Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscherteam der TUD konzipiert Haus der Zukunft

28.03.2011
„Plusenergiehaus mit E-Mobilität“ produziert mehr Strom als benötigt
2. Preis beim Planungswettbewerb der Forschungsinitiative Zukunft Bau - Konzept soll umgesetzt werden

Ein interdisziplinäres Forscherteam der Technischen Universität Dresden entwickelte ein „Plusenergiehaus mit E-Mobilität“. Das Haus produziert selbst mehr Energie, als ein 4-Personen-Haushalt auf 142 m² Wohnfläche und der Betrieb von zwei Elektroautos und einem Elektroroller (mit einer jährlichen Fahrleistung von 29.000 km) benötigen.

Zudem ist es vollständig recyclingfähig und verfolgt ein ökologisches Materialkonzept. Das Pilotprojekt gewann im Planungswettbewerb der Forschungsinitiative Zukunft Bau im Februar 2011 den zweiten Preis. Nun wird an der Umsetzung des Konzeptes gearbeitet.

Äußerlich entspricht das Haus zunächst der konventionellen Vorstellung eines Einfamilienhauses mit rechteckigem Grundriss und Satteldach. Tatsächlich aber ist das Plusenergiehaus eine äußerst innovative Konstruktion, die mit einem Energieertrag von 112% im Verhältnis zum Gesamtenergiebedarf in der Jahresbilanz nicht nur absolut autark funktioniert, sondern sogar zusätzlichen Strom ins Netz einspeisen kann. „Das Energiekonzept beruht ausschließlich auf dem Energieträger Strom sowie der Nutzung von erneuerbaren Energien in Form von Solarstrahlung, Erdwärme und Außenluft. Es werden im Haus keine fossilen Energieträger benötigt“, so der Projektverantwortliche Prof. Dr.-Ing. Clemens Felsmann vom Institut für Energietechnik der Fakultät Maschinenwesen. Der für Gebäude und Fahrzeugbetrieb erforderliche Energiebedarf wird ausschließlich über Photovoltaiksysteme zur Verfügung gestellt, die Fassade und Dach auch formal strukturieren. Das Resultat der Kombination von traditioneller Wohnform und ressourcenschonender Energiegewinnung ist eine vergrößerte und optimal nach Süden ausgerichtete Dachfläche.

Zentraler Punkt bei der Entwicklung des Hauses war es, eine weitgehende Integration der neuen Technologien zu erreichen. Hierzu äußert sich Dipl.-Ing. Reinhard Mayer, verantwortlicher Architekt des Projektes: „Wesentlich für unseren Entwurf war es, die Aspekte der Energieautarkie und der E-Mobilität als Bestandteile einer zeitgemäßen Wohnarchitektur zu begreifen und sie gestaltbildend in das architektonische Gesamtkonzept einzubinden. Die Technik sollte sich am Menschen und seinen Bedürfnissen ausrichten und nicht umgekehrt.“ Dementsprechend erfolgt die Steuerung der komplexen Gebäudetechnik beispielsweise über Touch-Screens, die eine intuitive Benutzerführung erlauben.

Von der Vermarktungsfähigkeit des Konzeptes ist das Forscherteam absolut überzeugt. Durch die modulare Bauweise kann das Plusenergiehaus an veränderte Umfeldbedingungen flexibel angepasst werden und eignet sich zur Serienfertigung. Kontakte zu Herstellern von Fertigteilhäusern und Anbietern von PV-Modulen gibt es bereits. Bei serieller Produktion würde der bisher kalkulierte Preis von 960.000 Euro zudem wesentlich kostenoptimiert werden können. Nun bedarf es nur noch der Umsetzung eines Prototyps. „Die Gewissheit, an einem zukunftsträchtigen Thema zu arbeiten, stimmt mich positiv, was die Suche nach einem geeigneten Sponsor betrifft. Die Frage nach komfortablem, aber ressourcenschonendem und energiesparendem Wohnen ist aktueller denn je. Wir befinden uns in einem Prozess globalen Umdenkens, in dem Deutschland schon jetzt eine Vorreiterrolle übernimmt. Durch massentaugliche Projekte, wie das Plusenergiehaus, könnten wissenschaftliche Planungsutopien Wirklichkeit werden“, betont Prof. Felsmann.

Projektteam:
Institut für Energietechnik/Professur für Gebäudeenergietechnik und Wärmeversorgung: Prof. Dr.-Ing. Clemens Felsmann (Projektverantwortlicher), Dipl.-Ing. Felix Panitz
Institut für Gebäudelehre und Entwerfen: Dipl.-Ing. Reinhard Mayer, Dipl.-Ing. Christoph Richter
Institut für Bauklimatik (Bauphysik): Dr.-Ing. Rudolf Plagge
Institut für Elektrische Energieversorgung und Hochspannungstechnik (Elektrische Lastgänge, Speicher): Prof. Dr.-Ing. Peter Schegner
Institut für Angewandte Informatik (Gebäudeautomation, Energiemanagement): Prof. Dr.-Ing. habil. Klaus Kabitzsch
Institut für Baubetriebswesen (Kosten, Wirtschaftlichkeit): Prof. Dr.-Ing. Rainer Schach

Professur für Betriebliche Umweltökonomie (Ökobilanzierung): Prof. Dr. Edeltraut Günther

Planungsbüros: HMX Dresden, Prof. Pfeiffer und Partner

Informationen für Journalisten:
Prof. Dr.-Ing. Clemens Felsmann, Lehrstuhlinhalber der Professur für Gebäudeenergietechnik und Wärmeversorgung, Tel. +49 351 463-32145

E-Mail: clemens.felsmann@tu-dresden.de

Birgit Berg | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/mw/iet/ew

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert für weitere drei Jahre Forschungen zu Kieselalgen
22.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Effiziente Tools für bildgebende Studien
21.03.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Impfstoffe zuverlässig inaktivieren mit Elektronenstrahlen

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Darmkrebs: Wenn die Wachstumsbremse fehlt

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Riesensalamander, Geckos und Olme – Verschwundene Artenvielfalt in Sibirien

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie