Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäischer Forschungsrat fördert Heidelberger Mathematikerin

05.02.2014
Prof. Dr. Anna Wienhard erhält ERC Consolidator Grant mit Fördermitteln in Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro

Eine hochdotierte Förderung des Europäischen Forschungsrates (ERC) für herausragende Forschungstalente, einen ERC Consolidator Grant, erhält die Heidelberger Mathematikerin Prof. Dr. Anna Wienhard.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren wird damit ein Vorhaben gefördert, in dem sich die Wissenschaftlerin mit Symmetrien und den sogenannten Deformationsräumen geometrischer Strukturen befasst. Für das Projekt „Deformation Spaces of Geometric Structures“ stehen Prof. Wienhard, die am Mathematischen Institut der Universität Heidelberg lehrt und forscht, Fördermittel in Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Wie Prof. Wienhard erläutert, spielen Symmetrien nicht nur in der Mathematik, sondern auch in der Physik, der Biologie oder der Chemie eine zentrale Rolle. Sie lassen sich mathematisch beschreiben durch eine Gruppe von Transformationen, das heißt Umwandlungen, die eine vorgegebene geometrische Struktur erhalten.

„Ein solches Gefüge mit vielen Symmetrien ist oftmals starr, da schon kleine Veränderungen das Gleichmaß aufheben können“, erläutert die Heidelberger Wissenschaftlerin. „Es gibt jedoch Strukturen, die sich verändern oder deformieren lassen, ohne dass die Symmetrie gebrochen wird. In diesem Fall erlaubt die geometrische Struktur einen interessanten Modul- oder auch Deformationsraum.“

Ein Beispiel für eine solche Struktur ist die „Pflasterung“ einer Ebene durch Quadrate. Diese geometrische Struktur kann so verschoben, das heißt deformiert werden, dass dort nunmehr Parallelogramme erscheinen, wobei die Symmetrie erhalten bleibt.

„In unserem Projekt wollen wir Deformationsräume von geometrischen Strukturen auf weitaus komplizierteren mathematischen Objekten studieren. Eine besondere Rolle spielen dabei sogenannte höhere Teichmüller-Räume, die in den vergangenen zwanzig Jahren entdeckt wurden. Sie haben zu interessanten Entwicklungen in der Mathematik geführt und sind auch für die theoretische Hochenergiephysik relevant“, sagt Prof. Wienhard.

Anna Wienhard (Jahrgang 1977) studierte Theologie und Mathematik an der Universität Bonn. Nach dem Abschluss in beiden Studiengängen wandte sie sich zunächst theologischen Forschungsarbeiten zu, unterstützt vom Sonderforschungsbereich „Judentum – Christentum“, ehe sie im Jahr 2004 in Bonn in der Mathematik promoviert wurde. Es folgten verschiedene Forschungsaufenthalte in der Schweiz und den USA, darunter am Institute for Advanced Study in Princeton. Von 2007 an war die Mathematikerin als Assistant Professor an der Princeton University tätig. Im Jahr 2012 folgte sie einem Ruf an die Universität Heidelberg. Am Mathematischen Institut der Ruperto Carola übernahm sie eine Professur für „Reine Mathematik“; sie leitet dort die Arbeitsgruppe Differentialgeometrie. Für ihre Forschungsarbeiten hat Prof. Wienhard verschiedene Auszeichnungen und Förderungen erhalten.

Der ERC Consolidator Grant wendet sich an junge Forscher, die bereits eine vielversprechende Erfolgsbilanz vorweisen können und nun einen herausragenden Forschungsvorschlag vorgelegt haben. Zentrales Förderkriterium ist dabei wissenschaftliche Exzellenz.

Informationen im Internet:

Arbeitsgruppe Differentialgeometrie:
http://www.mathi.uni-heidelberg.de/~diffgeo
Hinweis an die Redaktionen:
Ein digitales Portraitfoto von Prof. Wienhard ist in der Pressestelle abrufbar.
Kontakt:
Prof. Dr. Anna Wienhard
Mathematisches Institut
Telefon (06221) 54-5761
wienhard@mathi.uni-heidelberg.de
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

nachricht Diagnostik der Zukunft - Europäisches Projekt zur Erforschung seltener Krankheiten startet
16.01.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie