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Flugzeug e-Genius des IFB gewinnt zwei hochdotierte Preise

05.10.2011
Fliegen – mit Strom, ohne Lärm

Schnell, effizient, und auch noch leise: Das Elektro-Flugzeug e-Genius, das am Institut für Flugzeugbau (IFB) der Universität Stuttgart entwickelt wurde, gewann bei der Green Flight Challenge 2011 gleich zwei Preise: Bei dem von der NASA und von der Comparative Aircraft Flight Efficiency Foundation (CAFE) ausgerichteten Wettbewerb, der vom 25. September bis zum 3. Oktober 2011 im kalifornischen Santa Rosa stattfand, erreichte das e-Genius-Team sowohl den mit 120.000 Dollar dotierten zweiten Platz der Gesamtwertung, als auch den mit 10.000 Dollar dotierten Lindbergh Prize für das leiseste Flugzeug. Der Wettbewerb, bei dem es um die Konstruktion von möglichst umweltfreundlichen, praktischen und leisen Flugzeugen geht, ist dank Preisgeldern von der NASA in Höhe von insgesamt 1,65 Millionen Dollar der höchstdotierte Flugwettbewerb überhaupt.

Professor Rudolf Voit-Nitschmann, geschäftsführender Direktor des IFB, freut sich über das gute Abschneiden: „e-Genius ist als einer der ersten Elektroflieger überhaupt in der Lage, vergleichbare Leistungen wie konventionelle Flugzeuge zu liefern.“ Bei der Green Flight Challenge trat der batteriebetriebene e-Genius gegen Flugzeuge mit Diesel-, Bio-Diesel- oder Wasserstoff-Antrieb an. Namhaftester Gegner und Gesamtsieger war das Team der Firma Pipistrel, Slowenien, als deren Teamleader die Penn State University fungierte. Dieses Team erhielt ein Preisgeld von 1,35 Millionen Dollar. Beim Hauptpreis des Wettbewerbs ging es um Effizienz und um Geschwindigkeit. Trotz technischer Probleme mit dem Navigationsgerät gelangen dem e-Genius bei den jeweiligen Flügen sehr gute Ergebnisse. Möglich macht das ein eigens entwickeltes Antriebssystem, das über eine Leistung von 60 Kilowatt und eine Gesamtkapazität der Akkus von 56 Kilowattstunden verfügt. Das zweisitzige Flugzeug hat eine Reichweite von über 300 Kilometern und verbraucht dabei umgerechnet weniger als einen Liter Benzin pro 100 Kilometer und Passagier.

Ein Erfolgsfaktor war sicher auch die Erfahrung der Piloten: Eric Raymond, der als Leiter des Teams fungierte, ist seit Jahren einer der führenden Solarflugpioniere, Co-Pilot Klaus Ohlmann ist erfahrener Segelflieger und stellte in seiner Karriere 48 Weltrekorde auf – einen davon mit dem Solarflugzeug icaré 2, einem Vorgänger des e-Genius.

Der Hauptwettbewerb wurde im Auftrag der NASA von der CAFE Foundation ausgerichtet, diese hat sich zur Aufgabe gemacht, durch Forschung und Ausbildung zum Fortschritt der bemannten Luftfahrt beizutragen. Daneben gab es noch einen weiteren Preis zu gewinnen: Den Lindbergh Electric Aircraft Prize (LEAP) for Quietest Aircraft für das leiseste Flugzeug beim Wettbewerb, den LEAP bei der Green Flight Challenge erstmalig auslobte. Die mit 10.000 Dollar dotierte Auszeichnung wurde von Erik Lindbergh, dem Enkel des Flugpioniers Charles Lindbergh übergeben. Das Stuttgarter Flugzeug sicherte sich den Preis mit Lautstärken im Bereich von nur 56 bis 62 Dezibel beim Abheben. Zum Vergleich: Ein gängiges Turbinenflugzeug produziert mit rund 100 Dezibel gefühlt das 16-fache an Lärm.

Spitzenleistungen mit elektrisch betriebenen Flugzeugen liefert das IFB schon seit 17 Jahren: Seit 1994 sammeln Rudolf Voit-Nitschmann und seine Mitarbeiter bereits Erfahrung auf diesem Gebiet, angefangen hat alles mit dem solarbetriebenen Motorsegler-Projekt icaré 2. Mit diesem Projekt und auch mit dem Nachfolger Hydrogenius konnte sich das Entwicklerteam 1996 und 2006 jeweils den Sieg beim internationalen Berblinger-Flugwettbewerb der Stadt Ulm holen. Beim aktuellen Projekt hatte das Team zahlreiche namhafte Sponsoren, unter anderem Airbus Deutschland und den Flughafen Stuttgart.

Weitere Informationen bei Prof. Rudolf Voit-Nitschmann, Institut für Flugzeugbau
Tel. 0711/685-62770, e-mail: RVN@ifb.uni-stuttgart.de, http://www.ifb.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifb.uni-stuttgart.de

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