Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster Platz für bahnbrechendes Wundheilverfahren

27.11.2014

Die Freude war groß beim Team um das Plasmatechnologie-Unternehmen CINOGY GmbH, als es am 26. November beim Wettbewerb um den »Innovationspreis des Landkreises Göttingen« in der Kategorie »Bewerber über 20 Mitarbeiter« den ersten Platz erreichte.

Das Konsortium aus Südniedersachsen besteht aus der CINOGY GmbH und Forschern und Entwicklern des Fraunhofer Anwendungszentrums für Plasma und Photonik des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST, der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst und der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen.


Die Preisträger des »Innovationspreises des Landkreises Göttingen« v.r.n.l.: Dr. Dirk Wandke, Dr. Andreas Helmke, Prof. apl. Prof. Dr. Wolfgang Viöl, Prof. Dr. Steffen Emmert).

Dieses Team gewann die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung für das CE-zertifizierte Medizinprodukt PlasmaDerm®, einem Gerät, das erstmals die Möglichkeit bietet, »kaltes« Plasma als Therapieverfahren in der Wundheilung einzusetzen. Die Fachjury begründete die Auszeichnung mit dem für Wundheilungstherapien bahnbrechenden Charakter von PlasmaDerm®.

Dr. Dirk Wandke, Geschäftsführer der CINOGY GmbH, sieht die Entwicklung der PlasmaDerm®-Therapie durch die Preisverleihung bestätigt: »Der Innovationspreis zeigt uns, dass der Schritt raus aus den Laboren hin zu den Patienten richtig gewesen ist. Denn besonders die tägliche Anwendung bei mittlerweile einer Vielzahl von Erkrankungen macht deutlich, wie viele Möglichkeiten die PlasmaDerm®-Therapie bereithält.«

Während der therapeutischen Anwendung bringt das mobile, handliche PlasmaDerm®-Gerät gewebeverträgliches »kaltes« Plasma (= energetisch angeregte Luft) mit der Wundoberfläche direkt in Kontakt. Dabei entfaltet eine Kombination aus einem stimulierenden elektrischen Feld, aktivierten Teilchen der Umgebungsluft wie Sauerstoff und Ozon und niedrig dosiertem UV-Licht heilungsfördernde Effekte: Mikroorganismen (auch resistente) werden abgetötet, und speziell das in die Tiefe wirkende elektrische Feld regt die Durchblutung und die Selbstheilungskräfte an. Diese Wirkkombination beschleunigt die Wundheilung, wie klinische Anwendungen und Praxiseinsätze zeigen.

»Schon während der klinischen Pilotstudie für die CE-Zulassung hat sich gezeigt, dass die PlasmaDerm®-Therapie nicht nur eine hohe Verträglichkeit, sondern auch ein großes Potential bei der Wundversorgung besitzt,« berichtet Prof. Dr. Steffen Emmert, leitender Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen.

Chronische Wunden verschiedenster Ursachen können mit der PlasmaDerm®-Therapie sicher und schmerzlos behandelt werden: Geschwüre am Bein durch Krampfaderleiden, aber auch chronische Wunden aufgrund von Durchblutungsstörungen, Zuckerkrankheit oder Wundliegen. Dabei wird immer auch eine Reduktion von Keimen auf der Wunde erzielt. »Bislang setzen Kliniken und niedergelassene Ärzte die PlasmaDerm®-Therapie bei ihren Patienten ein. Die bisherigen Erfahrungen sind durchweg positiv, da die Wunden unproblematischer als bei herkömmlichen Verfahren heilen. Sogar austherapierte Krankheitsfälle können neu und mit guten Heilungschancen angegangen werden,« sagen Dr. Dirk Wandke und Prof. apl. Prof. Dr. Wolfgang Viöl, die Preisträger aus dem PlasmaDerm®-Konsortium.

Damit hat das Konsortium um die CINOGY GmbH nach den Jahren der Entwicklung der PlasmaDerm®-Medizinprodukte eine Menge erreicht. Zur Seite standen und stehen ihr dabei renommierte Partner aus der Forschungsregion Göttingen wie das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Plasma und Photonik und die HAWK, die beide für die PlasmaDerm®-Forschung zuständig sind, sowie die Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen, die die Anwendung in Studien untersucht.

