Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungspreis: Neue Therapien gegen Krebs schneller in die Klinik bringen

11.01.2011
Dr. Matthias Wölfl, Facharzt für Kinderheilkunde an der Universitäts-Kinderklinik Würzburg, gehört zu den Gewinnern des Translational Research Training Award 2011. Mit dieser Auszeichnung ist ein Fortbildungsprogramm verbunden, das Wölfl dabei unterstützen soll, neue Therapien schneller vom Labor in die Klinik zu bringen.

Jedes Jahr vergibt die European Hematology Association gemeinsam mit der American Association of Hematology den Translational Research Training Award. Eine international besetzte Jury sucht dafür weltweit 20 Preisträger aus. Matthias Wölfl (39) ist in diesem Jahr der einzige Kinderarzt aus einer deutschen Einrichtung.

Mit der Auszeichnung wollen die beiden Gesellschaften junge Wissenschaftler mit zukunftsweisenden Forschungsprojekten aus dem Bereich der Hämatologie fördern. Bedingung dafür ist: Die Wissenschaftler müssen an Projekten arbeiten, die dazu geeignet sind, neue Therapien zur Behandlung von Krankheiten schnell „ans Krankenbett“ zu bringen. Damit dies gelingt, erhalten die Forscher anstelle eines Preisgelds die Möglichkeit, sich im Rahmen eines einjährigen Programms in Intensivkursen mit den besonderen Aspekten und Herausforderungen dieser Art von Forschung zu beschäftigen.

Woran Matthias Wölfl forscht

Matthias Wölfl forscht in der Arbeitsgruppe von Professor Paul G. Schlegel, dem Leiter des Stammzell-Transplantationszentrums der Universitäts-Kinderklinik. Hier sucht er unter anderem nach neuen immuntherapeutischen Ansätzen für Kinder und Jugendliche mit akuten Leukämien und Lymphomen. „Unser Ziel ist es, immunologische Mechanismen des Körpers zu stärken“, erklärt Wölfl. Die Möglichkeiten einer Stammzell-Transplantation von einem gesunden Spender sollen durch dieses Projekt noch erweitert werden, um die Abwehrzellen „fit zu machen für den Kampf gegen die Tumorzellen“.

Die Therapiemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit einer solchen Erkrankung sind in den letzten Jahrzehnten sprunghaft verbessert worden. Trotzdem reichen bei einem Teil dieser Patienten die herkömmlichen Therapiemöglichkeiten, wie zum Beispiel die Chemotherapie, nicht aus, weshalb neue Therapieansätze deshalb dringend benötigt werden.

Wofür der Preis gut ist

Was die „besonderen Herausforderungen“ dieser Art von Forschung – Wissenschaftler sprechen von „translationeller Forschung“ – sind? „Die regulatorischen Hürden beispielsweise durch das Arzneimittelgesetz sind sehr hoch, wenn man eine neue Therapie in die klinische Erprobung bringen will“, sagt Wölfl. Ein kleines Team von Wissenschaftlern tue sich damit deutlich schwerer als ein großer Pharmakonzern mit Jahrzehnte langer Erfahrung. Deshalb sei die Unterstützung durch den Translational Research Training Award gerade in diesem Bereich hoch willkommen. Die bisherigen Arbeiten zu diesem Projekt waren in den vergangenen zwölf Monaten durch das 4. Benefizkonzert der Würzburger Druck- und Medienverlage erfolgreich gefördert worden.

Kontakt

Dr. Matthias Wölfl, T (0931) 201-27915, Woelfl_M@klinik.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | Uni Würzburg
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Spitzenforschung vom Nanodraht bis zur Supernova: Fünf ERC Consolidator Grants für die TU München
14.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Leibniz-Preise 2018: DFG zeichnet vier Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler aus
14.12.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik