Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Förderung für nachhaltige Stadtkonzepte

10.10.2014

Europäische Kommission nominiert Fraunhofer Smart-Cities-Projekt als Leuchtturmprojekt

Die Europäische Kommission hat das Projekt »Triangulum« unter Leitung des Fraunhofer IAO und mit Unterstützung des Steinbeis-Europa-Zentrums als Leitprojekt der Initiative »Smart Cities and Communities« nominiert. Im Projekt werden intelligente Stadtquartiere in drei Vorreiterstädten umgesetzt und anschließend auf drei weitere Städte übertragen. Beteiligt sind 23 europäische Partner aus Städten, Forschung und Industrie.


Europäische Kommission nominiert Fraunhofer Smart-Cities-Projekt als Leuchtturmprojekt.

© Fraunhofer IAO

Für sein Konzept zur Entwicklung intelligenter Stadtquartiere startet ein Konsortium unter der Leitung des Fraunhofer IAO im Rahmen der Initiative »Smart Cities and Communities« eine strategische Partnerschaft. Das eingereichte Projekt »Triangulum« steht für »The Three Point Project: Demonstrate. Disseminate. Replicate« und wird mit Unterstützung der Europäischen Union wegweisende Konzepte zunächst in den drei Städten Manchester (UK), Eindhoven (Niederlande) und Stavanger (Norwegen) umsetzen. Im Anschluss sollen die Konzepte auf Leipzig (Deutschland), Prag (Tschechien) und Sabadell (Spanien) übertragen werden. Das Vorhaben ist aus der Morgenstadt-Initiative der Fraunhofer-Gesellschaft entstanden.

»Unser Ziel ist es, praktikable Lösungen zu finden, um Städte nachhaltig, intelligent und auch in Zukunft lebenswert zu machen. Dazu setzen wir wegweisende Konzepte für nachhaltige Energieversorgung, Mobilität und Informationstechnologie zunächst in drei ausgewählten Städten um«, erläutert Alanus von Radecki, Projektleiter am federführenden Fraunhofer IAO.

In Manchester wird das studentische Zentrum »Manchester Corridor« mit rund 72 000 Studierenden in ein Smart-City-Quartier transformiert. Neben der Sanierung historischer Gebäude wird ein autarkes Energienetz aufgebaut, um das gesamte Stadtquartier mit Wärme und Strom zu versorgen. Das Netz beinhaltet die Versorgung über Erd- und Fernwärme sowie zwei separat operierenden Stromnetze und eine Brennstoffzelle, die überschüssige Energie speichern kann. Darüber hinaus sollen alle herkömmlichen Autos aus dem Viertel verbannt werden: Nur noch Elektrofahrzeuge, Fahrräder sowie die städtische E-Tram »Metrolink« dürfen nach der Vision der Wissenschaftler dann im Corridor verkehren.

In Eindhoven werden gleich zwei Stadtviertel im Zuge des Projekts in nachhaltige Lebensräume verwandelt. Das ehemalige Industriegelände der Firma Philips im Distrikt Strijp-S soll zu einem kreativen Smart District werden. Ein innovatives Konzept zur Sanierung kontaminierter Böden dient hier gleichzeitig zur Energieerzeugung. Über eine quartierweite IKT-Lösung können die Einwohner auf verschiedene Bereiche der Infrastruktur zugreifen und so zum Beispiel elektrische Fahrzeuge eines Quartier-Carsharings buchen oder intelligente Parkraumkonzepte nutzen. Das IT-basierte Tool verhilft den Einwohnern so dabei, nachhaltige Verhaltensweisen bezüglich Energie und Mobilität zu entwickeln. Elektrisch angetriebene Busse sollen den Stadtverkehr umweltfreundlich machen. Eine andere Herausforderung bringt der Stadtteil »Eckhart Vaartbroek« mit sich: Die hier vorherrschenden Sozialbauten werden energetisch saniert. Zur genauen Berechnung der Energieeinsparung kommt ein IT-basiertes Instrument zum Einsatz, das Aufwand und Ertrag in einer 3D-Visualisierung des Quartiers abbilden kann.

Elektromobilität gehört für die Bewohner des norwegischen Stavanger bereits zum Alltag. Doch die Stadt mit der europaweit höchsten Dichte an Elektrofahrzeugen möchte noch besser werden, nämlich ein Motor für Entwicklung und Wachstum. Basis dafür ist ein hoch leistungsfähiges Glasfasernetzwerk, das es ermöglicht, Daten auf schnellstem Weg auszutauschen. Verschiedene Energie- und Mobilitätsprojekte auf Grundlage bestehender Highspeed-IKT-Infrastrukturen sollen Stavanger dabei helfen, Energie- und Mobilitätslösungen innovativ und clever zu integrieren. Stavanger weist den Weg hin zu intelligenteren Städten, in denen Unternehmen, Menschen, Forschungseinrichtungen und Gemeinschaften verknüpft werden, um das städtische Leben durch nachhaltigere, integrierte Lösungen zu verbessern und so das regionale Wachstum zu sichern und zu fördern. Zum Projekt gehören auch neue öffentliche Dienste wie Videolösungen, die die Glasfaserinfrastruktur nutzen.

Zweiter Dreh- und Angelpunkt des Projekts sind daher das bürgerschaftliche Engagement sowie die Förderung der Bürgerbeteiligung durch Workshops. »Herzstück unseres Projekts ist eine IKT-Architektur, die in allen drei Leuchtturm-Städten zum Einsatz kommt. Sie ist die Grundlage dafür, dass die einzelnen Technologien in der Stadt miteinander vernetzt und aufeinander abgestimmt werden«, so Alanus von Radecki. Diese einheitliche Architektur sorgt auch dafür, dass die Konzepte später auf weitere Städte übertragen werden können – was die Follower-Städte Leipzig, Prag (Tschechien) und Sabadell (Spanien) im zweiten Schritt des Projekts beweisen sollen.

Die Europäische Kommission hat »Triangulum« aus insgesamt 19 eingereichten Anträgen für eine strategische Partnerschaft im Rahmenprogramm »Horizon 2020« ausgewählt. Das Steinbeis-Europa-Zentrum hat das Fraunhofer IAO bei der Antragstellung begleitet und wird dieses bei der administrativen, finanziellen und legalen Projektkoordination unterstützen sowie die Verbreitung von Projektergebnissen koordinieren.

Unter wissenschaftlicher Leitung des Fraunhofer IAO arbeiten im Projektkonsortium folgende Städte sowie weitere Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen zusammen:

Projektkoordinator
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO | Steinbeis-Europa-Zentrum

Weitere Partner
Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart

Beteiligte Partner Manchester (UK)
Manchester City Council | The University of Manchester | The Manchester Metropolitan University | Siemens plc | Clicks and Links LTD

Beteiligte Partner Eindhoven (Niederlande)
Municipality of Eindhoven | Park Strijp Beheer B.V. | Stichting Woonbedrijf SWS.Hhvl | Technische Universiteit Eindhoven | Strijp S. Ontwikkeling B.V. | Koninklijke KPN N.V.

Beteiligte Partner Stavanger (Norwegen)
Stavanger Kommune | Greater Stavanger Economic Development AS | Rogaland Fylkeskommune | The University of Stavanger | Lyse Energi AS

Beteiligte Partner der Follower Cities
Prague Institute of Planning and Development (Tschechien) | Ajuntament de Sabadell (Spanien) | Stadt Leipzig (Deutschland) | TÜV SÜD AG (Deutschland)

Ansprechpartner:
Alanus von Radecki
Urban Systems Engineering
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart, Germany
Telefon: +49 711 970-2169
E-Mail: alanus.radecki@iao.fraunhofer.de

Nora Fanderl
Urban Systems Engineering
Fraunhofer IAO
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart, Germany
Telefon: +49 711 970-2301
E-Mail: nora.fanderl@iao.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/geschaeftsfelder/mobilitaets-und-stadtsyste...

Juliane Segedi | Fraunhofer-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

IVAM-Produktmarkt „High-tech for Medical Devices“ auf der COMPAMED 2017

18.10.2017 | Messenachrichten