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Forschung über neues Fettzellhormon und den Zusammenhang zwischen Umwelt und Diabetes ausgezeichnet

01.12.2011
Am 30. November 2011 wurden am Deutschen Diabetes-Zentrum die Jühling-Preise und Jühling-Medaille für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Diabetesforschung verliehen.

In diesem Jahr wurden Forschungsergebnisse über die Bedeutung eines neuen Fettzellhormons und über Umwelteinflüsse bei der Entstehung des Typ 2 Diabetes ausgezeichnet. Prof. Dr. Markku Laakso hielt die Jühling-Lecture über die Rolle genetischer Faktoren beim Typ 2 Diabetes.

Univ.-Prof. Dr. Markku Laakso von der Universität Kuopio (Finnland) hielt die Jühling-Lecture 2011 und wurde mit der Jühling-Medaille ausgezeichnet. In seinem Vortrag ging Prof. Laakso auf genetisch-bedingte Faktoren ein, die einen Einfluss auf die Entstehung des Typ 2 Diabetes und der Insulinresistenz haben. Prof. Laakso koordiniert multinationale Diabetes-Studien, an denen auch das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) beteiligt ist, und identifizierte im Forschungsverbund mehrere Diabetes-Gene. Er war von 2005 bis 2010 Professor an der Akademie von Finnland und ist seit 1995 an der Universität von Kuopio.

Der weltweit anerkannte Diabetes-Forscher hat über 500 Publikationen und 90 Reviews im Bereich der Inneren Medizin veröffentlicht und ist Träger zahlreicher Auszeichnungen, u.a. des Castelli Pedroli Preises 2006 der Europäischen Gesellschaft für Diabetesforschung (European Association for the Study of Diabetes - EASD) und des Kelly West Awards 2008 der American Diabetes Association (ADA).

Die Gewinner des mit 5.000 Euro dotierten Jühling-Preises 2011 sind Dr rer. nat. Henrike Sell, stellvertretene Leiterin der Paul-Langerhans-Gruppe am DDZ sowie Prof. Dr. rer. nat. Ursula Krämer vom IUF-Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Dr. Sell erhielt die Auszeichnung für ihre Arbeiten über das neue Fettzellhormon Chemerin, die in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Peter Arner vom Karolinska Institut in Stockholm entstanden sind. Dr Sell zeigte, dass das Hormon von menschlichen Fettzellen ausgeschüttet wird und bei adipösen Probanden signifikant erhöht ist. Das Hormon könnte einen wichtigen Faktor für die Adipositas-vermittelte Insulinresistenz darstellen.

Mit der Auszeichnung von Prof. Krämer prämierte die Anna Wunderlich-Ernst Jühling-Stiftung eine gemeinsame Studie des IUF und DDZ, in der Prof. Krämer darlegte, dass starke Luftverschmutzung, insbesondere durch Straßenverkehr, das Risiko erhöht, an Typ 2 Diabetes zu erkranken.

Der mit 2.500 Euro dotierte Jühling-Doktorandenpreis 2011 ging an Dr. rer. nat. Seema Dangwal von der Medizinischen Hochschule Hannover. Dr. Dangwal promovierte 2010 unter der Leitung von Prof. Dr. Karsten Schrör an der Universität Düsseldorf mit magna cum laude. In ihrer Arbeit erforschte sie die Regulation gefäßspezifischer Thrombin-Rezeptoren bei Diabetes und zeigte, dass ein Subtyp dieses Rezeptors bei Diabetes unter Bedingungen einer Überzuckerung verstärkt gebildet wird. Dies könnte eine wichtige Rolle bei Gefäßerkrankungen spielen.

Die Auszeichnungen vergibt die Anna-Wunderlich-Ernst-Jühling-Stiftung „für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Diabetes-Forschung und zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses am Deutschen Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetesforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf“.

Dr. Olaf Spörkel | idw
Weitere Informationen:
http://www.ddz.uni-duesseldorf.de/

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