Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fördermillionen für angewandten Physiker

26.11.2012
Der Physiker Prof. Dr. Martin Weitz von der Universität Bonn bekommt einen ERC Advanced Grant. Wissenschaftler aus ganz Europa haben sich um die begehrte Auszeichnung beworben.
Der Europäische Forschungsrat fördert den Physiker nun mit rund 2,1 Millionen Euro. Der Forscher will mit der finanziellen Unterstützung eine neuartige Technologie entwickeln, die neue Wege in der Verwirklichung von Quantenmaterie aus Licht ermöglichen könnte.

Ein Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) gilt als herausragende Auszeichnung, weil er zum einen mit einer großen finanziellen Förderung verbunden ist und zum anderen nur an wenige Bewerber verliehen wird. Prof. Dr. Martin Weitz (48), Professor am Institut für Angewandte Physik der Universität Bonn, kommt nun in den Genuss eines ERC Advanced Grant, der auf bereits etablierte Spitzenforscher gemünzt ist. „Diese großzügige Förderung gibt meinen Arbeiten in der Grundlagenforschung weiteren Schub“, freut sich Prof. Weitz.

Ein „Superteilchen“ aus mehreren Photonen sorgte für Aufsehen

Der Physiker hat bereits vor zwei Jahren mit einer völlig neuen Lichtquelle für Aufsehen gesorgt, die Ergebnisse veröffentlichte er mit seinem Team im renommierten Fachmagazin „Nature“. Es gelang ihm, Lichtteilchen so stark abzukühlen und auf einem so engen Raum zu konzentrieren, dass sie sich wie ein einziges „Superteilchen“ – ein so genanntes Bose-Einstein-Kondensat – verhielten.
Zuvor hatten das Experten für unmöglich gehalten, weil Photonen üblicherweise verschwinden, wenn man sie abkühlt. Die Forscher bedienten sich aber eines Tricks: Sie nutzten Farbstoffmoleküle, die die Photonen verschluckten, abkühlten und sie dann wieder ausspuckten. Die abgekühlten Lichtteilchen konzentrieren sich dabei zu einem „Super-Photon“.

Lichtteilchen sollen im Gleichtakt schwingen

Auf diese Erkenntnisse will der Forscher nun im ERC-Projekt „Interacting Photon Bose-Einstein Kondensates in Variable Potentials“ aufbauen. „Wir möchten mit Hilfe der Förderung durch den ERC Advanced Grant miteinander wechselwirkende Lichtteilchen soweit herunterkühlen, dass sie im Gleichschritt schwingen“, berichtet Prof. Weitz.
Mit einer Versuchsanordnung, die etwa wie die Näpfe eines Eierkartons aussieht, wollen die Wissenschaftler jeweils zwei Photonen „zusammenbacken“ – „verschränken“, wie die Quantenphysiker sagen. „Dieser Ansatz könnte sich zum Beispiel für die Konstruktion neuartiger Quantenmaterie aus Licht eignen“, sagt der Physiker der Universität Bonn.

Herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Quantenoptik

Martin Weitz machte sein Diplom in Physik an der TU München und promovierte mit einer herausragenden Arbeit am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching sowie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Danach ging er an die Stanford University (USA) und wurde anschließend Projektleiter am MPI für Quantenoptik. Nach seiner Habilitation forschte und lehrte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Universität Tübingen. Nach einem Forschungsaufenthalt am MIT in Cambridge (USA) folgte er einem Ruf an die Universität Bonn. Dort ist Prof. Weitz seit 2006 Professor am Institut für Angewandte Physik.

Kontakt:

Prof. Dr. Martin Weitz
Institut für Angewandte Physik
Tel. 0228/734837 oder 733477
E-Mail: martin.weitz@uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Virenforschung
13.01.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht International ausgezeichnet! Rittal gewinnt „Cooling Oscar“
20.10.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie