Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Exzellente Logistikforschung mit hohem Praxisbezug: Alfried Krupp-Förderpreis für Jacobs-Professorin Katja Windt

05.02.2009
Heute erhielt Katja Windt, Professorin für globale Produktionslogistik an der privaten Jacobs University Bremen, den mit 1 Million Euro dotierten Alfried Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer 2008.

Die Auszeichnung wurde der Bremer Wissenschaftlerin im Rahmen einer Feierstunde in Essen in der Villa Hügel vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers überreicht. Das Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hatte sich einstimmig für die junge Professorin entschieden, die sich damit gegen 39 weitere Kandidaten durchsetzte.

In seiner Laudatio hob Professor Dr. Reimar Lüst, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Krupp-Stiftung und Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Jacobs University, die bisherigen wissenschaftlichen Leistungen von Katja Windt hervor. Mit ihren Arbeiten zur Selbststeuerung logistischer Prozesse habe sie grundlegende und äußerst vielversprechende Ergebnisse erzielt. Die Qualität ihrer Forschung spiegele sich nicht zuletzt in einer außergewöhnlich großen Zahl an Veröffentlichungen in international renommierten Publikationen wieder. Darüber hinaus verstehe sie es, trotz ihrer stark wissenschaftlichen Prägung, theoretische Erkenntnisse in die Praxis zu überführen, um damit die Wettbewerbsfähigkeit von Industrieunternehmen zu sichern und auszubauen.

"Der Förderpreis ist eine einzigartige Motivation für meine weitere Arbeit", sagte Katja Windt, Bernd Rogge Professor of Global Production Logistics, anlässlich der Preisverleihung. "Durch die Auszeichnung hat sich für mich eine neue Tür geöffnet, die es mir erlaubt, meine wissenschaftlichen Pläne und Ideen auf einem großartigen Fundament weiter zu verfolgen! Ich bedanke mich sehr für das mir entgegengebrachte Vertrauen des Kuratoriums und verbinde mit dem Preis die innere Verpflichtung, dem Stiftungszweck zu dienen und in meiner Forschung den gesellschaftlichen Nutzen zu wahren."

Im Verlauf des vergangenen Jahres hatte die Logistikexpertin ihre Arbeitsgruppe an der Jacobs University mit Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieuren, einem Wirtschaftsinformatiker und einem Audioprogrammierer aufgebaut, die im Mai noch durch einen Physiker ergänzt wird. "Damit sind wir so vielseitig und interdisziplinär aufgestellt, wie es das Fachgebiet erfordert", so Windt. Sowohl in grundlagen- als auch anwendungsorientierten Projekten wird sich Katja Windt in den kommenden Jahren der Optimierung von globalen Produktions- und Logistikprozessen widmen, unter anderem durch Forschung zu Entscheidungsprozessen in dynamischen Netzwerkzusammenhängen, dem Engpassmanagement sowie der Selbststeuerung und der "Sonifizierung" (dem hörbar machen) von Arbeitsabläufen. Weitere Forschungsgebiete sind die Umwelt- und Katastrophenschutzlogistik.

Einen Teil des Preisgeldes, so Windt weiter, wolle sie außerdem zum Aufbau eines modernen Intralogistik-Labors verwenden, in dem unternehmensinterne Materialflüsse erprobt und optimiert werden sollen. "Davon werden natürlich auch meine Studierenden profitieren. Dies wird ein weiterer Baustein für die noch junge Jacobs University sein, die sich mit Erfolg aufmacht, nicht nur die Forschung zu forcieren, sondern auch junge Menschen aus fast 100 Ländern zu Weltbürgern mit globalem Verantwortungsgefühl auszubilden", so die Preisträgerin. Seit Herbst 2007 bietet die Jacobs University den englischsprachigen Bachelor-Studiengang "International Logistics" zur Ausbildung international orientierter, hochqualifizierter Logistik-Führungskräfte an. Als innovatives, bundesweit einmaliges Pilotprojekt wurde der Studiengang mit den Schwerpunkten "International Logistics Engineering" und "International Logistics Management" in engster Kooperation mit der Logistik-Branche entwickelt, die sowohl an der Konzeption als auch an den Studieninhalten beratend mitwirkte.

Das Fachgebiet "Global Production Logistics" der Maschinenbauingenieurin Katja Windt (39) konzentriert sich auf die Entwicklung von Planungs- und Steuerungsmethoden für die Produktion industrieller Güter in weltweiten Netzstrukturen. Somit steht die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohmaterialbeschaffung über die Produktion bis zur Belieferung der Kunden im Fokus ihrer Forschung. Hierzu gehören nicht nur die Gestaltung von Distributionsstrukturen und Bevorratungsstrategien, sondern auch die Optimierung von Produktdesign nach logistischen Gesichtspunkten sowie die Bewertung und Integration von Technologien in logistische Prozessketten.

Dem Ruf an die Jacobs University auf die von dem Bremer Logistikunternehmer Bernd Rogge gestiftete Professur für "Global Production Logistics" folgte Katja Windt im Februar 2008. Im Herbst vergangenen Jahres wurde sie vom Deutschen Hochschulverband zur "Hochschullehrerin des Jahres 2008" ernannt. Vor ihrer Position an der Jacobs University war sie Abteilungsleiterin am Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA) an der Universität Bremen, mit der sie als Teilprojektleiterin des dort angesiedelten DFG-Sonderforschungsbereich "Selbststeuerung logistischer Prozesse" weiterhin eng kooperiert.

Die gebürtige Bonnerin Windt studierte Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Produktionstechnik an der Leibniz-Universität Hannover und an dem renommierten Massachusetts Institute of Technology in den USA. Im Jahr 2000 promovierte sie mit Auszeichnung am Institut für Fabrikanlagen und Logistik (IFA). Katja Windt ist Mitglied in der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die sie im Jahr 2006 als Sprecherin vertrat, und gehört außerdem der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina an. Katja Windt ist verheiratet und Mutter dreier Kinder.

*Alfried Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer

Der Alfried Krupp-Förderpreis gehört zu den am höchsten dotierten Preisen für Nachwuchsforscher in den Natur- und Ingenieurwissenschaften an deutschen Universitäten. Er wurde 1986 ins Leben gerufen und bisher an 29 herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vergeben. Die mit einer Millionen dotierte Auszeichnung ist auf fünf Jahre angelegt und soll die Preisträger - herausragend qualifizierte Inhaber einer Erstprofessur an einer deutschen Hochschule - in die Lage versetzen, ihr Arbeitsumfeld unabhängig von öffentlichen Geldern zu verbessern und damit ihre Arbeit in Forschung und Lehre voranzutreiben. Bisherige Preisträger haben die Möglichkeiten, die ihnen der Förderpreis bot, hervorragend genutzt: Fünf von ihnen sind zwischenzeitlich als Direktoren an Max-Planck-Institute berufen worden. Eine Preisträgerin ist heute Präsidentin einer Technischen Universität und drei Förderpreisträger haben im weiteren Verlauf ihrer Karriere den Leibniz-Preis erhalten, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung in der Bundesrepublik.

Dr. Kristin Beck | idw
Weitere Informationen:
http://www.jacobs-university.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie