Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Förderung der Nachwuchsgruppen zu nachwachsenden Rohstoffen wird verlängert

19.01.2015

BMEL ermöglicht vier Forschergruppen die Weiterführung ihrer Arbeiten

Seit 2012 fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Gruppen junger Wissenschaftler, die zur stofflichen oder energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe forschen. Ziel ist es – neben der Generierung von Forschungsergebnissen - vielversprechende neue Forschungsfelder strukturell und nachhaltig an deutschen Hochschulen oder verwandten Einrichtungen zu verankern.


Nachwuchsforscherin

FNR/Hardy Müller

In der ersten Projektphase haben die Nachwuchsgruppen wichtige Grundlagen gelegt und erste Ergebnisse erzielt. Um die begonnenen Arbeiten weiter zu führen und insbesondere die Markteinführung der jeweiligen Themen vorzubereiten, unterstützt das BMEL die nachfolgenden Gruppen nun für weitere zwei Jahre:

TU München – Thermische Nutzung von Biomassen in Hochtemperaturprozessen: Die Nachwuchsgruppe entwickelt neue Ansätze, um aus landwirtschaftlichen Rohstoffen wie Stroh und Energiepflanzen oder aufbereiteten Biomassen aus der Torrefizierung und hydrothermalen Karbonisierung (HTC) wie Grasschnitt und Landschaftspflegematerial Energie zu erzeugen. Dazu hat sie in der ersten Projektphase vier Technikumsprüfstände aufgebaut. Mit diesen will sie in der Förderphase II Verfahren zur Verbrennung, Verstromung, Vergasung sowie zur Biomasseaufbereitung durch HTC testen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Hochtemperaturprozessen. Förderkennzeichen 22023911.

Universität Göttingen – Neue Märkte für Laubhölzer: Im Zuge des Waldumbaus werden in Deutschland wieder mehr Laubbäume gepflanzt. Sie sind besser an hiesige Standortverhältnisse angepasst und Experten erwarten, dass sie mit dem Klimawandel besser zurechtkommen. Die Industrie fragt bislang aber weniger Laub- als Nadelholz nach, es gilt also, neue Anwendungsoptionen für ersteres zu finden. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Nachwuchsgruppe tragende Bauteile aus Laubholz, Methoden zur Laubholzimprägnierung für die Außenanwendung und Verfahren zur Laubholzmodifizierung durch thermische und chemische Verfahren. Dabei konzentrieren sich die Wissenschaftler ausschließlich auf marktfähige Optionen. Die Chancen stehen gut, solche in den nächsten zwei Jahren erfolgreich zu entwickeln, insbesondere auch, weil inzwischen mehrere Industriepartner in die Arbeiten eingebunden sind.
Förderkennzeichen 22024211.

Institut für Agrartechnik Potsdam-Barnim - Biogasgewinnung aus stickstoffreichen nachwachsenden Rohstoffen: Die Nachwuchsgruppe erarbeitet Lösungen für die Biogasgewinnung aus stickstoffreichen Substraten wie Hühnerkot und -mist, Gras und Leguminosen. Die Herausforderung besteht darin, das entstehende zytotoxische Ammoniak aus dem Fermentationsprozess zu entfernen. Dazu ermitteln die Forscher die mikrobiologischen Grundlagen, optimieren bestehende Verfahren wie die sogenannte Strippung von Ammoniak mit Unterdruck, Luft, Biogas oder Dampf oder die Fällung von Ammonium und bewerten die Optionen wirtschaftlich. In der Phase II setzt die Nachwuchsgruppe die begonnenen Arbeiten fort. Unter anderem steht auch die Entwicklung von Starter- und Zusatzkulturen für die Biogasfermentation zur schnellen und komplementären Besiedlung stickstoffreicher Substrate auf der Agenda. Förderkennzeichen 22026411.

TU Kaiserslautern - Lokale Vorbehandlung nachwachsender Rohstoffe für Bioraffinerien: Die Nachwuchsgruppe untersucht, wie lignocellulosische Biomasse für Bioraffinerien dezentral aufbereitet werden kann. Zudem entwickelt sie Methoden zum Biomasseaufschluss und zur Verarbeitung der Aufschlussprodukte weiter. In Phase II setzt die Nachwuchsgruppe die begonnenen Arbeiten fort und es soll u.a. ein neuartiger Hydrolysereaktor entwickelt werden, der Investitionskosten senken kann. Außerdem wollen die Nachwuchsforscher neue Methoden zur Rückgewinnung von Enzymkatalysatoren und zur Produktabtrennung weiter entwickeln. Diese versprechen Kostenersparnis und die Übertragbarkeit auf andere Bioraffineriepfade und Branchen.
Förderkennzeichen 22028411.

Auf fnr.de – Projekte & Förderung – Projekte können unter den angegebenen Förderkennzeichen Informationen und Ansprechpartner zu den Nachwuchsgruppen recherchiert werden.

Weitere Informationen:

http://www.fnr.de/projekte-foerderung/projekte/

Dr. Torsten Gabriel | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Virenforschung
13.01.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht International ausgezeichnet! Rittal gewinnt „Cooling Oscar“
20.10.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie

Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa

16.01.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz