Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Exzellente Nanowissenschaftlerin

06.11.2009
Prof. Luisa De Cola erhält Förderung des Europäischen Forschungsrats / Zweite Auszeichnung für WWU-Forscher

Prof. Luisa De Cola vom Physikalischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erhält eine besonders prestigeträchtige Auszeichnung des Europäischen Forschungsrats (ERC): den hoch angesehenen „Advanced Researcher Grant" 2009. Dieser Preis wird an erfahrene, exzellente Wissenschaftler vergeben, die in ihrem Forschungsfeld etabliert sind.

Prof. De Cola erhält nun fast zwei Millionen Euro für fünf Jahre, um ein Forschungsprojekt zur Anwendung poröser Nanomaterialien zu realisieren. Innerhalb weniger Wochen ist dies die zweite herausragende ERC-Förderung, die nach Münster geht: Bereits im Oktober wurde Dr. Yong Lei vom Institut für Materialphysik durch eine mit 1,4 Millionen Euro dotierten Förderung für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet.

Prof. De Cola erforscht poröse Nanomaterialien und deren Anwendung in der medizinischen Bildgebung. Insbesondere versucht sie, sehr kleine - nur einige Nanometer große - „Container" aus Silikat (Glas) herzustellen. Diese porösen Partikel sollen mit Medikamenten beladen werden beziehungsweise mit Molekülen wie Antibiotika, licht-emittierenden Farbstoffen, radioaktiven Ionen oder Kontrastmitteln für die Diagnostik in der Medizin.

Die Wissenschaftlerin will außerdem einen Mechanismus entwickeln, durch den die Container sich öffnen und schließen lassen, um ihren Inhalt gezielt freizugeben. Gemeinsam mit Dr. Cristian Strassert hat Prof. De Cola bereits gezeigt, dass Nano-Container unter Laborbedingungen Bakterien erfassen und erfolgreich bekämpfen können. In einem nächsten Schritt will sie diese Methode auf Krebszellen anwenden.

Prof. De Cola setzt diese Art poröser Nano-Materialien auch ein, um spezielle Beschichtungen zu entwickeln, auf denen Zellen wachsen können. Sie will zeigen, dass diese Beschichtungen dazu dienen können, die Entwicklung und die Kommunikation von Zellen zu steuern.

Seit 2005 leitet Prof. De Cola an der WWU eine Arbeitsgruppe für Physikalische Photochemie und Photonische Materialien und ist am münsterschen CeNTech (Center für Nanotechnologie) tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Nano-Elektronik und Nano-Photonik sowie in der Biomedizin in den Bereichen Diagnose und Bildgebung. „Mein Traum ist es, Barrieren zwischen Instituten zu durchbrechen. Ich würde gerne Wissenschaftler aus aller Welt zusammenbringen, so dass sie sich mit ihrem unterschiedlichen Wissen ergänzen", sagt De Cola. Ihre Arbeitsgruppe ist hierfür das beste Beispiel: Hier arbeiten rund 30 Physiker, Chemiker und Bio-Chemiker aus neun verschiedenen Ländern zusammen.

Luisa De Cola studierte Chemie an der Universität von Messina in Italien. Nach ihrer Doktorarbeit forschte und lehrte sie in den USA. Sie kehrte als Professorin nach Italien zurück an die Universität von Bologna, bevor sie einen Ruf an die Universität von Amsterdam erhielt. Von dort wechselte sie nach Münster. Hier ist ihre Arbeitsgruppe in enger Zusammenarbeit mit Nuklearmedizin und Radiologie am Sonderforschungsbereich „MoBil" beteiligt, ebenso wie an dem deutsch-chinesischen Sonderforschungsbereich TRR 61. De Cola ist Koordinatorin des „Nanoscience Europe Projekt" und auch in anderen europäischen Projekten aktiv.

Den „Advanced Researcher Grant" vergibt der Europäische Forschungsrat an exzellente, unabhängige Forscher jeglicher Nationalität, die ihre Forschungsaktivitäten an einer Einrichtung in einem Mitgliedstaat oder in einem am Rahmenprogramm assoziierten Staat durchführen wollen.

Christina Heimken | Universität Münster
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Physik.PI/DeCola/
http://www.uni-muenster.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kontinentalrand mit Leckage

27.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das anwachsende Ende der Ordnung

27.03.2017 | Physik Astronomie

Einfluss der Sonne auf den Klimawandel erstmals beziffert

27.03.2017 | Geowissenschaften