Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Essener Herzchirurg mit Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet

03.12.2009
Professor Dr. Heinz Günther Jakob erhält für seine Idee einer "Hybridprothese" gemeinsam mit der Firma Jotec den renommierten Dr.-Rudolf-Eberle-Preis.

Wenn es in der Hauptschlagader zu Einrissen oder Ausweitungen kommt, ist das für die betroffenen Patienten lebensgefährlich: Nach einer akuten Aortendissektion (bei Einrissen in der inneren Gefäßwand) würden 90 Prozent der Patienten innerhalb eines Monats versterben, wenn sie nicht sofort operiert würden.

"Die herkömmlichen Operationsmethoden bergen dabei ein sehr hohes Sterblichkeitsrisiko, da die Eingriffe sehr kompliziert und mit einem hohen chirurgischen Trauma verbunden sind", erklärt Professor

Dr. Heinz Günther Jakob, Direktor der Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie am Westdeutschen Herzzentrum des Universitätsklinikums Essen.

Neues System verbindet Stent und Gefäßprothese

Im Jahr 2003 wandte sich Prof. Dr. Jakob deshalb auf der Suche nach besseren Therapiemethoden an die süddeutsche Medizintechnikfirma Jotec, die auf Geräte für Gefäßtechnik spezialisiert ist. Die Ideen einer "Hybridprothese" (Arbeitstitel: Essen-I-Prothese) hatte er dabei schon im Gepäck. "Die Firma hat daraufhin innerhalb von drei Monaten den Prototyp einer Verbindung von Stent und Gefäßprothese entwickelt, den wir gemeinsam dann noch verfeinert haben", erklärt Prof. Jakob. Das neue System besteht aus einem Stentgraft-Anteil, der in den chirurgisch nicht zugänglichen Aorta-Abschnitt geschoben werden kann, und einem daran befestigten engmaschig gewebten Prothesenanteil, der eine sichere Fixierung ermöglicht und als Verbindung zur Wiederherstellung des angegriffenen Aortenbogens dient.

Die Jury lobte die Verbesserung der Patientensicherheit

Für das Ergebnis, eine so genannte Hybrid-Stentgraft-Prothese, sind Prof. Dr. Heinz Günther Jakob und die Jotec GmbH nun mit dem Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden, der mit 15.000 Euro dotiert ist. Die Jury lobte dabei vor allem die deutliche Verbesserung der Patientensicherheit, die der neue Stent mit sich bringt, sowie die Entlastung des Gesundheitssystems, die mit rascheren Operationszeiten und verkürzten Liegezeiten der Patienten einher geht. "Da das neu entwickelte Hybrid-Stentgraft-System eine besonders engmaschig gewebte und blutdichte Gefäßprothese und einen Stent mit speziellem Einführungssystem verbindet, ist nur noch ein einziger operativer Eingriff notwendig, und nicht wie früher ein weiterer zweiter, belastender Eingriff, was für die Patienten viel schonender ist", betont Prof. Heinz Jakob. So können auch ältere und durch Begleiterkrankungen vorbelastete Patienten von der neuen Therapiemethode profitieren, für die die früheren Operationsverfahren viel zu lebensgefährlich waren.

Die neuen Hybrid-Prothesen haben sich in der Paxis bewährt

Am Westdeutschen Herzzentrum hat Prof. Dr. Heinz Günther Jakob seit Januar 2004 mit seinem Team bereits 65 Hybrid-Stentgraft-Prothesen mit Erfolg verpflanzt. "Da wir am Westdeutschen Herzzentrum über einen Hybrid-Operationssaal verfügen, in dem wir Herzchirurgen mit Kardiologen Hand in Hand arbeiten können, konnten wir das innovative Prothesensystem sofort zum Einsatz bringen", so der Herzchirurg: "Es hat sich in der Praxis schon mehrfach bewährt und findet weltweit bereits in mehr als 1000 Fällen Nachahmung." Professor Dr. Heinz Günther Jakob reiste nun persönlich nach Stuttgart, um den baden-württembergischen Innovationspreis gemeinsam mit dem Jotec-Team aus den Händen des Wirtschaftsministers Ernst Pfister entgegen zu nehmen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Prof. Dr. Heinz Günther Jakob
Direktor für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie
Des Westdeutschen Herzzentrums am
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstraße 55
45147 Essen
Tel. 0201-723-4900
E-Mail: heinz.jakob@uk-essen.de
Das Pressefoto zeigt den Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg, Ernst Pfister (links), Prof. Dr. Heinz Günther Jakob vom Westdeutschen Herzzentrum (2.v.r.) sowie das Jotec-Team.

Anne Bolsmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-essen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften