Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Förderpreis für Nachwuchswissenschaftler: Individuelle Dosierung bei Bestrahlung von Leukämiezellen

23.04.2009
Die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin zeichnet den Nachwuchswissenschaftler Peter Kletting von der Klinik für Nuklearmedizin mit dem Covidien Förderpreis Nuklearmedizin aus.

Herr Kletting erhält die Auszeichnung für die Weiterentwicklung eines Modells, mit dessen Hilfe die Bestrahlung von Leukämiezellen individuell auf die Patienten angepasst werden kann. Der mit 7.500 Euro dotierte Preis wird am Samstag, den 25. April 2009, auf der Jahrestagung der Fachgesellschaft in Leipzig vergeben.

Peter Kletting hat mit seiner Arbeit ein Verfahren weiterentwickelt, mit dem bei Leukämiepatienten (Akute myeloische Leukämie) die Tumorzellen im Knochenmark zerstört werden. Dazu hat der 31-jährige Master of Medical Engineering ein Computermodell erarbeitet, mit dem sich eine besondere nuklearmedizinische Therapie genauer auf jeden einzelnen Patienten abstimmen lässt. "Mit Hilfe dieses Modells können wir die Strahlungsdosierungen für jeden Patienten viel genauer bestimmen, Nebenwirkungen weiter reduzieren und so die Erfolgschancen der Therapie erhöhen", erklärt Kletting.

Die Nuklearmedizin nutzt im Kampf gegen den sogenannten Blutkrebs radioaktiv markierte Antikörper, die in die Blutbahn gespritzt bis zum Knochenmark wandern und dort mit ihrer Strahlung die Tumorzellen vernichten. Auf dem Weg dorthin lagern sich die Antikörper auch in anderen blut- und antigenreichen Organen wie z. B. der Leber an. Um ihre Schädigung durch Strahlung zu verhindern, werden daher zunächst Antikörper ohne Radioaktivität gegeben. Spritzt man dann die tatsächlich radioaktiven Antikörper, reichern diese sich zu einem wesentlich höheren Anteil im Knochenmark an und können die Tumorzellen so effektiver angreifen.

"Welcher Zeitabstand dafür der richtige ist und welche Mengen gegeben werden müssen, hängt z. B. davon ab, wie stark die Antikörper von den körpereigenen Andockstellen, den Antigenen, gebunden werden. Daher ist das einer der Werte, den das Modell berücksichtigt", beschreibt Preisträger Kletting. "Auch die Durchblutung des Knochenmarks, die ja bei jedem Menschen und auch abhängig vom Fortschreiten einer Krankheit, unterschiedlich ist, spielt eine Rolle. Mithilfe des Modells können wir für jeden Patienten die am besten geeignete Dosierung finden."

Peter Kletting hat an der Hochschule Ulm und der University of Bradford (England) studiert und ist seit drei Jahren als Wissenschaftler eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts zur Radiotherapie am Universitätsklinikum tätig. Hier arbeitet er in einem Team mit Medizinphy-sikern, Nuklearmedizinern und Internisten. "Die Verbindung von Ingenieurwissenschaften und Medizin hat mich schon immer fasziniert, in der Nuklearmedizin ist der Bezug beider Fächer besonders eng", erläutert Kletting. "Der Preis zeigt, dass wir mit unserer Arbeit auf dem richtigen Weg sind und das freut mich."

Die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin vergibt den Covidien Förderpreis Nuklearmedizin für hochrangige wissenschaftliche Arbeiten vorrangig an Nachwuchswissenschaftler. Die ausgezeichnete Arbeit ist im renommierten Journal of Nuclear Medicine erschienen (doi: 10.2967/jnumed.108054189).

Petra Schultze

Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de
http://www.uniklinik-ulm.de/nuklearmedizin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie