Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäischer Forschungsrat fördert Heidelberger Molekularbiologen

22.11.2010
ERC Advanced Grant für Prof. Dr. Bruce Edgar – Förderung für Forschung am ZMBH und DKFZ

Der Heidelberger Molekularbiologe Prof. Dr. Bruce Edgar erhält eine hochdotierte fünfjährige Förderung des Europäischen Forschungsrates (ERC), einen „ERC Advanced Grant“ für Spitzenforscher in Europa. Damit werden seine grundlegenden Forschungsarbeiten zum Zellzyklus und Zellwachstum am Modellorganismus der Taufliege mit 2,68 Millionen Euro gefördert.

Der aus den USA stammende Wissenschaftler ist am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) tätig und forscht zugleich am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Mit der Auszeichnung für Bruce Edgar wurden seit 2007 fünf ERC Advanced Grants an Professorinnen und Professoren der Ruperto Carola vergeben.

Die Universität Heidelberg und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hatten sich im Rahmen der DKFZ-ZMBH-Allianz gemeinsam erfolgreich bemüht, den renommierten Forscher des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle (USA) 2009 nach Heidelberg zu holen. In seinen Forschungsarbeiten beschäftigt sich Prof. Edgar insbesondere mit den Mechanismen, die die Zellteilung kontrollieren. Der Wissenschaftler und sein Team haben anhand der Taufliege Drosophila melanogaster eine ganze Reihe von Genen und Signalwegen entdeckt, die das Wachstum und die Vermehrung von Zellen im lebenden Organismus in verschiedenen Organen und Gewebetypen regulieren. In Heidelberg baut Prof. Edgar ein neues Labor auf, um diese Forschungen auszuweiten.

In dem vom ERC geförderten Forschungsprojekt werden die Heidelberger Wissenschaftler mithilfe von Taufliegen sowie Zellkulturen untersuchen, wie der ständige natürliche Verlust von sogenannten epithelialen Darmzellen durch die regulierte Teilung und Differenzierung von Darmstammzellen ausgeglichen wird. „Untersuchungen an Modellorganismen haben dazu beigetragen, die Funktion zahlreicher menschlicher Gene zu identifizieren und zu verstehen, die Krankheiten auslösen“, erläutert Prof. Edgar. „Dieses Projekt kann insbesondere dazu beitragen, neue Mechanismen der Stammzellkontrolle zu erkennen und Gene zu finden, die mit zwei häufigen Erkrankungen in Zusammenhang stehen: chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Darmkrebs.“

Nach einem Studium der Biologie am Swarthmore College in Pennsylvania wurde Bruce Edgar (Jahrgang 1960) an der University of Washington in Seattle auf dem Gebiet der Genetik promoviert. Im Anschluss an die Promotion 1987 arbeitete er an der University of California in San Francisco und an der University of Oxford in Großbritannien. Von 1993 bis 2009 war der Wissenschaftler in verschiedenen Funktionen am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle und als Professor an der University of Washington tätig, 2000/2001 unterbrochen von einem Aufenthalt am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg.

Der 2007 eingerichtete Europäische Forschungsrat setzt sich für eine Förderung der grundlagenorientierten Forschung ein, um visionäre Projekte voranzutreiben und neue interdisziplinäre Wissensgebiete zu erschließen. Er schreibt zwei themenoffene Förderlinien aus, deren einziges Kriterium die wissenschaftliche Exzellenz und das innovative Potenzial der Forschungsprojekte ist: Der ERC Advanced Grant wendet sich an herausragende, bereits etablierte Forscher, während die ERC Starting Grants talentierten Nachwuchsforschern die Möglichkeit bieten, sich als eigenständige Wissenschaftler zu profilieren.

Kontakt:
Prof. Dr. Bruce Edgar
Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg
Deutsches Krebsforschungszentrum
Telefon (06221) 54-6827, b.edgar@zmbh.uni-heidelberg.de
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

nachricht CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen
24.05.2017 | DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten