Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschen für die Umwelt von morgen

21.04.2010
Die Verleihung des Sparkassenpreises belegt: am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird an einem breiten Spektrum von Umweltthemen geforscht - auch von Nachwuchswissenschaftlern.

Mit insgesamt 10.000 Euro zeichnet die Sparkassenstiftung sechs Arbeiten aus Bauingenieur- und Geowissenschaften, Maschinenbau, Wirtschaftswissenschaften, Physik und Elektrotechnik aus. Der Vorstand der Sparkasse Karlsruhe und der Präsident des KIT verleihen die Preise am Donnerstag, 29. April 2010 um 17 Uhr im Allgemeinen Verfügungsgebäude (Geb. 50.41, Adenauerring 20).

Der erste Preis ging an drei Wissenschaftler, deren Dissertationen von der Sparkassenstiftung mit jeweils 2.000 Euro ausgezeichnet wurden.

Diplom-Geoökologe Ekkehart Bethge entwickelte in seiner Dissertation ein Instrument für die wasserwirtschaftliche Planung: mit seiner Methodik kann das Risiko einer Schadstoffinfiltration aus einem zum Hochwasserschutz angelegten Rückhalteraum in das Grundwasser abgeschätzt werden. Denn diese Verlagerung von Schadstoffen kann das Grundwasser als Trinkwasserressource gefährden.

Maschinenbauingenieur Fatih Sarikoc widmete sich in seiner Doktorarbeit einer Weiterentwicklung von Motoren, mit dem Ziel einer Reduktion der Stickoxidemissionen. Sein Fokus lag dabei auf der Untersuchung der Abgasrückführung. Neben der konventionellen Abgasrückführung analysierte er das Potenzial einer geschichteten, externen Abgasrückführung: so konnte bei einer strahlgeführten Benzin-Direkteinspritzung die Stickoxidemissionen - bei nahezu konstantem Kraftstoffverbrauch - um 60 bis 65 Prozent reduziert werden.

Patrick Jochem brillierte mit einer wirtschaftswissenschaftlichen Dissertation: Zertifikatehandel, der die Mineralölhändler in die Verantwortung nimmt, kann die Anreize zur Emissionsminderung des Hauptverursachers im Verkehrssektor, des Straßenverkehrs, erhöhen. Um die Auswirkungen des Zertifikatehandels auf Haushalte und Speditionen abschätzen zu können, entwickelte Jochem ein in einer Java-Umgebung implementiertes Simulationsmodell. Die Modellergebnisse führen zur Empfehlung eines sektorübergreifenden Handelssystems, indem der sein Verhalten nicht anpassende, individuelle Verkehrsteilnehmer durch einen erhöhten Kraftstoffpreis die CO2-Minderung in anderen Sektoren bezahlt.

1.500 Euro erhielten der Meteorologe Max Bangert und der Bauingenieur Michael Schlick für ihre Diplomarbeit.

Bangerts Arbeit liefert einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Auswirkungen von Emissionen auf das tägliche Wettergeschehen und bei der Abschätzung des Aerosolbeitrages zum Klimawandel. Simulationen für Südwestdeutschland zeigen den Einfluss der Aerosolpartikel auf den regionalen Niederschlag: durch eine erhöhte Anzahl der Partikeln kommt es zu einer Abschwächung, wenn nicht sogar zu einer Unterdrückung leichter Niederschlagsereignisse sowie zur Veränderung des Wassergehaltes der Wolken.

Schlick gibt in seiner Diplomarbeit Planern oder Investoren mit speziell entwickelten Gleichungen Instrumente für eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsanalyse zu erstellender Biogasanlagen an die Hand. So können Vorgaben für die Anlagenhersteller präzisiert und verschiedene Angebote besser verglichen werden.

Drei Studierende aus der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik wurden zudem mit einem mit insgesamt 1.000 Euro dotierten Anerkennungspreis gewürdigt: Michael Allgeier, Hatem Bouferguine und Philip Schumann entwickelten im Rahmen ihrer Studienarbeiten als Gruppe erfolgreich den "Low Power Wind Turbines Energy Maximiser", der die aus dem Generator einer kleinen Windturbine stammende Energie möglichst effizient für das Laden einer 12V-Batterie nutzen soll - wobei ein kleines Volumen, niedriges Gewicht und geringe Kosten Bedingung waren. Diese robuste und alltagstaugliche Kombination ist für die unabhängige Stromversorgung von Wohnmobilen, kleinen Häusern oder Anlagen ohne Stromanschluss geeignet, reduziert Treibhausgase und hilft Schwermetalle in Batterien zu vermeiden.

Den Umweltpreis vergibt die Sparkassenstiftung schon seit 1989 - also seit einer Zeit, in der Umweltforschung noch nicht so stark wie heute ins öffentliche Bewusstsein gedrungen war. Verliehen wird er sowohl für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten als auch für Projekte, die im weitesten Sinne dem Allgemeinwohl verpflichtet sind und zur Lösung von Umweltproblemen beitragen. Fakultäten können ein Semester vor der Preisverleihung Dissertationen, Diplomarbeiten, Projektstudien oder andere studentische Arbeiten für den Preis vorschlagen. Diese werden dann in einem mehrstufigen Prozess begutachtet, danach entscheidet der Stiftungsrat über die Preisvergabe.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

Weiterer Kontakt:

Tatjana Rauch
Presse, Kommunikation und
Marketing (PKM)
Tel.: +49 721 608-6047
Fax: +49 721 608-5681
E-Mail: tatjana.rauch@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics