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Forschung Prostatakrebs: Welche Rolle spielen IGF-Proteine?

04.02.2011
Forschungsförderung aus Südtirol für Medizinische Universität Innsbruck

Im Rahmen der ersten Wettbewerbsausschreibung für Projekte im Bereich der wissenschaftlichen Forschung der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol wird auch ein Projekt der Medizinischen Universität Innsbruck im Ausmaß eines FWF-Einzelprojektes gefördert: Dr. Petra Massoner von der Abteilung für Experimentelle Urologie der Universitätsklinik für Urologie erforscht die Rolle der komplexen „Insulin-Like Growth Factor“ (IGF) Proteinfamilie und die Bedeutung der Interaktion ihrer 13 Faktoren, um daraus Informationen für neue Therapien abzuleiten. Sie arbeitet mit der Max Planck Gesellschaft Berlin, mit der Sektion für Bioinformatik (UMIT) sowie mit der Sektion für Genetische Epidemiologie (Medizinische Universität Innsbruck) zusammen.

IGFBP3 ist ein Faktor der komplexen IGF Proteinfamilie, die in dem Forschungsprojekt untersucht wird. Auf diesen Bildern wird gezeigt, dass IGFBP3 in der Prostata vorkommt. Man nimmt an, dass die IGF Familie eine Rolle bei der Entstehung und Progression von Prostatakrebs spielt. Wie genau die IGF Familie in die biologischen Vorgänge eingreift, die zu Prostatakrebs führen, ist jedoch noch nicht bekannt.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern in Europa. Jeder zehnte Mann erkrankt im Laufe seines Lebens an Prostatakrebs, wobei mehr als ein Viertel der Betroffenen an den Folgen der Krankheit stirbt. In einer großen Zahl experimenteller Arbeiten und epidemiologische Studien wurde gezeigt, dass IGF Wachstumsfaktoren („Insulin-Like Growth Factor“) die Entstehung und Progression von Prostatakrebs entscheidend beeinflussen. IGF-Proteine kommen im ganzen Körper auf natürliche Weise vor und können das Wachstum und die Teilung von Zellen steuern.

Das aktuelle Forschungsprojekt von Dr. Petra Massoner, Abteilung für experimentelle Urologie an der Universitätsklinik für Urologie Innsbruck befasst sich mit dieser komplexen „Insulin-Like Growth Factor“ (IGF) Proteinfamilie: „Wir möchten verstehen, wie der Krebs entsteht, sich weiterentwickelt und metastasiert, um daraus effektive Therapien abzuleiten.“ Die Grundlagenforschung wird unter Verwendung neuester Technologien betrieben.

Schlüsselfaktoren für Entstehung und Progression von Prostatakrebs

„Aufgrund anderer Forschungsergebnisse ist bekannt, dass die IGF-Familie eine Rolle bei der Krebserkrankung spielt, wir möchten nun erforschen, welches die genauen Zusammenhänge sind“, so die Biologin. Die sehr komplexe IGF Proteinfamilie besteht aus 13 Faktoren, welche miteinander interagieren und sich gegenseitig beeinflussen. Aufgrund dieser Komplexität konnten bisherige Studien nur einzelne IGF Faktoren untersuchen. Die komplexe IGF Proteinfamilie und deren Interaktionen wurden vernachlässigt. „Mit unserem neuen Untersuchungsansatz und durch die Verwendung modernster Technologien aus dem Feld der Systembiologie werden wir erstmals die Interaktionen der gesamten IGF Proteinfamilie untersuchen können“, führt Dr. Massoner aus. „Dazu möchten wir systembiologische Modellsysteme verwenden, welche von unseren Kooperationspartnern am Max Planck Institut für molekulare Genetik in Berlin entwickelt wurden.“ Ziel der Studie ist es, jene IGF Schlüsselfaktoren zu identifizieren, welche die Entstehung und Progression von Prostatakrebs beeinflussen. Diese Schlüsselfaktoren stellen wichtige Ziele für therapeutische Interventionen beim Prostatakarzinom dar.

Hohe Forschungsförderung aus Südtirol für Drei-Jahres-Projekt

Dr. Petra Massoner stammt aus Südtirol und war bei der Einreichung des interdisziplinären Forschungsprojekts beim Wettbewerb der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol erfolgreich – das Projekt unter der Leitung der Südtirolerin gehört zu den 40 ausgewählten. Dr. Massoner erhält für ihr Forschungsprojekt eine Unterstützung im Ausmaß eines FWF-Einzelprojekts (Wissenschaftsfonds). Die Abteilung Bildungsförderung, Universität und Forschung der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol widmet sich der Unterstützung von Grundlagen- und angewandter Forschung. Beim ersten Wettbewerb für Projekte im Bereich der wissenschaftlichen Forschung. wurden 2009 Projekte eingereicht, nun sind aus den über 100 Einreichungen 40 für die Förderung im Gesamtausmaß von 5,8 Millionen Euro ausgewählt. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Forschungskompetenz in Südtirol zu fördern.

FAKTEN

Projektlaufzeit: 3 Jahre

Kooperationspartner:

1) Ralf Herwig und Hans Lehrach, Institut für Molekulare Genetik, Department für Vertebratengenomik, Max Planck Gesellschaft, Berlin, Deutschland.

2) Karl Kugler, Sektion für Bioinformatik, Institut für biomedizinische Wissenschaften und Technik, Private Universität für Gesundheitswissenschaften, medizinische Informatik und Technik (UMIT), Hall in Tirol.

3) Anita Kloss-Brandstätter und Florian Kronenberg, Sektion für Genetische Epidemiologie, Institut für Medizinische Genetik, Molekulare und Klinische Pharmakologie, Medizinische Universität Innsbruck.

1. Wettbewerb für Projekte im Bereich der wissenschaftlichen Forschung - Förderverträge für Forschungsprojekte Bozen

http://www.provinz.bz.it/bildungsfoerderung/forschung/1231.asp

Die Abteilung Bildungsförderung, Universität und Forschung der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol hat im Jahr 2009 den 1. Wettbewerb für Projekte im Bereich der wissenschaftlichen Forschung ausgeschrieben, in dessen Rahmen über 100 Forschungsprojekte eingereicht worden sind. Die Projektanträge wurden einem Peer-Review-Verfahren unterzogen und vom Technischen Beirat der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol begutachtet. Dieses sehr aufwändige Verfahren konnte im Herbst dieses Jahres abgeschlossen werden. Insgesamt 40 Projekte können mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln im Ausmaß von 5,8 Millionen Euro gefördert werden.

Diese Ausschreibung unterstützt die Umsetzung von Forschungsprojekten in den Bereichen der Grundlagen- und angewandten Forschung (in der Folge Forschung genannt). Die Ausschreibung verfolgt das Ziel, die Forschungskompetenz in Südtirol zu fördern.

Die Ziele der Forschung in Südtirol, welche im mehrjährigen Landesplan für Forschung und Innovation festgelegt sind, sind die Verbesserung der Leistungsfähigkeit der bestehenden Institutionen, der Aufbau und die Entwicklung von Humankapital, der Kapazitäts- und Kompetenzaufbau in der bedarfsorientierten Forschung sowie die Vernetzung der bestehenden Institutionen im Bereich der Forschung.

Originaltitel Forschungsprojekt
Dr. Petra Massoner: „The remarkable Role of the complex interacting Network of the Insulin-Like Growth Factor (IGF) Axis in Prostate Cancer Development and Progression.”, Abteilung für Experimentelle Urologie der Universitätsklinik für Urologie (Leitung von Prof. Helmut Klocker)

Für wissenschaftliche Rückfragen:
Dr. Petra Massoner
Experimentelle Urologie
Universitätsklinik für Urologie
Email: petra.massoner@i-med.ac.at
Labor für Experimentelle Urologie: http://urolab.uki.at/page.cfm?vpath=index
Universitätsklinik für Urologie: http://www.uro-innsbruck.at/
Details zur Medizinischen Universität Innsbruck
Die Medizinische Universität Innsbruck mit ihren rund 1.800 MitarbeiterInnen und ca. 2.800 Studierenden ist gemeinsam mit der Universität Innsbruck die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich und versteht sich als Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Liechtenstein. An der Medizinischen Universität Innsbruck werden drei Studienrichtungen angeboten: Humanmedizin und Zahnmedizin als Grundlage einer akademischen medizinischen Ausbildung und das PhD-Studium (Doktorat) als postgraduale Vertiefung des wissenschaftlichen Arbeitens.

Die Medizinische Universität Innsbruck ist in zahlreiche internationale Bildungs- und Forschungsprogramme sowie Netzwerke eingebunden. In der Forschung liegen die Schwerpunkte im Bereich der Molekularen Biowissenschaften (u.a. bei dem Spezialforschungsbereich „Zellproliferation und Zelltod in Tumoren“, Proteomik-Plattform), der Neurowissenschaften, der Krebsforschung sowie der molekularen und funktionellen Bildgebung. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Forschung an der Medizinischen Universität Innsbruck in der hochkompetitiven Forschungsförderung sowohl national auch international sehr erfolgreich.

Kontakt
Mag. Ulrike Delacher, MSc
Medizinische Universität Innsbruck
Öffentlichkeitsarbeit
Leitung: Mag. Amelie Döbele
Innrain 52, 6020 Innsbruck, Austria
Telefon: +43 512 9003 70082
ulrike.delacher@i-med.ac.at

Ulrike Delacher | Uni Innsbruck
Weitere Informationen:
http://www.i-med.ac.at

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