Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Exploration der Tenside

10.02.2014
ERC Consolidator Grant für Chemiker der Universität Konstanz

Der Konstanzer Chemiker Prof. Dr. Sebastian Polarz hat für sein Projekt zur Erforschung einer neuen Klasse von Tensidsystemen einen ERC Consolidator Grant eingeworben.

Insgesamt 1,9 Millionen Euro stellt der European Research Council (ERC) dem Konstanzer Wissenschaftler zur Verfügung, um in den kommenden fünf Jahren seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der anorganischen Tenside voranzutreiben.

Mit dem ERC Consolidator Grant fördert der Europäische Forschungsrat exzellent ausgewiesene Forscher, deren Promotion mindestens sieben, aber höchstens zwölf Jahre zurückliegt, bei der Konsolidierung eines unabhängigen Forschungsteams. In einem hochkompetitiven Verfahren konnte sich Sebastian Polarz mit seinem Forschungsprojekt unter 3.700 Bewerbungen durchsetzen.

Unter dem Titel Inorganic surfactants with multifunctional heads (I-SURF) wird am 1. März 2014 das Projekt zur Exploration der neuartigen Tenside starten. Ziel des I-SURF-Projektes ist es, anorganische Tenside herzustellen, die ein deutlich erweitertes Eigenschaftsspektrum aufweisen. Dabei wird die organische Kopfgruppe des Tensides durch eine anorganische Baueinheit ausgetauscht und so beispielsweise mit katalytischen, speziellen elektronischen oder magnetischen Eigenschaften ausgerüstet. Am Beispiel magnetischer Tenside lässt sich erahnen, dass durch die zusätzlichen, langreichweitigen Wechselwirkungen, die bei konventionellen Tensiden so nicht vorkommen, neue und gegebenenfalls emergente Eigenschaften kreiert werden und sich von außen steuern lassen, wie beispielsweise durch extern angewendete Magnetfelder.

Es kann erwartet werden, dass die Ergebnisse nicht nur zur Grundlagenforschung beitragen, sondern auch für zukünftige, materialwissenschaftliche Technologien verwendet werden können. Sebastian Polarz wird die anorganischen Tenside beispielsweise auch einsetzen, um selbstorganisierende Smart-Materials zu erzeugen. Bei einem Smart-Material, oder auch „intelligentem Material“, handelt es sich um einen Stoff, der je nach äußeren Bedingungen auf verschiedene Weise reagieren kann.

Prof. Dr. Sebastian Polarz ist seit 2007 Professor für Funktionelle Anorganische Materialien an der Universität Konstanz. Sein Forschungsgebiet umfasst, neben porösen organisch-anorganischen Hybridmaterialien, Metalloxide und Halbleiter, Kolloide, Flüssigkristalle und Festkörperanalytik. Nach einem Studium in Bielefeld wurde Polarz 2001 in Potsdam promoviert und leitete nach Forschungsaufenthalten in Toronto (Kanada) und Bochum eine Emmy-Noether-Gruppe an der Technischen Universität Berlin.

Hinweis an die Redaktionen:
Ein Foto von Prof. Dr. Sebastian Polarz kann im Folgenden heruntergeladen werden: http://www.pi.uni-konstanz.de/2014/016-polarz.jpg
Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: 07531 / 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de
Prof. Dr. Sebastian Polarz
Universität Konstanz
Funktionelle Anorganische Chemie
Universitätsstraße 10
78464 Konstanz
Telefon: 07531 / 88-4415
E-Mail: Sebastian.Polarz@uni-konstanz.de

Julia Wandt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-konstanz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics