Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Erkenntnisse über Volkskrankheiten öffentlich werden – Neues Projekt zu Wissenstransferprozessen

03.02.2014
Ein neues Projekt zur Erforschung von Wissenstransferprozessen an der Universität Regensburg wird bis Februar 2016 mit über 300.000 Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Im Zentrum steht dabei die Frage, wie neue Erkenntnisse zur Entstehung von Volkskrankheiten aus der Forschung in die Öffentlichkeit gelangen. Koordiniert wird das interdisziplinäre Forschungsprojekt unter dem Titel „Wissenstransfer von genetisch-epidemiologischen Erkenntnissen zu Volkskrankheiten am Beispiel der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)“ durch die Arbeitsgruppe „Medizinische Soziologie“ am Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin.

Wie kommunizieren Wissenschaftler die neuesten Forschungsergebnisse zu Krankheitsursachen und Präventionsmöglichkeiten? Wie wird darüber in den Medien berichtet? Und wie wird das Wissen in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Diesen Fragen werden die Regensburger Forscher um Prof. Dr. Julika Loss jetzt nachgehen.

Am Beispiel der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), der deutschlandweit häufigsten Ursache von Sehbeeinträchtigungen bis zur Erblindung, wollen sie klären, wie medizinisches Wissen von Experten hin zu Entscheidungsträgern, Ärzten, Patienten und ihren Angehörigen vermittelt wird.

Dabei wird erforscht, welche Leitbilder zu Krankheitsentstehung und -prävention in den Medien und bei den am Wissenstransfer Beteiligten entstehen. Auf Basis der gewonnenen Ergebnisse werden die Regensburger Forscher Empfehlungen für eine Verbesserung des Wissenstransfers erarbeiten.

Die altersabhängige Makuladegeneration dient als ein Modellbeispiel für eine gesellschaftlich relevante und für die Fortschritte der Lebenswissenschaften relevante Volkskrankheit. Sowohl genetische als auch nicht-genetische Ursachen spielen bei Ihrer Entstehung eine Rolle. Somit ist die AMD eine typische Erkrankung „multifaktorieller Genese“, die auch als Modell für andere Volkskrankheiten wie Herz-, Kreislauf- oder Krebserkrankungen dienen kann.

„Bislang wissen wir aber noch zu wenig darüber, wie neue Erkenntnisse aus der Forschung zu Volkskrankheiten an Ärzte, Betroffene und Angehörige kommuniziert werden. Wir möchten diesen Wissenstransfer besser verstehen. Nur so können wir Empfehlungen für verbesserte Kommunikationsprozesse entwickeln und damit Präventionsmöglichkeiten stärken – und natürlich eine gute medizinische Versorgung und Lebensqualität für die Patienten fördern“ erklärt Prof. Loss.

Dazu werden die Regensburger Forscherinnen und Forscher die entsprechenden Wissenstransferprozesse unter unterschiedlichen Gesichtspunkten untersuchen. Neben der Entwicklung von Risikomodellen zur AMD auf Basis des neuesten Forschungsstands stehen eine Medienanalyse der Berichterstattung zur AMD im internationalen Vergleich sowie eine qualitative Interviewstudie mit Entscheidungsträgern und Kommunikatoren auf dem Programm. Zudem führt die Arbeitsgruppe eine quantitative und qualitative Patienten- und Angehörigenbefragung durch und organisiert Bürger- sowie Expertenworkshops, um den Wissenstransfer der eigenen Forschungsergebnisse im Anschluss zu fördern.

Die Arbeitsgruppe „Medizinische Soziologie“ arbeitet im Rahmen des Forschungsvorhabens eng mit der genetischen Epidemiologie (Prof. Iris Heid), der Humangenetik (Prof. Bernhard Weber) und der Augenheilkunde (Prof. Horst Helbig) am Universitätsklinikum Regensburg zusammen. Zudem wird die Studie durch internationale Experten für Gesundheitskommunikation (Prof. Dr. Suzanne Suggs, University of Lugano, Schweiz) und Augenheilkunde (Prof. Dr. Hendrik Scholl, Johns Hopkins University, Baltimore, USA) begleitet.

Weiterführende Informationen unter:
www.epi-regensburg.de/wp/medizinische-soziologie/forschung-med-soz/arbeitsbereich-pravention-und-gesundheitsforderung/wissenstransfer-amd
Ansprechpartnerin für Medienvertreter:
Dr. Janina Curbach
Universität Regensburg
Medizinische Soziologie
Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin
Tel.: 0941 944-5233
Janina.Curbach@ukr.de

Alexander Schlaak | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

29.05.2017 | Physik Astronomie

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

29.05.2017 | Medizintechnik

Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald

29.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz