Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU zeichnet zwei Forscher der Universität Basel mit über 6 Mio. Franken aus

23.11.2010
Der Chemiker Ed Constable und der Evolutionsbiologe Dieter Ebert von der Universität Basel erhalten für ihre als exzellent bewerteten Projekte je einen mit 3,3 Mio. Franken dotierten «ERC Advanced Investigator Grant» des Europäischen Forschungsrats.

Constable forscht nach nachhaltigen Technologien im Bereich der Beleuchtung und der Solarenergie. Ebert beschäftigt sich mit der Evolution der Darm– und Haut–bewohnenden Mikroben. Der Förderbeitrag gehört zu den prestigeträchtigsten Förderungen Europas.

Der Chemiker Prof. Dr. Ed Constable von der Universität Basel erhält einen mit 3,3 Mio. Franken dotierten «ERC Advanced Investigator Grant» des Europäischen Forschungsrats. Mit seinem Forschungsprojekt «Light-In, Light-Out» behandelt Constable eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit, wie es im Urteil der Jury heisst.

Beim ausgezeichneten Projekt geht es einerseits um die Entwicklung nachhaltiger und effizienter (hybridorganischer und anorganischer) Solarzellen und andererseits um die Schaffung einer neuen Generation von organischen lichtemittierenden Dioden (OLED) und lichtemittierenden elektrochemischen Zellen (LEC). Dem Projekt zugrunde liegt der Leitgedanke, dass die neu gewonnenen Materialien zukunftsfähig, sprich nachhaltig sein müssen. Constable will auch nicht auf Technologien und Materialien setzen, die teuer und rar sind, sondern auf Materialien, die reichlich vorhanden sind. Nur so sind gute Voraussetzungen für eine globalen Akzeptanz und Anwendung geschaffen.

Erste vielversprechende Laborergebnisse (proof of principle) konnten von Constable und weiteren Forschungsgruppen bereits erzielt werden. Durch die Synthese neuer Materialien sowie durch die Entwicklung von Geräten in Zusammenarbeit mit akademischen und industriellen Partnern – im Besonderen mit Dr. Henk Bolink (Valencia) – sollen nun die Materialien bewertet und schrittweise verfeinert werden. Das Hauptziel ist die Entwicklung neuer Generationen von aktiven Materialien, die mit in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehenden Elementen wie Kupfer oder Zink hergestellt werden können anstelle von Ruthenium oder Iridium.

Constable gilt als internationaler Experte und Pionier im rasch wachsenden Forschungsgebiet der metallorganischen Komplexe und Supramoleküle. Seine Forschung ist gemäss Jurybericht kreativ und signifikant jenseits des aktuellen Standes der Technik. Er schrecke vor wissenschaftlichen Herausforderungen nicht zurück und bringe sich auch in angrenzende Disziplinen ein.

Dieter Ebert erhält hoch dotierten EU-Förderbeitrag

Prof. Dieter Ebert
Der Evolutionsbiologe Prof. Dr. Dieter Ebert von der Universität Basel erhält einen mit 3,3 Mio. Franken dotierten «ERC Advanced Investigator Grant» des Europäischen Forschungsrats. Sein als exzellent bewertetes Projekt beschäftigt sich mit der Evolution der Darm– und Haut–bewohnenden Mikroben. Prof. Dr. Dieter Ebert vom Zoologischen Institut der Universität Basel widmet sich seit zwanzig Jahren der Evolution von Krankheitserregern und ihren Wirten. Besonderes Augenmerk hat er dabei auf die wechselseitige Einflussnahme der Wirte und ihrer Parasiten gelegt sowie auf die Fragestellung, warum Parasiten krank machen. In den letzten Jahren hat Ebert zunehmend genomische Ansätze für seine Arbeit eingesetzt.

Seine Forschung befasst sich vor allem mit Evolution, Genetik und Ökologie der Wechselwirkungen zwischen Wirt und Parasit. Dabei kommen evolutionäre und epidemiologische Ansätze zum Zug, die mit modernen molekularbiologischen Techniken kombiniert werden.

In dem nun vom Europäischen Forschungsrat (ERC) geförderten fünfjährigen Projekt will Ebert die Evolution der Mikrobengemeinschaften, die jeden Organismus begleiten, studieren. Das Projekt ist eine Kombination von genomischen und experimentellen Methoden. Als Modelsystem verwendet die Arbeitgruppe von Ebert Wasserflöhe, die sich durch ihre leichte Haltung und ihre gut bekannte Ökologie und Evolution als ideales Versuchstier eignen. Ziel der Arbeiten ist es zu verstehen, wie die komplexen Mikrobengemeinschaften, sogenannte Microbiota, entstehen und wie sie mit ihrem Wirten interagieren.

Zur Person von Ed Constable
Prof. Dr. Ed Constable, geboren 1955 in Edinburgh, begann seine wissenschaftliche Karriere an der Universität Oxford, wo er 1980 promovierte. Nach Tätigkeiten in Forschung und Lehre an der Universität Cambridge wurde er 1993 zum Ordinarius für anorganische Chemie an der Universität Basel berufen. 2000 wechselte er an die Universität Birmingham, wo er eine Professur für anorganische Chemie sowie die Schulleitung inne hatte. Seit 2002 lehrt und forscht Constable als ordentlicher Professor für Chemie an der Universität Basel. Zu den Forschungsschwerpunkten seiner Forschungsgruppe, die er zusammen mit seiner Frau Professor Catherine Housecroft leitet, gehört die Entwicklung nachhaltiger Materialien, die für Technologien wie effiziente Beleuchtung und Solarenergienutzung verwendet werden können.

Constable ist Mitglied der «Royal Chemical Society», der «American Chemical Society» und der «Schweizerischen Chemischen Gesellschaft» sowie Autor und Herausgeber zahlreicher Artikel und Fachzeitschriften und Träger namhafter Auszeichnungen und Preise. Seit 2007 ist Constable Forschungsdekan der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und seit 2010 Mitglied des Executive Board des Swiss Nanoscience Instituts. Er wird per 1. August 2011 neuer Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung der Universität Basel.

Zur Person von Dieter Ebert
Ebert ist seit 2004 Ordinarius für Zoologie an der Universität Basel. Zurzeit forscht er als Fellow am renommierten Wissenschaftskolleg zu Berlin an einem Projekt zur Symbionten-Transmission zwischen Wirten. Geboren 1961 in Saarburg (Deutschland), studierte er Biologie und Chemie an der TU München und der University of South Alabama in Mobile/Alabama (USA). Nach dem Diplom an der Ludwig-Maximilians-Universität München kam er für sein Doktoratsstudium nach Basel, wo er 1991 seine Dissertation beendete. Forschungsaufenthalte führten ihn zum Vavilov-Institut für Genetik nach Moskau, zum Smithsonian Tropical Research Institute in Panama, zur Universität Oxford und ans Imperial College in London. Von 1995 bis 2001war Ebert Assistenzprofessor am Zoologischen Institut der Universität Basel, wo er 1999 habilitierte. Von 2001 bis 2004 war er Ordinarius an der Universität Fribourg (Schweiz).
ERC Advanced Investigator Grant
Das EU-Programm unterstützt führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Durchführung herausfordernder Forschungsprojekte. Mit Prof. Dr. Ed Constable und Prof. Dr. Dieter Eber haben bereits sechs Forschende der Universität Basel einen dieser hoch dotierten «ERC Advanced Investigator Grant» erhalten. Zuvor konnten bereits Prof. Dr. Christian Körner vom Botanischen Institut (2008), Prof. Dr. John P. Maier vom Departement Chemie, Prof. Silvia Arber und Prof. Dr. Ed Palmer – beide Departement Biomedizin – (alle 2009) einen «ERC Advanced Investigator Grant» entgegennehmen.
Weitere Auskünfte
Prof. Dr. Dieter Ebert, Universität Basel, Zoologisches Institut, Tel. Sekretariat 061 267 03 61, E-Mail: dieter.ebert@unibas.ch

Prof. Dr. Edwin Charles Constable, Universität Basel, Departement Chemie, Tel. Sekretariat 061 267 10 22, E-Mail: edwin.constable@unibas.ch

Hans Syfrig Fongione | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibas.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten