Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Förderpreis für Forschung über Regeneration des Herzmuskels

17.02.2009
Den Wilhelm-Roux-Förderpreis der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erhält in diesem Jahr Dr. Henning Ebelt für seine Forschungen über die Regeneration des Herzmuskels.

Als besonders aussichtsreich erwies sich bei seiner Arbeit der experimentelle Ansatz, die genetische Information der Muskelzellen durch die Injektion von veränderten Adenoviren dahingehend zu beeinflussen, dass sie sich wieder erneuerten und damit eine Regenerationsfähigkeit erlangten, die ursprünglich nicht angelegt war.

Zwei Mal im Jahr ehrt die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit einem akademischen Festakt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an der Einrichtung habilitiert beziehungsweise promoviert haben. Am Mittwoch, 18. Februar 2009, überreicht der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Stephan Zierz, an vier Habilitanden und 58 Promovenden (26 weiblich, 32 männlich) ihre Urkunden.

Die "frischen" Doktoren kommen aus allen drei Studiengängen der Fakultät: Medizin (49 Doktoranden), Zahnmedizin (7) sowie Pflege- und Gesundheitswissenschaft (1) sowie ein Doktor für das Fachgebiet Medizinische Psychologie. Zwei Mal konnte die höchste Note "summa cum laude" ("mit höchstem Lob") vergeben werden.

Den Festvortrag hält der ehemalige Dekan, Professor Dr. Friedrich Wilhelm Rath, über das Thema: "Zahnmedizin, Humanmedizin, Pflege- und Gesundheitsberufe als gemeinsam lernende, forschende und praktizierende Professionen an der Medizinischen Fakultät - Halle als Wegbereiter einer fortschrittlichen Tradition." Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr in der Aula der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Universitätsplatz 10, Löwengebäude).

Neben den Habilitanden und Promovenden ehrt die Medizinische Fakultät außerdem sieben Mediziner, die vor 50 Jahren promoviert haben ("goldenes Doktorjubiläum). Dazu zählen unter anderem Professor Dr. Friedrich Teichmann und Professor Dr. Hans-Joachim Woraschk. Die Pflegedienstdirektorin des Universitätsklinikums Halle (Saale) verleiht zudem den Elsbeth-Heise-Pflegepreis 2007/2008.

Die Medizinische Fakultät hat sich weiterhin auf die Fahne geschrieben, ihren wissenschaftlichen Nachwuchs durch gezielte Programme zu fördern. Den diesjährigen Wilhelm-Roux-Förderpreis - dotiert mit 5000 Euro - erhält Dr. Henning Ebelt (Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III) für seine Forschungsarbeit über die Regeneration des Herzmuskels. Der 34-Jährige studierte in Halle Medizin, erhielt 1999 seine Approbation und verteidigte im gleichen Jahr seine Doktorarbeit.

In seinem nun ausgezeichneten Forschungsvorhaben beschäftigte sich der Internist mit der "Beeinflussung der Zellzyklusregulation von Kardiomyozyten zur Stimulation von Regenerationsprozessen des Herzmuskels". Die verbesserten medizinischen Therapiemöglichkeiten bei Herzinfarkten haben die Überlebenschancen von Betroffenen erhöht. Durch zerstörtes Herzmuskelgewebe leiden viele Patienten allerdings an einer chronischen Herzinsuffizienz und sind meist körperlich deutlich weniger belastbar.

Das erwachsene Herz ist nicht in der Lage, die durch den Infarkt zerstörten Kardiomyozyten (Herzmuskelzellen) durch neue Zellen zu ersetzen, da es diese Fähigkeit genetisch bedingt nicht besitzt. Dr. Ebelt ist bei seinen Forschungsarbeiten auf der Suche nach neuen Therapieansätzen, welche die Menge an gesunden Herzmuskeln wieder erhöht und damit die Funktionsfähigkeit des Herzens verbessert. Zum einen untersuchte er im Labor den Einsatz von Stammzell-Transplantationen und zum anderen die Möglichkeit der genetischen Manipulation der Zellen.

Als besonders aussichtsreich erwies sich der experimentelle Ansatz, die genetische Information der Muskelzellen durch die Injektion von veränderten Adenoviren dahingehend zu beeinflussen, dass sie sich wieder erneuerten und damit eine Regenerationsfähigkeit erlangten, die ursprünglich nicht angelegt war. Seine Experimente zeigten eine hypothetische Möglichkeit, dass sich Herzmuskelzellen vermehren lassen. In weiteren Experimenten sucht Dr. Ebelt nach Ansätzen, um diesen regenerativen Therapieansatz einem realen Einsatz am Patienten näher zu bringen.

Jens Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de
http://www.medizin.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften