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Förderpreis für Rachitis-Projekt

16.10.2012
Rachitis und Kalzium-Mangel bei Müttern und Kindern in Westafrika bekämpfen: Dieses Ziel verfolgt ein interdisziplinäres Projekt an der Universität. Für seine Arbeit erhält es nun einen der mit 50.000 Euro dotierten medizinisch-humanitären Förderpreise der Else Kröner-Fresenius-Stiftung.

Das ausgezeichnete Würzburger Forschungsprojekt befasst sich in der nigerianischen Region Kaduna mit der Kalziummangel-Rachitis. Bei dieser Erkrankung können schwere Knochenverformungen und Missbildungen auftreten, verbunden mit starken Schmerzen. Und dabei ist die Krankheit durch eine frühzeitige Prophylaxe sicher und preiswert vermeidbar.

Ursache für das Leiden ist eine chronische, extrem niedrige Kalziumzufuhr. „In manchen Regionen in Zentralnigeria ist der sehr niedrige Kalziumgehalt im Wasser und in Nahrungsmitteln dafür verantwortlich“, so Professorin Barbara Sponholz von der Universität Würzburg, die von Anfang an ihr geographisches Fachwissen in das Projekt eingebracht hat.

Rund 2.000 erkrankte Kinder behandelt

Nachdem dieser Zusammenhang erkannt wurde, haben Mediziner aus Nigeria und von der Würzburger Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus mittlerweile vielen Erkrankten geholfen. Im Jahr 2011 wurden rund 2.000 an Rachitis erkrankte Kinder behandelt und vor Ort eine konsequente Aufklärung und Prophylaxe betrieben.

Laut einer Pressemitteilung der Fresenius-Stiftung hat das Projekt darum inzwischen Modellcharakter: Es lasse sich auf weitere Länder mit steigenden Rachitis-Fallzahlen übertragen, etwa auf Gambia, Ghana und Bangladesch. Dort herrschen ähnliche klimatische und geologische Bedingungen. Unterstützt wird das Projekt von der Hilfsorganisation Misereor und der nigerianischen Initiative „Hope for the Village Child“.

Wofür der Förderpreis verwendet wird

„Mit der Förderung durch die Stiftung sollen in Nigeria zusätzliche Fachkräfte im Diagnostizieren und der sachgerechten Behandlung und Prophylaxe von Rachitis geschult werden, so dass eine weitere Gesundheitsstation im betroffenen Gebiet aufgebaut werden kann“, sagt Barbara Sponholz. Mit der dezentralen Beratung und Versorgung der Patienten hoffen die Wissenschaftler, den am stärksten betroffenen ländlichen Raum um Kaduna möglichst flächendeckend erfassen zu können.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung wurde 1983 von Else Kröner gegründet. Nach ihrem Tod 1988 vermachte sie der Stiftung testamentarisch ihr gesamtes Vermögen. Stiftungsziel ist die Förderung von klinisch orientierten, biomedizinischen Forschungen und medizinisch-humanitären Hilfsprojekten. Bis heute hat die Stiftung rund 1.000 Projekte mit insgesamt rund 130 Millionen Euro unterstützt.

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.ekfs.de

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