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Der erste "Fuggerpreis für die Wissenschaft" geht an den Wirtschaftsinformatiker Dr. M. Röglinger

25.11.2010
Preisverleihung mit Festvortrag von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Frühwald am 30. November 2010 um 18.00 Uhr in der Leonhardskapelle der Fuggerei / Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.

Seine "Beiträge zur Anforderungsanalyse im Rahmen der Entwicklung betrieblicher Anwendungssysteme aus Sicht der Wirtschaftsinformatik", mit denen er im Herbst 2009 an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg promoviert hat, bringen dem Wirtschaftsinformatiker Dr. Maximilian Röglinger den in diesem Jahr erstmals vergebenen und mit 10.000 Euro dotierten "Fuggerpreis für die Wissenschaft".

Zur Preisverleihung laden das Fürstlich und Gräflich Fuggersche Familienseniorat und die Universität Augsburg die Vertreterinnen und Vertreter der Medien für den 30. November 2010 in die Leonhardskapelle der Fuggerei (Jakoberstraße, 86152 Augsburg) ein.

Nach Auffassung der fünfköpfigen Jury entsprechen Röglingers bisherige wissenschaftlichen Leistungen sowohl hinsichtlich ihres Erkenntnisinteresses als auch unter dem Gesichtspunkt ihrer Qualität hervorragend den Zielsetzungen und Ansprüchen des "Fuggerpreises für die Wissenschaft", der vor knapp einem Jahr errichtet wurde (siehe http://idw-online.de/pages/de/news355646).

Fuggerpreis in Fuggertradition

Der Preis soll alle zwei Jahre an eine Nachwuchswissenschaftlerin bzw. an einen Nachwuchswissenschaftler der Universität Augsburg gehen, die oder der sich in herausragenden Forschungsarbeiten auch mit Nachhaltigkeit und der sozialen Komponente in der Wirtschaft auseinandersetzt. Sein so ausgerichtetes wissenschaftsförderndes Engagement sieht das Haus Fugger in der Tradition der von Anton Fugger in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begründeten Studienstiftungen, deren Ziel bis in die Napoleonische Zeit hinein es war, die junge Intelligenz aus den Fuggerschen Herrschaftsgebieten zu fördern und ihr Studien an damals führenden Universitäten wie Ingolstadt, Dillingen oder Löwen zu ermöglichen. In dieser Traditionslinie gesehen werden kann auch, dass Joseph Ernst Fürst Fugger von Glött es war, der im Frühjahr 1966 jene Initiativsitzung zur Gründung der Universität Augsburg anregte, zu der er dann in die Leonhardskapelle der Fuggerei einlud, in der jetzt auch die erstmalige Verleihung des neuen "Fuggerpreises für die Wissenschaft" gefeiert werden wir.

Wissenschaftliche Konsequenzen aus historischer und aktueller Krisenerfahrung

Seine fachliche Ausrichtung stellt diesen neuen Wissenschaftspreises über die eingeforderte Komponente gesellschaftlicher Verantwortung hinaus in einen ganz konkreten, seit der jüngsten Finanzkrise gewissermaßen tagesaktuellen Zusammenhang mit der Fugger-Geschichte: "Historische Erfahrungen der alten Fuggerschen und anderer Augsburger sowie Oberdeutscher Firmen", so heißt es im Gründungspapier des Preises, würden zeigen, "wie nicht nur Unternehmen, sondern ganze Staaten ausfallen können, ein Szenario, welches seit 2008 wieder in den öffentlichen Fokus gerückt ist. Historische Handelsstrukturen mit teils monopolistischen, teils oligopolistischen Märkten im Hinblick auf ihre Bedeutung in einer globalisierten Welt zur Bewältigung von künftigen Krisen zu untersuchen und daraus lernen zu können, erscheint trotz der zweifelsohne gegebenen Unterschiede in den Rahmenbedingungen sehr vielversprechend."

Verantwortungsbewusste Investitionssteuerung zwischen Ertragsorientierung und Risikoabwägung

Soweit die Wissenschaft gefordert ist, verlangt die aktuelle globale Finanzkrise zuallererst nach der Entwicklung neuer, wissenschaftlich fundierter Methoden, die Unternehmen zu einer verantwortungsbewussten Investitionssteuerung zwischen Ertragsorientierung und realistischer Risikokalkulation befähigen. In der vernetzten Gegenwart und einer noch vernetzteren Zukunft reicht hier domänenspezifisches Wissen allein nicht mehr aus, um überzeugende Konzepte und Lösungen zu generieren: Gefordert ist vielmehr interdisziplinäres Wissen - vor allem in den Bereichen des Finanz- und Informationsmanagements und der Wirtschaftsinformatik. Denn die Komplexität der Wertschöpfungsnetzwerke und die aus dieser Komplexität resultierenden Herausforderungen können - unternehmensintern wie unternehmensübergreifend - nurmehr durch entsprechend komplexe neue Konzepte im Bereich des Finanz- und Informationsmanagements beherrscht werden. Nur wenn die Unternehmen sich sowohl des Risikos und der Abhängigkeiten aller relevanten Investitionen, als auch der Grenzen der Anwendbarkeit ihrer Modelle bewusst sind bzw. werden, kann ein der aktuellen Finanzkrise vergleichbarer Einbruch in Zukunft vielleicht vermieden oder in seinen Ausmaßen zumindest kalkulierbar gemacht werden. Der "Fuggerpreis für die Wissenschaft" 2010 geht an Dr. Maximilian Röglinger, weil er nach Auffassung der Jury in einem wichtigen Segment dieser hochkomplexen Problemlage einen überzeugenden Beitrag zu einer entsprechenden unternehmerischen Bewusstseinsbildung geleistet habe.

Zum Preisträger 2010

Maximilian Röglinger, Jahrgang 1982, hat 2002 bis 2006 an der Universität Bamberg Wirtschaftsinformatik studiert. Nach dem Diplom war er bis 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement der Universität Augsburg. Seine Promotion schloss er hier im Oktober 2009 mit summa cum laude ab. Seit Beendigung seiner Elternzeit im Oktober 2010 strebt er an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg die Habilitation an.

"Ein guter Maßstab"

"Ich gratuliere meinem ehemaligen Doktoranden und aktuellen Habilitanden Maximilian Röglinger herzlich und freue mich, dass er der Erste ist, dem der neue 'Fuggerpreis für die Wissenschaft' bei der Fortführungen seiner bislang überzeugenden Forschungsarbeit zugutekommen wird", meint Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl, Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik, Informations- & Finanzmanagement. Röglinger und die Leistungen, für die er ausgezeichnet werde, seien seines Erachtens ein guter Maßstab für diejenigen Augsburger Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, auf die dieser Preis als zusätzlicher Anreiz für außergewöhnliche Forschungsleistungen in den Bereichen der Wirtschaftswissenschaften, der Wirtschaftsinformatik, des Wirtschaftsingenieurwesen, aber auch der Wirtschaftsgeschichte zugeschnitten ist.

Die Krönung eines preisträchtigen Jahres

Für Buhl und seinen Lehrstuhl ist die Verleihung des Fuggerpreises an Dr. Maximilian Röglinger am kommenden Mittwoch zugleich "die Krönung" zum Abschluss eines einmal mehr recht "preisträchtigen" Jahres: Erst jüngst war seine Mitarbeiterin Dr. Julia Heidemann - 2009 mit dem bundesweiten academics-Preis als "Nachwuchswissenschaftlerin des Jahres" ausgezeichnet (siehe https://idw-online.de/de/news348497) - mit von der Partie, als in der IHK Schwaben die Wissenschaftspreise der schwäbischen Wirtschaft 2010 verliehen wurden: An sie ging der von der IHK mit 5000 Euro dotierte Hauptpreis. Und ebenfalls kürzlich erst war Heidemanns Lehrstuhl-Kollege Dr. Gilbert Fridgen unter denjenigen Nachwuchswissenschaftlern, die mit dem diesjährigen "Kulturpreis Bayern" der E.ON Bayern AG ausgezeichnet wurden.

Medienvertreterinnen und -vertreter herzlich eingeladen

Zur feierlichen Verleihung des in diesem Jahr erstmal vergebenen "Fuggerpreises für die Wissenschaft" sind die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich eingeladen.

Die Preisverleihung findet statt am 30. November 2010 um 18 Uhr in der Leonhardskapelle der Fuggerei, (Jakoberstraße, 86152 Augsburg).

An die Begrüßung durch S. D. Hubertus Fürst Fugger-Babenhausen und ein Statement über den Forschungsrahmen von Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl schließt sich der Festvortrag des Literaturwissenschaftlers, ehemaligen DFG-Präsidenten und amtierenden AvH-Ehrenpräsidenten Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wolfgang Frühwald an. Nach einem Referat des Preisträgers Dr. Maximilian Röglinger und der Übergabe des Preises durch S. D. Hubertus Fürst Fugger-Babenhausen klingt die Veranstaltung bei einem Sektempfang aus.

Wegen der begrenzten Platzkapazität der Leonhardskapelle werden an der Teilnahme interessierte Medienvertreterinnen und -vertreter um baldmöglichste Anmeldung bei den Fuggerschen Stiftungen gebeten - telefonisch unter 0821/31988111 oder per Email an info@fugger.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-augsburg.de/

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