Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fördermillionen aus Brüssel für FAU-Forscher

09.12.2010
Über eine prestigeträchtige Auszeichnung und ein Fördergeld in Höhe von 1,9 Millionen Euro kann sich Prof. Dr. Peter Wasserscheid vom Lehrstuhl für Chemische Reaktionstechnik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) freuen.

Der Chemiker gehört zu der kleinen Gruppe von herausragenden Forschern, die vom European Research Council (ERC) einen „Advanced Investigators Grant“ erhalten. Unter den so geehrten Wissenschaftlern ist auch Prof. Dr. Vahid Sandoghdar. Der Physiker, der zurzeit noch an der ETH Zürich tätig ist, wird 2011 an das Erlanger Max-Planck-Institut wechseln und gleichzeitig als Alexander-von-Humboldt-Professor an der FAU lehren und forschen.

„Der ERC vergibt seine Advanced Grants ausschließlich für als bahnbrechend und exzellent bewertete Forschungsvorhaben. Daher ist die Förderung ein großartiger Erfolg für die FAU im internationalen Wettbewerb und eine Auszeichnung für den Exzellenzcluster ,Engineering of Advanced Materials‘, dem Professor Wasserscheid angehört – denn das wissenschaftliche Umfeld ist ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung“, sagt Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, Präsident der Universität Erlangen-Nürnberg. „Außerdem sind wir sehr stolz, dass wir mit Professor Sandoghdar einen so herausragenden Forscher nach Erlangen holen können. Ich gratuliere beiden Wissenschaftlern und ihren Teams ganz herzlich.“

Die Basis für neue Energieträger
Prof. Dr. Peter Wasserscheids Projekt wird in den kommenden fünf Jahre mit 1,9 Millionenen Euro von der Europäischen Union gefördert. Wasserscheid und sein Team erforschen in dem Projekt Reaktionsbeschleuniger, so genannte Katalysatoren. Das sind Stoffe, die die Geschwindigkeit einer chemischen Reaktion erhöhen, ohne dabei selbst verbraucht zu werden. Ziel der Forscher ist es, Katalysatoren, die heute schon eingesetzt werden, mit Hilfe eines dünnen flüssigen Salzfilms so zu verändern, dass zum Beispiel bei den Reaktionen weniger Abfallprodukte entstehen oder die Katalysatoren länger im Einsatz bleiben können, ohne ihre Wirksamkeit zu verlieren.

Die Erlanger Chemie-Ingenieure wollen sich dabei ganz besonders auf Dehydrier-Reaktionen konzentrieren – Reaktionen, bei denen organische Moleküle Wasserstoff freisetzen. Diese Reaktionen spielen traditionell bei der Verarbeitung von Rohöl eine große Rolle. Die Methode könnte jedoch in Zukunft auch in der Energietechnik enorm an Bedeutung gewinnen: Sie erlaubt es, Wasserstoff in organischen Molekülen anzureichern und gezielt wieder freizusetzen – und damit auch Energie zu speichern und bei Bedarf an einem beliebigen Ort und zu einer beliebigen Zeit wieder zur Verfügung zu stellen.

Zur Person: Prof. Dr. Peter Wasserscheid
Peter Wasserscheids wissenschaftliches Interesse gilt den ionischen Flüssigkeiten, einer Stoffklasse mit neuartigen und für vielerlei Anwendungen perspektivreichen Eigenschaften. Professor Wasserscheid leitet seit 2003 den Erlanger Lehrstuhl für Chemische Reaktionstechnik. Für seine wissenschaftliche Arbeit wurde er unter anderem 2006 mit dem höchstdotierten deutschen Förderpreis, dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, ausgezeichnet.
Schwächste Lichtquellen sichtbar machen
Das Projekt von Prof. Dr. Vahid Sandoghdar wird in den kommenden fünf Jahren mit rund 1,9 Millionen Euro unterstützt. Ziel der Forscher um Sandoghdar ist es, erstmalig einzelne Ionen in einem Kristall mit Hilfe von Licht aufzuspüren. Einzelne Atome, Moleküle oder Halbleiter-Quantenpunkte kann man seit mehr als zwei Jahrzehnten mit optischen Methoden erfassen und abbilden. Ionen hat man bisher nur im Hochvakuum in einer speziellen Falle einzeln untersuchen können. Bei Ionen in Kristallen ist das bisher noch nicht gelungen, weil die Teilchen in der Regel nur sehr schwach leuchten. Sandoghdar und sein Team wollen diese Herausforderung angehen. Dabei profitieren die Forscher von ihrer langjährigen Erfahrung mit empfindlichen Messungen an Nanoteilchen und Molekülen.

Ionen in Festkörpern sind interessant für eine Reihe von technologische Anwendungen. Vom Zugang zu einzelnen dieser Teilchen erhoffen sich die Forscher neue Hinweise auf deren Eigenschaften. Ionen könnten außerdem der Schlüssel zu einem neuen System für quantenoptische Messungen sein – eine Grundlage für Quanten-Informationsverarbeitung.

Zur Person: Prof. Dr. Vahid Sadoghdar
Vahid Sandoghdar gilt als einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Nano-Optik. Er wird 2011 sein Amt als einer der Direktoren des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts in Erlangen antreten und gleichzeitig als Alexander-von-Humboldt-Professor an der FAU lehren und forschen. Die Humboldt-Professur ist mit einer Ausstattung von rund 5 Millionen Euro der höchstdotierte internationale Forschungspreis Deutschlands.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit rund 29.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel „familiengerechte Hochschule“.

Mehr Informationen:
Prof. Dr. Peter Wasserscheid
Tel.: 09131/85-27420
wasserscheid@crt.cbi.uni-erlangen.de
Prof. Dr. Vahid Sandoghdar
Tel.: +41 44 633 4621
vahid.sandoghdar@ethz.ch

Pascale Anja Dannenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie