Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsprojekt will deutschlandweit psychosoziale Versorgung junger Krebspatienten verbessern

22.01.2014
Mit 250.000 Euro fördert die Deutsche Krebshilfe ab Januar 2014 über einen Zeitraum von drei Jahren das Projekt „Ich bin doch noch so jung!“ am Universitätsklinikum Leipzig.

Die Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie untersucht die Lebenszufriedenheit, die Versorgungssituation und den Unterstützungsbedarf von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die an Krebs erkrankt sind. Auf Grundlage der Resultate werden Unterstützungsangebote entwickelt, die den jungen Patienten helfen sollen, die mit der Krankheit verbundenen Belastungen besser zu bewältigen.

„Deutschlandweit erkranken jährlich etwa drei bis fünf Prozent der jungen Erwachsenen an Krebs. Die Heilungschancen dieser Patienten sind zwar überdurchschnittlich gut, dennoch sind sie im Vergleich zu Gesunden ihrer Altersgruppe besonders starken Belastungen ausgesetzt“, erklärt Yve Stöbel-Richter, Professorin für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Uniklinikum Leipzig.

„Einerseits müssen die Betroffenen sich mit den körperlichen und psychosozialen Folgen der Erkrankung bzw. deren Behandlung auseinandersetzen und gleichzeitig altersspezifische Entwicklungsaufgaben wie die Reifung der Persönlichkeit, Partnerschaft, Karriere und Familiengründung bewältigen. Damit entspricht diese Gruppe weder dem typischen Patientenprofil von Erwachsenen noch dem von Kindern. Hier besteht also Handlungsbedarf, denn es gibt erst wenige Studien, in denen diese Altersgruppe untersucht wurde und diese weisen bereits darauf hin, dass die jungen Patienten einen hohen und oftmals unerfüllten Bedarf nach altersangemessener Unterstützung haben.“

Das Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Stöbel-Richter und Dr. Kristina Geue will das jetzt ändern. Es hat das Ziel zu ermitteln, wie zufrieden die Patienten mit ihrem Leben sind, wie gut sie tatsächlich versorgt werden, wo sie dringend Unterstützung benötigen und welche verschiedenen Faktoren vor, während und nach der Behandlung auf die Lebenssituation der Patienten einwirken. Dafür werden insgesamt 450 Krebspatienten zwischen 18 und 39 Jahren deutschlandweit befragt. „Wir rekrutieren sie in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kliniken, unter anderem auch über das interdisziplinär arbeitende Universitäre Krebszentrum Leipzig (Universitäres Cancer Center Leipzig, UCCL)“, erklärt Stöbel-Richter. „Die Patienten werden an zwei Zeitpunkten schriftlich und im persönlichen Gespräch befragt - mit Abschluss der medizinischen Akutbehandlung und ein Jahr später.

Dabei wird auch die psychoonkologische Versorgung in den Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen und der ambulanten Betreuung erfasst.“

Auf der Grundlage der Ergebnisse soll ein passendes psychoonkologisches Unterstützungsangebot entwickelt werden. Außerdem sind Handlungsempfehlungen für Ärzte und Therapeuten dahingehend geplant, wie sie die jungen Krebspatienten auf ihrem Weg noch besser begleiten können.

Interessierte Patienten, die an der Studie teilnehmen möchten und onkologische Einrichtungen, die weitere Informationen wünschen, wenden sich bitte an:

Annekathrin Sender
Tel.: 0341/9718804
Email: annekathrin.sender@medizin.uni-leipzig.de
Katja Leuteritz
Tel.: 0341/9715405
Email: katja.leuteritz@medizin.uni-leipzig.de
Kurzinformation zum Projekt:
Projekttitel: „Ich bin doch noch so jung! Lebenszufriedenheit, Versorgungssituation und Unterstützungsbedarf von Krebspatienten im jungen Erwachsenenalter“
Projektlaufzeit: 01.01.2014 – 31.12.2016
Projektleitung: Dr. Kristina Geue und Prof. Dr. Yve Stöbel-Richter
Institution: Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Leipzig

Universitätsklinikum Leipzig

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) blickt gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät als zweitältester deutscher Universitätsmedizin auf eine reiche Tradition zurück. Heute verfügt das Klinikum mit 1450 Betten über eine der modernsten baulichen und technischen Infrastrukturen in Europa. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät ist es mit über 6000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt Leipzig und der Region. Jährlich werden hier über 350.000 stationäre und ambulante Patienten auf höchstem medizinischen Niveau behandelt. Diese profitieren von der innovativen Forschungskraft der Wissenschaftler, indem hier neueste Erkenntnisse aus der Medizinforschung schnell und gesichert in die medizinische Praxis überführt werden.

Sandra Hasse | idw
Weitere Informationen:
http://medpsy.uniklinikum-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise