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Forschung für Nachhaltigkeit: 7 Millionen Euro für die Einrichtung von Reallaboren an Hochschulen

10.10.2014

Die Wissenschaft in Baden-Württemberg kann künftig noch kraftvoller agieren, um eine nachhaltige Entwicklung voranzubringen: Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst fördert ab 2015 mit insgesamt bis zu 7 Mio. Euro Projekte zur Einrichtung so genannter Reallabore an Hochschulen im Land.

„Lösungen für wichtige Zukunftsfragen kann die Wissenschaft heute nur noch zusammen mit der Gesellschaft erarbeiten. Mit den Reallaboren ermöglichen wir hierfür eine neue, innovative Form des Wissenstransfers“, erklärte Ministerin Bauer.

„Nachhaltige Mobilitätskultur oder nachhaltige Stadtentwicklung sind Themen, die für die gesellschaftliche Veränderung insgesamt von zentraler Bedeutung sind. Das greifen die Reallabore auf und helfen, Veränderungsprozesse im Land besser zu verstehen, mitzugestalten und in ihren Wirkungen messen zu können. Damit können sie kreative Treiber einer Entwicklungsstrategie für das ganze Land werden“.

Seit langem schon beschäftige sich die Wissenschaftspolitik mit der Frage, wie Ideen aus der Wissenschaft schnellstmöglich und effizient ihren Weg in Produkte und Verfahren von Unternehmen finden könnten. Auch für die nachhaltige Entwicklung sei es wichtig, dass umwelt- und ressourcenschonende Technologien schnell in neue Produkte eingingen.

Für mehr Nachhaltigkeit sei aber nicht nur der Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wichtig. Gehe es zum Beispiel um nachhaltige Mobilitätskonzepte oder um die nachhaltige Gestaltung von Städten, seien außer der Wirtschaft auch andere Akteure als Partner für die Wissenschaft gefragt. „Reallabore sind eine kreative Antwort hierauf“, unterstrich Bauer.

Reallabore sind ein Forum für Wissenschaftler und Akteure aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Verbänden, die im Forschungsprozess zu einem nachhaltigkeitsrelevanten Thema von Anfang an kooperieren. Erleichtert wird damit die Anschlussfähigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse für Politik und Wirtschaft; die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung wird insgesamt erhöht. Mit dem Förderprogramm nimmt Baden-Württemberg eine Pionierrolle ein, da dieser Ansatz bisher wenig verbreitet ist. Die Ausschreibung war auch bundesweit auf reges Interesse gestoßen.

Bei den jetzt geförderten Reallaboren werden praktische Fragen großgeschrieben: so ist es z. B. Ziel des Reallabors Nordschwarzwald, ökologische, soziale und ökonomische Wirkungsbeziehungen zwischen dem neu gegründeten Nationalpark und der Region Nordschwarzwald mit Blick auf eine regionale Nachhaltigkeitstransformation gemeinsam mit den betroffenen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu analysieren, zu bewerten und daraus konkrete Handlungsoptionen abzuleiten und umzusetzen.

„Weil Wissenschaft heute nicht mehr nur im abgeschlossenen Labor stattfinden kann, machen wir unsere unmittelbare Umgebung zum Labor“, sagte Ministerin Bauer.

Anlage: Übersicht über die geförderten Projekte

http://mwk.baden-wuerttemberg.de/hochschulen/wissenschaft-fuer-nachhaltigkeit/


Information für die Redaktionen:
Die Förderung des Programms „Stärkung des Beitrags der Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung“ wird aus dem Innovations- und Qualitätsfonds (IQF) bereitgestellt, der der Stärkung der Qualität und Leistungsfähigkeit der Hochschulen und der Förderung innovativer Ziele und Schwerpunkte dient. Eine erste Ausschreibungsrunde über drei Millionen Euro fand 2012 statt. Förderbeginn für die in der jetzigen Auswahl erfolgreichen Projekte ist voraussichtlich Januar 2015. Die Förderung ist auf einen Zeitraum von bis zu drei Jahren angelegt und pro Antrag auf einen Gesamtförderbetrag von 800.000 Euro begrenzt.

Über die Anträge entschieden hat eine vom Wissenschaftsministerium und den Rektorenkonferenzen eingesetzte Kommission mit externen Gutachtern. Die Reallabore werden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Zur Vernetzung der einzelnen Reallabore, auch über die Landesgrenzen hinaus, sind Konferenzen geplant, eine erste öffentliche Veranstaltung zur Vorstellung der Projekte wird es im Frühjahr 2015 geben.

Biljana Bojic | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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