Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreiche Hollywoodfilme dank ausgezeichneten Verfahrens zur Videoanalyse

13.01.2014
ICCV Helmholtz Preis würdigt grundlegende Forschungsarbeit von Michael J. Black zum „Optischen Fluss“
„Matrix Reloaded“ und „What Dreams May Come“ sind Filme mit faszinierenden visuellen Effekten - letzterer erhielt 1998 sogar den Oscar in dieser Kategorie. Hinter diesen Effekten steckt eine Software aus dem Jahr 1993, die heute weitverbreitet in Wissenschaft und Wirtschaft verwendet wird.

Für diese Software zum „optischen Fluss“ ist Dr. Michael J. Black, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme, jetzt mit dem ICCV Helmholtz Preis ausgezeichnet worden. Die Software hat eine wichtige Grundlage gelegt für ein heute noch aktives Forschungsgebiet.

„Wenn wir gehen oder fahren oder einfach unsere Köpfe bewegen, verändert sich unsere Sicht auf die Welt. Selbst wenn wir uns ausruhen, steht die Welt um uns herum nicht still; Objekte fallen, Bäume schaukeln und Kinder rennen. Bewegungen dieser Art und unser Verständnis davon scheinen so einfach bzw. geradeheraus, dass wir sie oft für selbstverständlich halten. Tatsächlich ist diese Fähigkeit, eine sich verändernde Welt zu verstehen, der Schlüssel zum Überleben. Ohne diese würde es keine Kontinuität in unserer Wahrnehmung geben“, so umreißt es M. J. Black in seiner Doktorarbeit 1992.

In der Bilderkennung beschreibt eine spezielle Funktion (ein sog. Vektorfeld) die Bewegungsrichtung und –geschwindigkeit für jeden Bildpunkt einer Bildsequenz. Diese Funktion wird in der Bildverarbeitung und in der optischen Messtechnik als Optischer Fluss (englisch: optical flow) bezeichnet. Der Optische Fluss bzw. die Mathematik hinter der Spur eines jeden Bildpunkts in einem bewegten Bild ist heute von zentraler Bedeutung für Videokompression und –übertragung, Animation sowie Unschärfe-Optimierung und Schmutzentfernung. Er bildet die Grundlage der visuellen Effekte wie sie beispielsweise in Kinofilmen zum Einsatz kommen.

Leider ist der Optische Fluss eine Größe, die aus den Bilddaten direkt nicht eindeutig berechnet werden kann, sondern die man mit aufwändigen Verfahren schätzen muss. Vor der Veröffentlichung des von Michael Black entwickelten Verfahrens im Jahr 1993 war es schwierig, den optischen Fluss akkurat zu bestimmen.

Mit dieser Software gelang der Durchbruch. Black und sein Co-Autor zeigten, dass Probleme meist von statistischen Ausreißern hervorgerufen wurden. Zudem konnten sie mit ihrer Software die Schätzung des Optischen Flusses erstmals formalisieren, indem sie robuste, d.h. nicht empfindlich auf Ausreißer reagierende, Statistiken verwendeten. Dieses Verfahren ist heutzutage Standard im Bereich der Bilderkennung und -verarbeitung.

Die ICCV (International Conference for Computer Vision) ist die Internationale Konferenz für Maschinelles Sehen. Sie findet alle zwei Jahre statt und gilt als Spitzenkonferenz der Bildverarbeitung. Vom 1. Bis 8. Dezember 2013 tagt die ICCV in Sydney, Australien (2015 – Santiago de Chile). In den Jahren dazwischen bietet die Europäische Konferenz für Computervision (ECCV) ein vergleichbar führendes Forum für diesen Forschungsbereich (2012 – Florenz, 2014 – Zürich).

Claudia Däfler | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.is.tuebingen.mpg.de
http://www.ps.is.tuebingen.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften