Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungspreis gestiftet: „Bernhard Dräger Award for Advanced Treatment of Acute Respiratory Failure“

23.09.2008
Die Europäische Gesellschaft für Intensivmedizin (European Society for Intensive Care Medicine, ESICM) hat im Rahmen ihres jährlichen Kongresses erstmals den „Bernhard Dräger Award for Advanced Treatment of Acute Respiratory Failure“ verliehen.

Der mit 15.000 Euro dotierte und von Dräger gestiftete Forschungspreis ging an Dr. Hermann Heinze, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.


von links nach rechts: Dr. Daniel de Backer, Dr. Hermann Heinze, Frank Ralfs

Der Preis

Prof. Dr. V. Marco Ranieri, Präsident der ESICM und Dr. Daniel de Backer, Vorsitzender des Forschungskomitees der ESICM, übergaben den Preis gemeinsam mit Frank Ralfs, leitender Produktmanager für Beatmungsgeräte bei Dräger. Mit diesem jährlichen Preis werden Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Intensivmedizin unterstützt, die sich der fortschrittlichen Behandlung akuter respiratorischer Insuffizienz widmen. In diesem Jahr ging es um das Schwerpunktthema: Verbesserung der Beatmungstherapie durch nicht-invasive Überwachung.

Unter dem Titel: „Functional residual capacity guided alveolar recruitment strategy in patients with acute respiratory failure after cardiac surgery”1 erforscht Dr. Heinze im Verlauf des kommenden Jahres, inwieweit die Steuerung sogenannter Rekrutierungs-Manöver2 durch Messung des Lungenvolumens dazu beitragen kann, Beatmung effektiver und schonender zu gestalten. Die bettseitige Messung des Lungenvolumens, der so genannten Funktionellen Residualkapazität (FRC), ist erst seit kurzer Zeit ohne großen Aufwand überhaupt möglich. Durch die Überwachung der FRC sollen die Rekrutierungsmanöver zielgenauer ausgeführt werden. Zum Einsatz kommt dabei auch die elektrische Impedanztomographie (EIT). Sie ermöglicht erstmals eine kontinuierliche, strahlungsfreie und räumliche Darstellung der Lungenbelüftung. Ferner soll durch die Analyse von Entzündungs-Mediatoren im Blut nachgewiesen werden, dass die angewendeten Beatmungsmanöver eine schonende Therapie gewährleisten. Denn: Entzündungsreaktionen in der Lunge und im restlichen Körper sind eine verbreitete Nebenwirkung der Beatmung und möglicherweise eine der Hauptursachen für die hohe Sterblichkeit von Patienten mit akuter respiratorischer Insuffizienz.

Der Preisträger

Der 36-jährige Preisträger Dr. Hermann Heinze arbeitet an der Klinik für Anästhesiologie der Universität zu Lübeck (Leitung Prof. Dr. P. Schmucker). Gemeinsam mit Privatdozent Dr. Wolfgang Eichler wird er das Forschungsprojekt im kommenden Jahr realisieren. Das Wissenschaftskomitee der ESICM wählte dieses Forschungsprojekt aus, weil es „vielversprechende, nicht-invasive Verfahren der Beatmungsüberwachung untersucht, die das Potential haben, einen wichtigen Beitrag zur lungenprotektiven Beatmung zu leisten“, so Daniel de Backer, Vorsitzender des Forschungskomitees der ESICM.

Namensgebung des Preises

Dr. Ing. h.c. Bernhard Dräger (1870 – 1928), Sohn des Firmengründers Heinrich Dräger, ist Namensgeber des Preises. In nur 28 Jahren wurden ihm und seinem Vater neben 261 deutschen und 443 Auslandspatenten auch 912 Mal Gebrauchsmusterschutz gewährt. Bernhard Drägers Credo lautete: „Das Erfinden ist die Tätigkeit der Phantasie, Neues zu gestalten“. Der Wissenschaft widmete sich der Erfinder ebenfalls. 1893 ging er für zwei Gastsemester an die Technische Hochschule in Berlin, um Kinematik, Maschinen-Elementkunde, Werkzeugkunde und Philosophie zu studieren. Sich dem Neuen widmen zu können und zu gestalten, dabei soll dieser Preis die „Erfinder“ von heute unterstützen.

Über Dräger:

Die Drägerwerk AG & Co. KGaA ist ein international führender Konzern der Medizin- und Sicherheitstechnik: Dräger-Produkte schützen, unterstützen und retten Leben. 1889 gegründet, erzielte der Technologiekonzern im Jahre 2007 weltweit einen Umsatz von 1.819,5 Mio. Euro und ein EBIT von 151,9 Mio. Euro. Heute beschäftigt der Lübecker Konzern rund 10.000 Mitarbeiter in mehr als 70 Vertriebs- und Servicegesellschaften weltweit und ist in rund 190 Ländern vertreten. Der Unternehmensbereich Medizintechnik bietet Produkte, Dienstleistungen und integrierte Systemlösungen an. Diese begleiten Patienten von der Notfallmedizin, über den perioperativen Bereich, die Intensiv- oder Perinatalmedizin bis hin zur Heimbeatmung.

1 Die Steuerung der alveolären Rekrutierungsstrategie anhand der funktionellen Residualkapazität bei herzchirurgischen Patienten mit Lungenversagen

2 Es handelt sich hierbei um ein Manöver zum wiedereröffnen zusammengefallenen Lungengewebes

Fachpressekontakt:
Birgit Diekmann
Tel.: +49 451 882 1215
E-Mail: birgit.diekmann@draeger.com

Birgit Diekmann | Drägerwerk
Weitere Informationen:
http://www.draeger.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics