Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Kommission fördert h_da-Forschungsprojekt zu personalisierter Medizin mit bis zu 450.000 Euro

11.03.2015

Die Europäische Kommission fördert das Forschungsprojekt „SemAntically integrating Genomics with Electronic health records for Cancer CARE“ (SAGE-CARE) an der Hochschule Darmstadt (h_da) über drei Jahre mit bis zu 450.000 Euro. Partner des Projekts sind der Fachbereich Informatik der h_da, die University of Edinburgh sowie die Unternehmen „Nsilico Lifescience“ und „Ubitech“. Ziel ist es, Software zu entwickeln, die Medizinerinnen und Mediziner bei der Diagnose und Behandlung von Krebs unterstützt. Dafür sollen Informationen aus Genomanalysen und Datenbanken für Forschungsergebnisse mit denen aus elektronischen Gesundheitsakten intelligent verknüpft werden.

Personalisierte Medizin gilt als Zukunftsthema. Denn im Gesundheitsbereich stehen immer mehr individuelle Daten zur Verfügung: Menschen lassen mittels Genomanalyse ihr Erbgut untersuchen und die elektronische Gesundheitskarte speichert zentral komplette Krankheitsverläufe und die Behandlungshistorie.

Das Forschungsprojekt SAGE-CARE unter Federführung des Fachbereichs Informatik der h_da soll solche Daten besser nutzbar machen, um Medizinerinnen und Mediziner bei der Behandlung von Krebs zu unterstützen.

Dem Projekt vorausgegangen sind intensive Studien und Vorentwicklungen, in denen Ärztinnen und Ärzte ihren Bedarf nach solchen Lösungen formuliert haben. „Während Genomanalyse und andere Bereiche der Bioinformatik-Forschung in den letzten Jahren große Fortschritt gemacht haben, sind viele der Forschungsergebnisse im Klinikalltag noch nicht angekommen“, beschreibt Prof. Dr. Bernard Humm die Herausforderung.

Der Informatik-Professor an der h_da leitet als Spezialist für Semantische Datenintegration das interdisziplinäre Forschungsprojekt, das von der Europäischen Kommission im Rahmen des „Horizon 2020“-Programms gefördert wird.

Ziel des Teams ist es, Software zu entwickeln, die Daten aus Genomanalysen und Datenbanken für medizinische Forschungsergebnisse mit denen aus elektronischen Gesundheitsakten intelligent semantisch integriert. Das bedeutet, dass die Informationen nicht einfach in einer Datenbank gespeichert werden, sondern medizinisch relevante Querbezüge hergestellt werden.

Während der Behandlung sollen Ärztinnen und Ärzte mit Hilfe der Software interaktiv Hinweise auf ähnliche Symptome und Krankheitsverläufe bekommen. Diagnostiziert eine Ärztin etwa ein bestimmtes Krankheitsbild, erhält sie Informationen über erfolgreiche Behandlungen derselben Symptome in anderen Kliniken.

Ebenso sollen aktuelle Forschungsergebnisse angezeigt werden, die Hinweise auf neue Behandlungsmöglichkeiten geben. Damit sollen Ärztinnen und Ärzte auch im hektischen Klinikalltag immer alle relevanten Informationen zur Hand haben.

Das Projekt SAGE-CARE bringt Wissen aus verschiedenen Bereichen zusammen: Der Fachbereich Informatik der h_da bringt seine Expertise im Bereich Semantische Datenintegration ein. Das Unternehmen „Ubitech“ soll als Spezialist für IT-Sicherheit dazu beitragen, die sensiblen Daten unter anderem durch Anonymisierung und die Einschränkung des Zugriffs zu schützen.

Weitere Partner steuern Fachwissen zu Bioinformatik und High-Performance Computing bei. Dazu kommen Medizinerinnen und Mediziner, mit denen gemeinsam bereits Ende des Jahres erste Software-Prototypen entwickelt werden sollen.

Fachlicher Ansprechpartner für die Medien:

Prof. Dr. Bernard Humm
Hochschule Darmstadt
Fachbereich Informatik
Telefon: +49 6151 16-8494
E-Mail: bernhard.humm@h-da.de

Nico Damm | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.h-da.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE