Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Stuttgarter Oberflächentechnik-Preisträger gekürt

14.06.2012
Mit der »OBERFLÄCHE 2012« in Gold wurde die Karl Wörwag GmbH & Co.KG ausgezeichnet. Die »OBERFLÄCHE 2012« in Silber errang die Holzapfel Metallveredelung. Dem Konsortium Krautzberger GmbH, Worlée-Chemie GmbH und Caparol Industrial Solutions GmbH verlieh die Jury die »OBERFLÄCHE 2012« in Bronze.

Der erste Messetag der O&S in Stuttgart begann gleich mit einem Highlight. Am 12. Juni 2012 sind im Fachforum O&S die ersten drei Oberflächenpreise verliehen worden. Die preisgekrönten Entwicklungen stammen aus den unterschiedlichsten Disziplinen der Oberflächentechnik: Mit der »OBERFLÄCHE 2012« in Gold wurde die Karl Wörwag GmbH & Co.KG ausgezeichnet. Ihr Thema »Transferlack zur Herstellung von Class A Oberflächen« revolutioniert den Beschichtungsprozess.

Die »OBERFLÄCHE 2012« in Silber errang die Holzapfel Metallveredelung. In ihrer Einreichung »Sinter Surface Solutions« stellte sie ein Verfahren dar, mit dem sich bei Konstruktionswerkstoffen aus Sintermaterialien Poren versiegeln und danach auch galvanisch beschichten lassen. Dem Konsortium Krautzberger GmbH, Worlée-Chemie GmbH und Caparol Industrial Solutions GmbH verlieh die Jury die »OBERFLÄCHE 2012« in Bronze. Der 3. Preis trägt den Titel »Spritzanlage PK 20S/ PK 40D – eine Spritzanlage zum Versprühen von spritzbaren Wärmedämmstoffen«.

Lackaufbau wie eine Klebfolie applizieren
Bisher werden Lacke aufwändigst etwa auf Kotflügel oder Motorhauben von Karossen flächig aufgetragen, damit sie den hohen funktionalen und ästhetischen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie genügen. Klassische Lackierprozesse sind außerdem durch den entstehenden Overspray, z. B. bei Anbauteilen im Bereich der Dachreling oder von Blenden, wenig effizient.

Den Preisträgern der Karl Wörwag GmbH & Co. KG ist es mit ihrer Bewerbung »Transferlack zur Herstellung von Class A Oberflächen« gelungen, den kompletten und komplexen Mehrschicht-Lackaufbau als freien Film herzustellen, um diesen »von der Rolle« direkt auf geeignete Bauteile zu übertragen. Für die Hersteller von Teilen, für die dieses Verfahren geeignet ist, entfällt damit der Lackierprozess und weicht einem »Folienprozess«. Das Bild einer Klebfolie liegt zwar auf der Hand, wird diesem Beschichtungsmaterial aber deshalb bei weitem nicht gerecht, weil es den Entwicklern gelungen ist, die komplette Funktionalität eines Mehrschicht-Lackaufbaus einschließlich der anspruchsvollen optischen Anforderungen von Metallic-Lackierungen in eine mehrlagige Folienschicht zu integrieren. Dieser neue Ansatz revolutioniert daher die Beschichtungstechnik in vielen Anwendungsbereichen.

»Besonders überzeugt hat uns beim Preisträger neben dem eigentlichen technischen Aspekt des Verfahrens auch die Tatsache, dass die Idee zur konsequenten Weiterentwicklung der Folienbeschichtung von einem Unternehmen mittlerer Größe energisch und hartnäckig vorangetrieben wurde, das zwar auf das Gebiet der Kunststofflackherstellung spezialisiert war, aber als Firma mit dieser herausfordernden Neuentwicklung entwicklungstechnisch komplettes Neuland betrat«, begründet Dr. Michael Hilt, Leiter der Forschungsgesellschaft für Pigmente und Lacke e.V., die Entscheidung der Jury.

Sinterwerkstoffe versiegeln und prozesssicher galvanisieren
Hochleistungskonstruktionswerkstoffe sind im tatsächlichen Sinn Enabler für viele Anwendungen in allen Arten von Produkten. Ihr Manko: solche Werkstoffe sind porös, korrodieren leicht und verschleißen schnell, weshalb ihre Oberfläche geschützt werden muss. Dazu kommen häufig galvanische Verfahren zum Einsatz.
Eine besondere Rolle bei modernen Konstruktionswerkstoffen kommt den Sintermaterialien zu. Einerseits können damit Werkstoffe hergestellt werden, wie es mit klassischen metallurgischen Verfahren nicht möglich ist. Andererseits liegt in der natürlichen Porosität der Sinterwerkstoffe und speziell deren Korngrenzen mit oftmals sehr unedlem Charakter ihr Dilemma: Die daraus resultierenden Einschlüsse von Vorbehandlungs- und Aktivelektrolyten bei der galvanischen Beschichtung führen regelmäßig genau zu dem, was durch die Beschichtung verhindert werden soll - Ausfällen im Feld.

Die Holzapfel Metallveredelung hat in ihrer Einreichung »Sinter Surface Solutions« ein Verfahren dargestellt, mit dem sich bei Konstruktionswerkstoffen aus Sintermaterialien Poren versiegeln und zugleich auch galvanisch beschichten lassen. Für diese Entwicklung wird ihr die »OBERFLÄCHE 2012« in Silber verliehen.

»Bei der nun ausgezeichneten Bewerbung hat uns besonders beeindruckt, dass nicht nur eine Versiegelung der Poren von Sinterwerkstoffen entwickelt wurde, sondern diese auch so gestaltet wurde, dass sie prozesssicher galvanisch überschichtbar ist«, erläutert Dr. Uwe König, ZVO Zentralverband Oberflächentechnik e.V./ DGO Deutsche Gesellschaft für Oberflächentechnik e. V. Das Verfahren dient also tatsächlich als Schlüsseltechnologie für die Verbreitung von Sinterwerkstoffen in Applikationen, bei denen eine Beschichtung unumgänglich ist.

Wärmedämmstoffe mit einer Spritzanlage versprühen
Ein wesentlicher Schlüssel hin zur Energiewende ist das Einsparen von Energie. Dem Dämmen sowohl von Investitionsgütern als auch von Bauten kommt dabei eine wesentliche Rolle zu, besonders wenn dies nachträglich ausgeführt werden soll. Neuentwickelte innovative Dämmstoffe helfen, den CO2-Ausstoß zu senken und Kosten für Brennstoffe zu sparen. Sie verbinden dadurch in idealer Weise Ökonomie mit Ökologie. Solche Dämmstoffe werden heute nicht mehr nur, wie aus dem Baumarkt bekannt, in Form von Plattenmaterial an die Wände gebracht, einige Systeme sind eindeutig der Oberflächentechnik zuzuordnen.

Wie bei jeder Beschichtungstechnik sind auch im Dämmstoffbereich das beste Beschichtungsmaterial und der daraus entstehende Schichtwerkstoff nichts wert ohne die dazugehörige Applikations- und Anlagentechnik. Besonders bei Hochtechnologiebeschichtungen kommt es auf die exakte Abstimmung des Systems aus Anlage und Beschichtungsmaterial, hier Dämmstoff, an. Für die bestmögliche Ausnutzung aller Technologiepotenziale müssen alle Komponenten eines solchen Systems abgestimmt aufeinander entwickelt werden. Genau dies ist der Krautzberger GmbH, der Worlée-Chemie GmbH und der Caparol Industrial Solutions GmbH gelungen. Ihrer gemeinsamen Bewerbung mit dem Titel »Spritzanlage PK 20S/ PK 40D – eine Spritzanlage zum Versprühen von spritzbaren Wärmedämmstoffen« verlieh die Jury die »OBERFLÄCHE 2012« in Bronze.

»Eines der herausragenden Merkmale der mit dem dritten Preis ausgezeichneten Innovation ist die Bewerbung durch ein Konsortium, das eben diese geschlossene Kette von Schicht, Verfahren und Anlage gemeinsam abdeckt«, sagt Dr. Martin Riester vom VDMA-Fachverband Oberflächentechnik und betont: »Der Titel der Bewerbung ‚Spritzanlage PK 20S / PK 40D‘ wird dabei dem gesamten System nicht gerecht, da es sich bei der Innovation um mehr als eine Beschichtungsanlage handelt«.

Positive Bilanz nach der erstmaligen Vergabe des Stuttgarter Oberflächentechnik-Preises »DIE OBERFLÄCHE«

Mit dem Preis zeichnete das Fraunhofer IPA im Rahmen der O&S zum ersten Mal innovative Anwendungen innerhalb aller Disziplinen der Oberflächentechnik aus. Dr. Martin Metzner, Abteilungsleiter für Galvanotechnik am Fraunhofer IPA, Initiator und Jurymitglied des Preises zieht eine positive Bilanz: »Dass die Oberflächentechnik in ihrer gesamten Breite als Schlüsseltechnologie für alle Industriezweige hochgradig innovativ ist, war der Branche schon immer klar. Trotzdem ist es natürlich spannend und auch ein gewisses Wagnis, einen solchen Preis neu aus der Taufe zu heben. 21 Bewerbungen zu erhalten, war überwältigend und hat uns besonders bei der Auswahl der Preisträger auch vor organisatorische Herausforderungen gestellt. Wir haben uns über die Vielzahl der qualitativ hochwertigen Bewerbungen sehr gefreut und möchten uns bei allen Bewerbern bedanken. Besonders beeindruckend war die Vielfalt der Bewerbungen, die sich einerseits disziplinübergreifend über die Oberflächentechnik erstreckten und andererseits vom Kleinunternehmen bis zur Großindustrie reichten. Wir sehen der nächsten Runde des Preises 2013 mit Spannung und Freude entgegen.«

Eine unabhängige Jury entschied nach den Kriterien Innovationssprung, Nachhaltigkeit, industrielle Machbarkeit und Enabler-Qualität, also solchen Innovationen, die wiederum die Einführung neuer Produkte und Technologien ermöglichen. In der Jury wählten dieses Jahr Dr. Martin Metzner, Fraunhofer IPA, Dr. Martin Riester, VDMA-Fachverband Oberflächentechnik, Dr. Michael Hilt, Forschungsgesellschaft für Pigmente und Lacke e.V. und Dr. Uwe König, ZVO/DGO die Gewinner aus.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Silke Kern | Telefon +49 711 970-1254 I silke.kern@ipa.fraunhofer.de

KARL WÖRWAG Lack- und Farbenfabrik GmbH & Co KG
Kathrin Wörwag | Telefon +49 711 8296-1101 I kathrin.woerwag@woerwag.de

Holzapfel Metallveredelung GmbH
Anja Oerter | Telefon +49 2772 5008-525 I a.oerter@holzapfel-group.com

Krautzberger GmbH
Sonja Wollschläger | Telefon +49 6123 698-365 I s.wollschlaeger@krautzberger.com

Hubert Grosser | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie