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EU fördert internationales Training für Doktoranden in der Krebsforschung

28.07.2015

Zusammen mit 17 Partnern haben Forscher der Universität Luxemburg ein internationales Trainingsnetzwerk für junge Krebsforscher entwickelt und sich damit erfolgreich bei der anspruchsvollen Marie-Curie-Ausschreibung der Europäischen Kommission beworben.

Mit über drei Millionen Euro fördert die EU nun dieses sogenannte „MELPLEX“-Netzwerk. Rund 500 000 Euro davon gehen allein an die Life Sciences Research Unit (LSRU) der Universität Luxemburg. Damit werden zwei der insgesamt 15 teilnehmenden Doktoranden finanziert, die hauptsächlich an der Universität Luxemburg tätig sein werden, sowie ihre Forschungsarbeiten und -aufenthalte bei Projektpartnern in Europa, den USA und in Israel.

Das EU-Programm „Marie Sklodoswka Curie“ finanziert Ausbildungsnetzwerke für junge Forscher mit Fokus auf internationaler Mobilität. „Wir freuen uns sehr, dass unser Projekt mit 98 Punkten von 100 ausgezeichnet bewertet wurde. Das Rennen ist bei dieser Ausschreibung so eng, dass viele exzellent bewertete Projekte noch abgelehnt werden“, so Dr. Thomas Sauter, Professor für Systembiologie an der Universität Luxemburg und Trainingskoordinator des gesamten Netzwerks.

Das Trainingsnetzwerk MELPLEX (Abkürzung für „Exploiting MELanoma disease comPLEXity to address European research training needs in translational cancer systems biology and cancer systems medicine“) wird von Dublin aus koordiniert und verbindet Universitäten, Kliniken und Unternehmen aus elf Ländern, darunter Belgien, Luxemburg, Irland, Dänemark, Israel und die USA.

Alle forschen über Hautkrebs: „Das ist die Krebsart, die am schnellsten zunimmt, vor allem in der EU und den USA“, erklärt Prof. Sauter. „Wenn er zu spät entdeckt wird, verläuft er meist tödlich, da er gegen Chemotherapie weitgehend resistent ist und die bisherigen anderen Therapieansätze keinen Durchbruch erzielt haben.“

Die Suche nach besseren Früherkennungsmethoden sowie alternativen Therapien sei deshalb besonders dringlich. Dafür sei eine gute Vernetzung zwischen unterschiedlichen Forschungsgebieten sowie mit Unternehmen unerlässlich: „Herausforderungen wie diese, die unter anderem mit großen Datensätzen zu tun haben, werden wir nicht alleine lösen können. Da müssen unterschiedliche Fächer zusammenwachsen“.

Das Training der beiden aus 350 Bewerbern ausgewählten Doktoranden an der Uni Luxemburg wird international, interdisziplinär und intersektoriell. Sébastien de Landtsheer wird zunächst 18 Monate in Luxemburg an einer mathematischen Beschreibung der Signalwege in Hautkrebs arbeiten, in denen über hundert verschiedene Moleküle interagieren. Dann wird er sein Projekt drei Monate lang am University College in Dublin und sechs Monate lang in einem Pharmaunternehmen in Boston vertiefen.

„Dadurch, dass ich mit Experten aus verschiedenen Bereichen in Kontakt treten werde, werde ich mehr erfahren und mehr Kontakte knüpfen können, als wenn ich nur in einer Institution bleiben würde“, betont er. Auch sein Kollege Marco Albrecht unterstreicht: „Durch die verschiedenen Partner des Netzwerks haben wir hier ideale Karrierebedingungen.“ Er plant seinerseits in Luxemburg, der Hautklinik der Technischen Universität Dresden und der Firma Optimata in Israel die 3D-Modellierung eines Tumors zu erstellen.

Begleitet wird das Training der Doktoranden durch Seminare zu Zeitmanagement, Datenanalyse oder etwa Mikroskopie.


Informationen für die Redaktion:

Dieses Projekt wurde unter der Marie Sklodowska-Curie Subventions-Vereinbarung No 642295 vom Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union finanziert.

Ansprechpartner für Journalisten: Prof. Dr. Thomas Sauter, thomas.sauter@uni.lu, T: +352 46 66 44 – 6296

Weitere Informationen:

http://melplex.eu/ - Homepage des Trainingnetzweks MEL-PLEX
http://www.uni.lu - Homepage der Universität Luxemburg

Britta Schlüter | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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