwelt
• Inspektion und Sichtprüfung
• Verteidigung
• Zivile Sicherheit.
Die Fraunhofer Gesellschaft ist mit 17.000 Mitarbeitern und einem Forschungsvolumen von 1,4 Mrd. € Europas größte Forschungseinrichtung in der angewandten Forschung.

Kontakt und weitere Informationen:

Dr.-Ing. Olaf Sauer
Leitsysteme
Fraunhofer IOSB
Fraunhoferstr. 1
76131 Karlsruhe
Telefon 0721 6091-477
olaf.sauer@iosb.fraunhofer.de

Sibylle Wirth | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iosb.fraunhofer.de/lts
http://www.iosb.fraunhofer.de/servlet/is/35860/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie