Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäischer Wissenschaftspreis für exzellente Lehre

16.05.2013
Ehrenvolle Auszeichnung für Prof. Dr. Matthew Braham, Professor für Politische Philosophie an der Universität Bayreuth: Die Central European University (CEU) in Budapest hat ihm den diesjährigen "European Award for Excellence in Teaching in the Social Sciences and Humanities" verliehen.

Die Auszeichnung wird seit 2011 jährlich von der CEU vergeben und ist der bisher einzige gesamteuropäische Wissenschaftspreis, mit dem herausragende Leistungen in der Lehre auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften gewürdigt werden. Den Voritz der Jury hat die renommierte Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Patricia Albjerg Graham, die frühere Dekanin der Harvard Graduate School of Education.

Ermutigung zum Selbstdenken: Philosophy & Economics

Seit er im Jahr 2010 auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Politische Philosophie berufen wurde, hat Prof. Braham den Bachelor- und Masterstudiengang "Philosophy & Economics" an der Universität Bayreuth wesentlich mitgeprägt. "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" – diese mehr als 200 Jahre alte Forderung des Aufklärers Immanuel Kant hält er für zeitlos gültig. In Vorlesungen und Seminaren zur Ethik und zur Politischen Philosophie will er die Studierenden anleiten, sich selbständig und in analytisch reflektierter Weise mit grundlegenden Fragen zu befassen, die das Leben jedes Einzelnen wie auch die Gesellschaft insgesamt betreffen.
Mit logischer Präzision und dem nötigen Erfahrungswissen größere Klarheit darüber zu gewinnen, was es beispielsweise heißt, "frei" zu sein oder ein "gutes Leben" zu führen: Diese analytische Fähigkeit ist für den Bayreuther Philosophielehrer allemal wertvoller als die unkritische Begeisterung für überlieferte Denkgebäude.

"Gemeinsam mit meinen Bayreuther Kollegen geht es mir darum, dass die Studierenden eigene Lebenserfahrungen und wissenschaftliche Theorien zueinander in Beziehung setzen können", erklärt Prof. Braham. "Dabei kommt es immer auch darauf an, größere soziale Zusammenhänge mitzubedenken – nicht zuletzt im Hinblick auf demokratische Strukturen und Prozesse. Universitäten sind nicht dazu da, scheinbar fertige Wissensbestände abseits gesellschaftlicher Entwicklungen zu verwalten."

Dieses Selbstverständnis prägt nicht nur die Lehrtätigkeit des Bayreuther Preisträgers, es fügt sich auch nahtlos in das Profil des Studiengangs "Philosophy & Economics" ein. Das anspruchsvolle, in Deutschland bisher einzigartige Studienangebot will die Studierenden dazu befähigen, schwierige Entscheidungsprobleme in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit analytischer Grundsätzlichkeit anzugehen. Deshalb führt es Logik, Entscheidungstheorie und Ethik mit konkreten Problemstellungen in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zusammen. Den Absolventinnen und Absolventen öffnet sich so ein breites Spektrum von Berufsfeldern, in denen genau diese Verbindung von analytischen Fähigkeiten und ökonomischem Fachwissen gefragt ist.
Persönlichkeitsbildung und kritische Wissenschaft:
Dewey und Popper als Vorbilder

"Führungskräfte, die ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden wollen, benötigen dafür intellektuelle Bildung, moralische Urteilskraft und einen Fundus an eigenen, kritisch reflektierten Erfahrungen", meint Prof. Braham. "Gerade in den Geistes- und Sozialwissenschaften sollten die Universitäten daher einen stärkeren Akzent auf die Lehre legen, damit das Studium auch einen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung leistet."
Gibt es Vorbilder, die den Bayreuther Wissenschaftler in seiner bisherigen Laufbahn besonders beeinflusst haben? Er bejaht diese Frage mit Nachdruck – und verweist auf die philosophischen Schriften von Karl Popper sowie auf die "Philosophy of Education" des U.S.-amerikanischen Philosophen John Dewey. Dieser habe Bildung als einen spannungsreichen intellektuellen Entwicklungsprozess aufgefasst, der von vergangenen Erfahrungen geprägt und auf neue Erfahrungen hin ausgerichtet sei. Studierende und Lehrende sollten ein Universitätsstudium in diesem Sinne als einen stetigen Erfahrungsfortschritt erleben.

Wenn der Funke überspringt:
Begeisterung für logisch präzises Argumentieren

Die große Wertschätzung, die Prof. Braham von den Bayreuther Studierenden entgegengebracht wird, spiegelt sich auch in der Vorgeschichte der Preisvergabe. Dr. Julian Fink, einer der ersten Bachelor-Absolventen des Studiengangs "Philosophy & Economics", hatte Prof. Braham für den „European Award for Excellence in Teaching in the Social Sciences and Humanities“ vorgeschlagen. In einem sehr umfangreichen, zweistufigen Nominierungsverfahren konnte er die Jury an der Central European University (CEU) in Budapest überzeugen.
Nach einem Master- und Promotionsstudium an der Universität Oxford und anschließenden Forschungs- und Lehraufenthalten an den Universitäten Oslo, Uppsala und Wien ist Dr. Fink als Adam-Smith-Gastprofessor im Studienjahr 2012/13 an die Universität Bayreuth zurückgekehrt. "Es beeindruckt mich sehr, wie es Matthew Braham gelingt, die Bayreuther Studierenden für logisch präzises Argumentieren und kritisches Denken zu begeistern", berichtet Dr. Fink. "Für ein anspruchsvolles Studienprogramm wie 'Philosophy & Economics' kann ich mir keinen geeigneteren wissenschaftlichen, aber auch keinen enthusiastischeren Lehrer vorstellen."

Im September, anlässlich der Eröffnung des Studienjahrs 2013/2014, wird Prof. Braham den Preis an der CEU in Budapest entgegennehmen.

Zur Person:

Matthew Braham wurde 1967 geboren und wuchs in Montréal (Kanada) und in Devon (England) auf. Schon als Jugendlicher erhielt er im Elternhaus vielfältige künstlerische und intellektuelle Anregungen: Sein Vater, ein gebürtiger Engländer, arbeitete als Universitätsprofessor für Philosophie und Pädagogik in Montréal, während seine aus Deutschland stammende Mutter als Künstlerin tätig war. Am University College London absolvierte Braham zunächst einen Bachelor-Studiengang in Human Sciences (1990); es folgten ein Masterstudium in Wirtschafts- und Sozialgschichte an der Universität Oxford (1996), die Promotion an der Universität Hamburg (2004) und eine Adam-Smith-Gastprofessur an der Universität Bayreuth (2004/2005). Weitere Stationen seiner wissenschaftlichen Laufbahn waren das Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung an der Universität Freiburg (1991 bis 1993) sowie die Fakultät für Philosophie an der Universität Groningen (2007 bis 2010). In den Jahren 1993 bis 2000 arbeitete Matthew Braham als forschungspolitischer Berater für die Vereinten Nationen und die Europäische Kommission. Seit dem Wintersemester 2010/2011 hat er den Lehrstuhl für Politische Philosophie an der Universität Bayreuth inne.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Matthew Braham
Lehrstuhl für Politische Philosophie
Universität Bayreuth
D-95440 Bayreuth
Tel.: +49 (0) 921 55-4146 oder -4148
E-Mail: matthew.braham@uni-bayreuth.de

Christian Wißler | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht IVAM-Marketingpreis würdigt zum zehnten Mal überzeugendes Technologiemarketing
22.08.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht UDE / UK: Verbundprojekt zur Bekämpfung Ras-abhängiger Tumore
22.08.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein Quantenlineal für Biomoleküle

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Prostatakrebs: Bluttest sagt Tumorresistenz vorher

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

IVAM-Marketingpreis würdigt zum zehnten Mal überzeugendes Technologiemarketing

22.08.2017 | Förderungen Preise