PlasmaDerm® ist mittlerweile EU-weit zugelassen – weltweit als erstes Verfahren auf dem Markt, das mit Plasma Heilerfolge aufweisen kann. Das soll möglichst vielen Patienten zugute kommen, so dass die CINOGY GmbH sehr aktiv daran arbeitet, PlasmaDerm® zu verbreiten: bei Hautärzten und in Kliniken in ganz Deutschland.

Nach den ersten Heilerfolgen der PlasmaDerm®-Therapie entwickelt CINOGY das nun preisgekröntes Produkt weiter, wie Prof. apl- Prof. Dr. Wolfgang Viöl vom Fraunhofer-Anwendungszentrum und Prof. Dr. Steffen Emmert von der Hautklinik der Universitätsmedizin in Göttingen betonen: »PlasmaDerm® bietet über die bisherigen Heilerfolge im Bereich der chronischen Wunden hinaus auch potentielle Behandlungsmöglichkeiten für chronische, schlecht zu behandelnde Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder die Schuppenflechte. Das untersuchen wir, um auch Menschen mit solchen Leiden zu helfen. Der Innovationspreis ist für uns ein Ansporn, die PlasmaDerm®-Produktfamilie auszubauen.«

Hintergrundinformation

Über die CINOGY GmbH

Der Firmensitz von CINOGY ist im südniedersächsischen Duderstadt, in der Zentrale des Medizintechnik-Unternehmens Otto Bock HealthCare GmbH. CINOGY entwickelt und produziert innovative, plasmabasierte Verfahren und Produkte für die Medizin und Kosmetik. Den Qualitätsanforderungen an die Herstellung von Medizinprodukten wird CINOGY u.a. durch Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 13485:2012 gerecht.

Über das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST

Das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST bündelt als industrie­nahes FuE-Dienstleistungszentrum Kompetenzen auf den Gebieten Schichtherstellung, Schichtanwendung, Schichtcharakterisierung und Oberflächenanalyse. Ziel ist es, Oberflächen der verschiedensten Grundmaterialien neue oder verbesserte Funktionen zu verleihen, um auf diesem Wege innovative, marktgerechte Produkte zu schaffen. Die Schwerpunkte des Anwendungszentrums für Plasma und Photonik in Göttingen liegen dabei u. a. im Einsatz von Plasmen in den Bereichen Energietechnik, Produktion, Bioengineering, Hygiene, Gesundheit und Umwelt

Über die HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim / Holzminden / Göttingen

Die HAWK qualifiziert ihre Studierenden in insgesamt sechs Fakultäten an den Stand­orten Hildesheim, Holzminden und Göttingen mit derzeit 21 Bachelor-und 14 Masterstudiengängen. Derzeit sind rund 5500 Studierende eingeschrieben. Am Standort Göttingen studieren rund 1450 junge Leute an den Fakultäten Naturwissenschaften und Technik sowie Ressourcenmanagement. Die enge Vernetzung mit regionalen und überregionalen Projektpartnern in Lehre und Forschung sowie die stark interdisziplinäre Ausrichtung unterstreichen die Praxisorientierung der Hochschule. Um sich ein eigenes Profil erarbeiten zu können, werden den Studierenden neben den zentralen Lehrinhalten auch umfangreiche studiengangübergreifende Seminare im Bereich HAWK plus angeboten. Das »Centre for Entrepreneurship« begleitet interessierte Studierende professionell auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Über die Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist ein international ausgewiesenes Spitzenzentrum in der medizinischen Forschung und Krankenversorgung. Die Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie besitzt umfangreiche Expertise in der grundlagenorientierten, der translationalen wie auch der klinischen Forschung (Web site: http://www.dermatologie.med.uni-goettingen.de; Direktor: Herr Univ.-Prof. Dr. M.P. Schön). Der leitende Oberarzt der Hautklinik Herr Univ.-Prof. Dr. S. Emmert unterhält seit vielen Jahren eine grundlagenorientierte, primär DFG-geförderte Forschungsgruppe. Kernkompetenzen bestehen insbesondere in Zellkulturtechniken, Mausmodellen, histologischen Techniken, Gentoxizitäts- und DNA-Reparaturtestungen sowie der Durchführung von Untersucher-initiierten klinischen Studien.


Weitere Informationen:

http://www.ist.fraunhofer.de

Dr. Simone Kondruweit | Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie