Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher aus Bonn und Mainz erhalten Erfinder-Preis

24.09.2008
Chemiker der Universität Bonn und des Max Planck Instituts für Polymerforschung in Mainz sind heute als "patente Erfinder" ausgezeichnet worden. Überreicht wurde der mit 10.000 Euro dotierte Preis von Innovationsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart.

Die Wissenschaftler haben einen Detektor entwickelt, der schon bei kleinsten Mengen des Sprengstoffs TATP Alarm schlägt. Der Wettbewerb "patente Erfinder" wird vom Innovationsministerium NRW und der Patentvermarktungs-Gesellschaft Provendis ausgerichtet. Mehr als 100 Forschergruppen nahmen in diesem Jahr teil.

Der "Sprengstoff-Schnüffler" kostet in der Herstellung nur wenige hundert Euro. Das handliche und leicht zu bedienende Gerät eignet sich beispielsweise für die Personen- und Gepäckkontrolle im Flughafen. Es schlägt schon bei geringsten Spuren von Triaceton-Triperoxid Alarm. Diese Substanz mit dem Kürzel TATP hat in Terroristenkreisen momentan Konjunktur: Sie ist fast so explosiv wie TNT und lässt sich relativ einfach aus haushaltsüblichen Chemikalien herstellen. TATP kam beispielsweise bei den verheerenden Anschlägen 2004 in Madrid und 2005 in London zum Einsatz.

Entwickelt wurde die elektronische Nase von Professor Dr. Siegfried Waldvogel, Dr. Jürgen Lörgen und Daniel Lubczyk von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn und ihren Kollegen Prof. Dr. Klaus Müllen und Dr. Roland Baur vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz. Dafür konnten sie nun aus den Händen von Innovationsminister Andreas Pinkwart den zweiten Preis im Wettbewerb "patente Erfinder" entgegen nehmen. Der erste Preis ging an ein Team der Universität Düsseldorf, auf Rang 3 kamen Wissenschaftler der RWTH Aachen.

Ein Vorteil des Geräts ist seine hohe Empfindlichkeit: Es reagiert bereits bei wenigen Milliardstel Milligramm TATP. Der Sprengstoffschnüffler macht damit sogar dem Riechorgan von Hunden Konkurrenz. "Hunde ermüden zudem nach einiger Zeit", betont Waldvogel. "Unser Gerät arbeitet dagegen ohne Probleme rund um die Uhr." Provendis betreut die Vermarktung der Schutzrechte.

Kontakt:
Professor Dr. Siegfried Waldvogel
Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-2653
E-Mail: waldvogel@uni-bonn.de
Dr. Thorsten Schaefer
PROvendis
Telefon: 0208/94-10527
E-Mail: ts@provendis.info

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Kieler Forscher koordiniert millionenschweres Verbundprojekt in der Entzündungsforschung
19.01.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ein neuer Index zur Diagnose einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Cockpit für Kühlgeräte

20.01.2017 | Energie und Elektrotechnik