Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung zur Stammzelltherapie nach Herzinfarkt: Auszeichnung für Ulmer Kardiologen

09.04.2010
Prof. Dr. Jochen Wöhrle, Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin II, erhält den Karl-Ludwig-Neuhaus-Forschungspreis für seine wissenschaftliche Arbeit über Stammzelltherapien nach Herzinfarkt. Der Preis wird heute Abend bei der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. in Mannheim verliehen.

In einer qualitativ hochwertigen Studie überprüfte der Ulmer Kardiologe, ob die Gabe von Stammzellen über einen Herzkatheter in das vom Herzinfarkt betroffene Gefäß die Regeneration des durch den Infarkt geschädigten Gewebes fördert. Bei einem Infarkt verschließt sich ein Herzkranzgefäß, der Herzmuskel wird nicht mehr richtig durchblutet und dadurch geschädigt, so dass das Herz oft nicht mehr seine volle Pumpleistung erbringen kann. "Bis heute ist die Stammzelltherapie keine Standardtherapie", erläutert Professor Wöhrle. "Das Prinzip erscheint vielversprechend, aber Behandlungserfolge sind bisher nicht eindeutig und wissenschaftlich weiter in der Diskussion."

Die Studie wurde in der Klinik für Innere Medizin II (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Wolfgang Rottbauer) in Kooperation mit dem Institut für Transfusionsmedizin und dem Institut für klinische Transfusionsmedizin und Immunogenetik (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Hubert Schrezenmeier) durchgeführt.

Die Bedeutung der Ulmer Studie liegt vor allem in ihrer Qualität, denn nur durch genaueste Bewertung lassen sich wissenschaftliche Fragen dauerhaft klären. "Wir haben in unsere Studie Patienten mit großen Herzinfarkten eingeschlossen, eine hohe Zahl von Stammzellen zu genau definierten Zeiten nach dem Herzinfarkt gegeben. Mithilfe unserer hochwertigen Bildgebung durch unser Kardio-MRT (Magnetresonanztomographie) konnten wir die Entwicklung am Herzen engmaschig und sehr genau verfolgen", erklärt der Preisträger. Die Zuordnung der Patienten zur Therapie- oder Placebogruppe erfolgte durch ein externes Institut nach dem Zufallsprinzip (randomisiert, Placebo-kontrolliert). Das Prinzip der Doppelblindheit gewährleistete, dass weder Patienten noch Ärzte in der Auswertungsphase wussten, welcher Patient welcher Gruppe zugeordnet war.

Die ausgezeichnete Studie, die in der Fachzeitschrift The American Journal of Cardiology im März veröffentlicht wurde, zeigte keine Hinweise auf eine Verbesserung der Herzfunktionen durch die Stammzelltherapie. "Für ein relativ junges Forschungsgebiet ist dies angesichts der hohen Qualität der Studie ein wichtiges Ergebnis", erklärt Professor Wöhrle. "Es zeigt uns, dass wir an den verwendeten Stammzellen arbeiten müssen, um sie zur Standardtherapie weiter zu entwickeln."

Der mit 10.000 Euro dotierte Karl-Ludwig-Neuhaus-Forschungspreis wird seit 2002 von der Arbeitsgemeinschaft Leitende Kardiologische Krankenhausärzte e.V. (ALKK) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DKG) für herausragende Forschungen auf dem Gebiet des Herzinfarktes verliehen. Er ist benannt nach dem langjährigen Forschungskoordinator und Präsidenten der ALKK.

Mit freundlichen Grüßen,
Petra Schultze
Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de
http://www.uniklinik-ulm.de/innere2
http://www.dgk.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

IVAM-Produktmarkt „High-tech for Medical Devices“ auf der COMPAMED 2017

18.10.2017 | Messenachrichten