Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Förderung für Forschung zu kognitiven Funktionen des Hörsystems

21.11.2013
Großer Erfolg für das von der Universität Leipzig koordinierte internationale Netzwerk für die Erforschung der kognitiven Funktionen des Hörsystems: Das unter Federführung von Prof. Dr. Rudolf Rübsamen laufende Erasmus-Mundus-Projekt "Student Exchange Network in Auditory Cognitive Neuroscience" (ACN) wird von der Europäischen Union bis 2017 mit 1,47 Millionen Euro gefördert.

Das Programm organisiert einen intensiven Doktorandenaustausch auf den Forschungsgebieten der neurobiologischen und kognitionspsychologischen Hörforschung zwischen Nordamerika und Europa. Insgesamt sind 26 renommierte Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Europa und Nordamerika beteiligt.

Wir sind stolz, dass wir uns mit Leipzig als Sprecheruniversität auch unter der Bedingung gestiegener internationaler Konkurrenz durchsetzen konnten", sagt Professor Rübsamen, Direktor des Graduiertenzentrums Lebenswissenschaften. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ein Projekt nach der Startphase weiter gefördert wird."

Häufig sei es sogar schwieriger, eine Fortführung finanziert zu bekommen als einen erfolgreichen Erstantrag einzureichen. Im Fokus des Projekts steht die Frage, wie Sprache, Musik und informationstragende Umweltgeräusche im Gehirn verarbeitet werden. Wichtigster Partner und Koordinator auf der nordamerikanischen Seite ist Marc Schönwiesner, Professor am Department of Psychology der Université de Montréal und Alumnus der Universität Leipzig. In den kommenden Jahren will die Projektleitung einen regen, forschungsorientierten Austausch von Doktoranden, postgradualen Studierenden und Mitarbeitern der beteiligten Institutionen organisieren. Geplant sind auch regelmäßige Treffen in Leipzig.

Das von der Europäischen Union geförderte Projekt hat auch deshalb große Bedeutung für Leipzig, weil es ein wichtiger Baustein zur Internationalisierung und grenzüberschreitenden Sichtbarkeit der Alma mater lipsiensis ist, unterstreicht Professor Rübsamen, der die Professur für Neurobiologie an der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie inne hat.

Das Projekt umfasst unter anderem Themen wie die Entwicklung des Hörens und der Sprache, die Wahrnehmung von Musik sowie neuronale Grundlagen der sinnlichen Wahrnehmung von Kunst. Die genannten Felder werden dabei mit verhaltenspsychologischen, elektrophysiologischen und bildgebenden Messverfahren untersucht. Da international führende Labore auf den Gebieten hörbezogener Kognitions- und Neuropsychologie sowie Musikpsychologie an diesem Konsortium beteiligt sind, besteht für die am Austausch Beteiligten die einzigartige Chance, eng mit Experten aus diesen thematisch verwandten Forschungsbereichen zusammenzuarbeiten.

Die gewonnen Erkenntnisse können in verschiedenen Bereichen in konkrete Handlungsempfehlungen und Anwendungen überführt werden, so etwa im Gesundheitswesen, in der Kommunikationstechnologie, bei der Entwicklung von Audiosystemen, aber auch in der Musikindustrie bis hin zu Computerspielen.

Das Graduiertenzentrum Lebenswissenschaften ist Teil der Research Academy Leipzig. Die RAL ist für die Gesamtuniversität eine Steuerungseinheit zur Organisation international ausgerichteter strukturierter Programme zur Qualifikation von Doktoranden. Strategisches Ziel ist die Ausbildung und Rekrutierung exzellenter Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland. Zum anderen beschreitet sie inhaltlich einen neuen Weg, der über die herkömmlichen Modelle struktureller Doktorandenqualifikation hinausgeht. Durch die RAL wird ein Forum geschaffen, das zwischen etablierten weltweit führenden Forschern und den bestqualifizierten Promovierenden in Doktorandenprogrammen eine Lerngemeinschaft auf Zeit stiftet und die dafür notwendigen institutionellen Rahmenbedingungen schafft.

Jörg Aberger

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Rudolf Rübsamen
Institut für Biologie
Telefon: +49 341 97-36723
E-Mail: rueb@runi-leipzig.de
Web: www.uni-leipzig.de/~acn
Ulrike Pratesi
Institut für Biologie
Telefon: +49 341 9736745
E-Mail: ulrike.pratesi@uni-leipzig.de

Susann Huster | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Berichte zu: Biologie EU-Förderung Hörsystem Lebenswissenschaft Rübsamen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften